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www.BrAnD2. Schülerkongress - Begegnung mit dem Fremden

Den Höhepunkt des letzten BrAnD-Durchgangs bildete der Schülerkongress am 09. und 10. März 2018. Wie in den vorangegangenen Jahren bereiteten die Schüler am ersten Tag ihre Präsentationen vor und probten ihre Auftritte. Am zweiten stellten die Gruppen ihre Projekte vor und diskutierten im Anschluss mit den anderen Kongressteilnehmern die konkrete Themenwahl, die angewandten Methoden und die dem jeweiligen Projekt zugrundeliegenden, antiken Quellen. Auch in diesem Jahr waren der zur Schau gestellte Ideenreichtum und die Fähigkeiten der Schüler im Bereich der Präsentation beeindruckend. So erlebten die Besucher etwa szenische Darbietungen, fanden sich als Publikum einer Quizshow wieder oder bewunderten von den Schülern selbst hergestellte ‚Ausstellungsstücke‘. Folgende Projekte wurden vorgestellt:

Die Gruppe des Lise-Meitner-Gymnasiums Falkensee ließ einen ihrer Schüler nacheinander in neun personae schlüpfen und verdeutlichte den Zuschauern dadurch die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse, welchen die Provinz Thrakien während der griechisch-römischen Antike ausgesetzt war. Hierbei wurde ersichtlich, dass thrakische, griechische und römische Kultur untrennbar miteinander verbunden waren und kulturelle Identitäten durch eine Vermischung verschiedener Prägungen entstanden sind. Darüber hinaus machten die Schüler ihrem Publikum auch die einzelnen Formen der Typisierung bewusst, mit deren Hilfe eine Kultur gegen andere Kulturen abgegrenzt wurde.   

Das Spannungsfeld zwischen Roma patria und loca externa beleuchteten die Teilnehmer des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder. In einer eigens für den Kongress gestalteten ‚Ausstellung‘ informierten sie die Zuschauer über verschiedene Aspekte der römischen Expansionspolitik. Hier zeigten sie etwa das Modell einer mannshohen Mauer und erläuterten daran die Funktion des römischen Limes. Neben vielen anderen Produkten konnten die ‚Ausstellungsbesucher‘ auch den „Berg der Integration“ in Augenschein nehmen, der einerseits die verschiedenen Arten römischer Integrationspolitik symbolhaft zum Ausdruck brachte und auf der anderen Seite aber auch diejenigen Bereiche benannte, in denen diese Bemühungen um Eingliederung an ihre Grenzen stießen.

Unter dem Titel „The long Roman night“ veranstalteten die Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums Babelsberg einen ‚Themenabend‘ auf ihrem eigenen ‚Fernsehkanal‘. Dieser war bunt gemischt und informierte das Publikum etwa über einen Gerichtsprozess in der römischen Provinz Britannien oder das Leben eines Galliers während und nach den Eroberungszügen Caesars. Er enthielt zudem eine Quizshow, bei der die ‚Kandidaten‘ zu allen wesentlichen Aspekten römischer Provinzverwaltung befragt wurden. Auch bei diesem Beitrag wurde deutlich, wie komplex das gewählte Thema ist und welchen Gestaltungsspielraum es den beteiligten Schülern geboten hat. 

Die Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums Eberswalde näherten sich den Römern und ihren Provinzen auf eine ganz andere Weise: Sie gingen von den Implikationen des modernen Terminus „Fake News“ aus und warfen anschließend die Frage auf, ob man Caesars Commentarii de bello Gallico gleichsam als deren frühe Form ansehen kann. Dies diskutierte eine ‚Historikerrunde‘ vor allem am Beispiel der ethnographischen Exkurse zu Britanniern, Galliern und Germanen. In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, welche Gründe zu den mutmaßlich falschen Informationen in Caesars Bericht geführt haben könnten und dass das Argument der politischen Propaganda allein nicht sämtliche inhaltlichen Inkonsistenzen zu erklären vermag.