Unterwegs in den Anden – 9. März 2017: Fossilien im Schnee des Spätsommers

Reisetagebuch: Doktoranden auf Exkursion in Westargentinien

Wir verlassen Mendoza Richtung Süden auf der berühmten „Ruta 40“, der längsten Straße Südamerikas. Unser Tagesziel ist Malargüe und die nördlichsten Ausläufer des Neuquén-Beckens. Doch überraschend endet die Straße und wird für 120 Kilometer auf eine waschbrettartige Schotterstraße durch die argentinische „Pampa“ umgeleitet. Nach drei Stunden Rüttelpiste biegen wir erneut Richtung Hauptkordillere der Anden ab. Wir passieren kreidezeitliche und jurassische Sedimente und finden Ammoniten – Fossilien von Lebewesen, die in dieser Zeit in flachmarinen Gewässern und Lagunen lebten. Auf unserem Weg Richtung chilenischer Grenze entdecken wir in den Kalkformationen zwei 40 Meter tiefe Karstseen – die einzigen in der gesamten Mendoza-Provinz.

Wir sind kurz vor der Grenze zu Chile, auf 3000 Metern Höhe und weit oberhalb der spätsommerlichen Schneegrenze. Die Luft ist kalt und der starke Wind zwingt uns, Mützen und Hüte festzuhalten. Hier zeigen die  Kalksteine erneut marine Fossilien und beweisen, dass die Gesteine – im Zuge der Einengung der Anden – auf diese Höhe gehoben wurden.

Die Tanknadel unseres Kleinbusses ist bereits im roten Bereich. Wir sind weit entfernt von der nächsten Tankstelle. Unser Fahrer Sergio schafft es jedoch mit energiesparender Fahrweise und dem letzten Tropfen Diesel in das 80 Kilometer entfernte Malargüe.

Hintergrundinformationen zur Reise der Potsdamer Geowissenschaftler gibt es hier.

Text: Henry Wichura
Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde

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