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Exkursion in den Himalaya, 5. September 2013 (Teil 9)

Beprobungen auf und um den Leo Pargil Dome – See-Sediment Beprobung im Rupa-Tal ist abgeschlossen und das Vorausteam ist wieder zu uns gestoßen
Fotoshooting mit Einheimischen in Leo. Foto: L. Heinecke

Fotoshooting mit Einheimischen in Leo. Foto: L. Heinecke

Ein staubiger Tag für das Paläo-Seesedimente-Team (PST)! Zum Glück ist unsere Anfahrt, der immerhin durch einen regelmäßig wiederkehrenden Bergrutsch führt, letztlich ereignislos, sodass wir ohne Probleme zu den Ablagerungen eines ehemaligen Sees gelangen. So verbringen wir den Tag mit viel Sand und Sonne – aber leider ohne Meer und Strand! Am Vormittag putzen wir mit Pinsel und Spachtel die Sedimentprofile und versuchen, diese miteinander zu verbinden. Dabei müssen wir immer wieder herunterfallenden Steinen ausweichen. Am Nachmittag nehmen wir Proben für OSL-Datierungen für Erdbebenevidenzen in den Ablagerungen. Dabei gilt es, jeweils ein 20 Zentimeter langes Stahlrohr in die Wand zu hämmern – und danach wieder herausholen :-) Zum Glück können wir uns auf die engagierte Unterstützung unseres Fahrers verlassen! Schon jetzt lässt sich sagen: Alles in allem ein erfolgreicher Abstecher in die Seesedimenten des Himalajas.

Drei von uns unternehmen von Nako aus eine Bergwanderung in den Kern des Domes, um eine Höhentraverse an Gesteinsproben zu sammeln. Mithilfe von Niedrig-Temperatur-Datierungen sollen später die Hebung und die Erosionsgeschichte des Domes rekonstruiert werden. Vor allem hoffen wir herauszufinden, wann der Spiti und Sutlej ihre kilometertiefen Schluchten eingeschnitten haben. Um beim Aufstieg der starken und warmen Sonne möglichst lange zu entgehen, brechen wir schon kurz vor 6 Uhr, in der Morgendämmerung auf. Vorbei an Manimauern (Manisteine sind Steinplatten, auf die Gebete gemeißelt sind – diese werden auf Steinmauern aufgestellt und gesammelt) und Stupas steigen wir rasch den Wegen der Hirten folgend auf.

Bald schon bescheinen die ersten Sonnenstrahlen die gegenüberliegende Talflanke. Mit zunehmender Höhe lassen wir Nako weit hinter uns und genießen die Ruhe der trockenen und schroffen Bergwelt. Gegen zwölf Uhr erreichen wir die Spitze einer Felsnase auf 4800 Metern Höhe und bestaunen den atemberaubenden Ausblick – gemeinsam mit drei Steinmännchen, die dort errichtet wurden. Auf dem Rückweg werden unsere Rucksäcke von den gesammelten Proben immer schwerer. Mit zunehmend müden Beinen stolpern wir den langen Weg den Berg hinab und freuen uns schon auf den ersten Tee auf der Terrasse.

Der Rest unserer Gruppe hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Geheimnis der Seesedimente rings um den Ort Leo, auf der gegenüberliegenden Talseite, etwas unterhalb von Nako, zu entschlüsseln. Im Anschluss an eine erste Ferndiagnose der auf verschiedenen Höhen abgelagerten Seesedimente wollen wir es genauer wissen und begeben uns vor Ort. Nach einer halben Stunde Fahrt ins Tal des Spiti setzen wir unserer Erkundungstour zu Fuß fort. An den Seesedimenten angekommen, diskutieren wir die verschiedenen aufgeschlossenen Schichten sowie die Laminierung und kletteren unter, durch und über die Ablagerungen, um ihren Ursprung zu erkunden.

Als wir am letzten Aufschluss ankommen, scheint gerade auch für die Einheimischen Feierabend zu sein, und nach einer kurzen Fotosession stellen wir erstaunt fest, dass mindestens 20 indische Männer und Frauen in bzw. auf einen einzigen Pickup passen.

Am Ende des Tages legen wir einen letzten Stopp in der Nähe Nako ein, um unsere Ausgangshypothese vom Morgen erneut zu diskutieren. Dank eines Tages Feldbegehung konnten wir unsere Hypothese erweitern und verbessern. Das Rätsel um die Paläoseen komplett zu lösen, muss aber das Ziel weiterer Untersuchungen sein.

2.-5. September 2013: Probennahme von Seesedimenten im Rupa Tal

Nachdem wir uns von der Exkursion am 2. September verabschiedet haben, um an Ablagerungen eines mindestens 10.000 Jahre alten ehemaligen Sees zu arbeiten, sind wir heute wieder mit der gesamten Gruppe in Nako vereint.
Es reichen wenige Worte um den Ort zu beschreiben – Staub, Wind und Temperaturen jenseits des Siedepunktes. Erreicht haben wir eine ganze Menge: mindestens 35 Kilogramm an Klimageschichte und viel Erfahrung in Feldimprovisation.

Alle Einträge im Überblick

Hinweis: Alle Veröffentlichungen aus dem Online-Tagebuch müssen durch das Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Universität Potsdam freigegeben werden.

Kontakt: Dr. Henry Wichura und Dr. Rasmus Thiede
Koordinatoren des Graduiertenkollegs „Interactions between Tectonics, Climate and the Biosphere in the African-Asian Monsoonal Region“
Universität Potsdam
Institut für Erd- und Umweltwissenschaften
E-Mail: graduateschoolgeo.uni-potsdamde

Text: Dr. Henry Wichura und Dr. Rasmus Thiede
Online gestellt: Agnes Bressa
Kontakt zur Online-Redaktion: onlineredaktionuni-potsdamde