Schulpraktisches Musizieren | Musiktheorie | Tonsatz


Hauptfach Schulpraktisches Musizieren | Schwerpunkte der Lehre

Schulpraktisches Musizieren ist eine Kernzkompetenz der Musiklehrerin/des Musiklehrers. Es integriert die Fähigkeit, Lieder, Songs und Standards aus dem Stand heraus zu begleiten, zu (re)harmonisieren, zu improvisieren und überzeugend darzubieten. Dabei sind sowohl weitgefächerte Genrekenntnisse, technisch-koordinative Fertigkeiten, als auch (historische bis zeitgenössische) tonsätzerische und musiktheoretische Kompetenzen unabdingbar. Somit geht es nicht nur darum, ein Notenblatt durch ein Leadsheet zu ersetzen oder auf Zuruf jedes Stück in jede denkbare Stilistik zu modifizieren, sondern eine pädagogische Musikerpersönlichkeit herauszubilden, die selbstbewusst und eigenständig in jeder denkbaren Situation des Berufsfeldes "Schule" musizierend auftreten und überzeugen kann.

Das Hauptfach Schulpraktisches Musizieren ist ein neues Hauptfach, welches ab dem Wintersemester 2021/2022 im Zusammenhang mit dem Musikstudium für Sekundarstufen gewählt werden kann. Es greift (im Vergleich zur "klassischen Schupra-Ausbildung") nicht nur das Klavier auf, sondern integriert verschiedene schulpraktische Instrumente sowie Ensembles in ihren für den Schulalltag notwendigen Charakteristiken. In Kombination von Einzel-, Partner- und Kleingruppenunterricht wird das „Handwerkszeug“ zum Begleiten, Improvisieren, Harmonisieren, Transponieren und Modulieren, Arrangieren und Komponieren, verschiedene Spieltechniken und Pattern von historischen Strukturen bis aktuell chartorientiertem Stil vermittelt. Das Hauptfach Schulpraktisches Musizieren wird zusammen mit dem Nebenfach Klavier und dem Pflichtfach Gesang gewählt.

Struktureller Aufbau (Bachelor-Phase)

Das Hauptfach wird in der Bachelor-Phase über 6 Semester studiert und besteht aus folgenden Kursen und Prüfungsbestandteilen:

1. Semester

BASISKURS 1 (Klavier)

 
  • Feststellung und Entwicklung künstlerischer Fähigkeiten und Schulung praxisorientierten Denkens und Spielens in und nach musikalischen Kurzschriften (Funktionszeichen, Generalbass, Akkordsymbolschrift, Stufentheorie)
  • Einführung in Begleittechniken (Lied- und Liedbegleitspiel, Vor-, Zwischen- und Nachspiele, Akkordfortschreitung, Dreiklangsbrechungen, Bassläufe)
 

2. Semester

BASISKURS 2 (Klavier)

 
  • Anwendung der Inhalte aus Basiskurs 1 in instrumentalen Präsentations- und Begleitsituationen
  • Erweitertes Lied- und Liedbegleitspiel inklusive komplexer Begleitformen, historischer und genrespezifischer Kontext, motivische Modulationen
  • Patternkunde (Stilistik, Riffs, Licks, genrespezifische Harmonisierung, Klassisch, internat. Folklore, Jazz, Pop, Rock)
 

3. Semester

AUFBAUKURS 1 (Gitarre)

 
  • Praktische Übertragung von Präsentations- und Begleitformen auf das SPM-Instrument Gitarre
 

4. Semester

AUFBAUKURS 2 (Klavier)

 
  • Vertiefung der Inhalte aus Basiskurs 1, 2 und Aufbaukurs 1
  • Erweiterung stilistischer Begleittechniken wie Sequenz, Choral, Akkordprogressionen, Voicings, Microtiming und experimentelle Bereiche
  • Improvisation, Fortspinnung, Figuration, Entwicklung eigener Pattern
  • Praktische Zwischenprüfung
 

5. Semester

AUFBAUKURS 3 (diverse Instrumente)

 
  • Praktische Übertragung von Präsentations- und Begleitformen auf weitere SPM-Instrumente wie Hammondorgel, Fender Rhodes, Wurlitzer, Clavinets, Synthesizer, Marimba etc.
 

6. Semester

AUFBAUKURS 4 (diverse Instrumente und Ensemble)

 
  • Thematische Spezialisierung und Schwerpunktsetzung auf eines oder mehrere der übergeordneten Genres und Bezug auf Musizieren in Ensembles
  • Komposition, Arrangement, erweiterter Tonsatz
  • Erarbeitung eines Abschlussprogramms mit Einsatz erlernter Methoden und Instrumente/Ensembles
  • Praktische Abschlussprüfung
 

Parallel zu diesen praktisch orientierten Kursen ist das Seminar „Theorie des Schulpraktischen Musizieren“ verpflichtend.