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Foto: Klassische Philologie Potsdam
Evangelische Schule Neuruppin

Schülerkongress BrAnD am 11. Juli 2009

Nach dem erfolgreichen Ergebnis des Vorjahres wurde wiederum ein ganztägiger Schülerkongress veranstaltet, der dieses Mal am 11. Juli 2009 an der Universität Potsdam stattfand und an dem ca. 150 Schüler der beteiligten Projekte sowie einige Gäste teilnahmen. Wieder waren die Schülerinnen und Schüler mit großem Engagement dabei und beteiligten sich an der Diskussion. Die Arten der Präsentationen waren auch ähnlich wie im Vorjahr: vom wissenschaftlichen Referat auf Universitätsniveau, selbst gebauten Modellen, Powerpoint-Präsentationen, live dargestellten Fernsehshows, Filmen (samt lateinischen Drehbüchern) war wieder alles vorhanden. Stets schloss sich an die Präsentation eine Fragerunde im Plenum an, und zwar sowohl zu Sachlichem wie auch zur Erfahrung mit dem Projekt selbst. Folgende Präsentationen waren zu sehen:

1. In dem Projekt des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, Berlin, wurde das Thema "Ist das Individuum für den Staat oder der Staat für das Individium da" mit verteilten Sprechern in einem außerordentlich umsichtigen Vortrag mit Powerpoint-Präsentation vorgestellt. Beeindruckend war nicht nur die Breite der Fragestellung von Platungs Gerechtigkeitsbegriff über Ciceros Politikverständnis, über die jeweilige historische Situation bis zum Vergleich mit unserer heutigen Verfassung, sondern auch die Souveränität des Vortrgs. Im Vergleich mit universitäten Veranstaltungen muss festgehalten werden, dass dies auch in einem wissenschaftlichen Seminar zu den besten Vorträgen gehört hätte.

2. Die Teilnehmer der Evangelischen Schule Neuruppin waren als 7. Klasse die Jüngsten in diesem Durchgang. Ihr Projekt lautete: "Leben in der Familie in der Antike und heute". Hier beeindruckte uns die Vielfältigkeit und das engagement der Präsentation: In einer Powerpoint-Präsentation wurden das unterschiedliche Leben damals und heute vorgestellt; bei einer Live-Vorführung von "Wetten, dass" debattierten schließlich ein Vertreter der Antike auf Latein mit Dolmetscher und ein Sänger von Tokio-Hotel, wann es denn besser war. Abgerundet wurde der Auftritt durch die "Wetteinlösung": eine Gesangseinlage der ganzen Truppe: Yesterday auf Latein.

3. Die 11. Klasse der Sophie-Charlotte-Oberschule, Berlin, präsentierte das Thema "Die Wertevorstellung Sallust - ein Modell für unsere Zeit". Hier wurde in einem Film eine Talkshow vorgestellt, in der Sallust mit heutigen Vertretern von Politik und Gesellschaft über Werte auch im Zusammenhang der Finanzkrise debattierte. Über die heutige Zeit schien Sallust nicht weniger verzweifelt als über die eigene.

4. Das Projekt der 12. Klasse der Georg-Büchner-Oberschule, Berlin, hatte das Thema: "Do ut des. Die Entwicklung einer Wertvorstellung von der Antike bis heute - oder warum wir das etwas anders sehen" gewählt. Auch hier überzeugte ein wissenschaftlicher Vortrag mit Präsentation. Es wurde die Frage untersucht, wie sich die Auffassung des do ut des von der römischen Antike, über das corpus iuris und die christlichen Texte der Apologetik bis heute wandelte. Besonders originell war die Umsetzung der Ergebnisse auf einem großen Gemälde.

5. Die Latein-AG der 7. Klasse des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums, Grünheide, präsentierte das Thema: "humanitas. Ein Begriff im Wandel der Zeit". Die Teilnehmerinnen stellten vor, wie sich der Begriff von Cicero über Melanchthon, Erasmus, Herder, Humboldt bis zu unserem Humanistischen Gymnasium wandelte. Großen Eindruck hinterließ hier die Umsetzung auf einem drehbaren Modell, auf dem die Dame Humanitas auf die verschiedenen Auffassungen blickt.

6. In dem Projekt der Rosa-Luxemburg-Oberschule, Berlin, wurde ein Film vorgestellt zum Thema "Früher war alles besser". In dem Film wurde nicht nur Latein gesprochen, besonders originell war, dass man von dem berühmten Fresko Raffaels, der "Schule von Athen", ausging und mit deutlichen, aber schlüssigen Veränderungen ausgewählte Persönlichkeiten (antike und moderne) an markanten Orten Berlins auftreten ließ.

7. Das Projekt des Evangelischen Gymnasiums, Hermannswerder, war außerordentlich umfassend. Es hatte den Titel: "Mos maiorum. Der römische Wertekanon. Menschen als Verkörperung von Werten und Unwerten". Diese Gruppe hatte sich viel vorgenommen: Es gab eine eigene Internetseiten (roemische-werte.de); dazu kamen noch spezielle Vorträge und zudem einen Film zu einzelnen Werten wie etwa audacia oder amor patriae. Man musste genau hinsehen, denn es waren absichtlich Fehler eingebaut. Schließlich wurde noch eine Zeitung (inklusive Berichte, Interviews, Reklame etc.) präsentiert.

8. Besonders erfogreich war die Gruppe der Sophie-Charlotte-Oberschule, Berlin. Das Thema lautete: "humanitas. Die Diskrepanz von Theorie und Praxis am Beispiel der Behandlung von Sklaven". In einem Film wurde die unterschiedliche Behandlung von Sklaven durch Cassius und Seneca eindringlich vorgeführt und durch Originalaussagen unterstützt. Das Ganze war nicht nur wissenschaftlich gesichert, sondern auch noch unterhaltsam.

9. Am meisten Eindruck hinterließ das Projekt des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums, Eberswalde. Wieder war es ein Film. Nach einer Nachrichtensendung und Werbeeinlagen (natürlich aus dem alten Rom) gab es eine Talkshow: Cornelius convocat, in der Philosophen (vor allem Seneca und Epikur) ausführlich über Werte diskutierten. Das war wissenschaftlich fundiert, liebevoll in Szene gesetzt und trotz des ernsten Themas außerordentlich unterhaltsam.

Die Evualation des letzten Durchgangs hatte sich bewährt, deshalb wurde das gleiche Vorgehen gewählt: Wieder waren als Anreiz Preise ausgesetzt worden. Dafür wurden unter den Schüler/innen, den Studierenden sowie den Projektleiter/innen Fragebögen verteilt. Kriterien sollten hierbei sein: die Originalität des Themas, die Reflexion über den Vergleich Antike/Heute, die Einbindung selbständiger wissenschaftlicher Recherche sowie die Präsentation selbst. Da Schülergruppen verschiedener Altersgruppen beteiligt waren, wurde hierbei unterschieden. Weil alle Gruppen ferner so großes Engagement zeigten, die Preise eher als Auszeichnung dienen sollten und ein Wettbewerbscharakter des gesamten Projekts vermieden werden sollte, wurden alle Projekte belohnt.

Folgende Preise wurden vergeben:

Sonderpreis für besondere wissenschaftliche Leistung

Bertha-von-Suttner-Gymnasium, Berlin

Sonderpreis für besonderen Einsatz

Evangelische Schule Neuruppin

3. Preis

Sophie-Charlotte-Oberschule, Berlin (s.o. Projekt 3)

Georg-Büchner-Oberschule, Berlin

2. Preis

Philipp-Melanchthon-Gymnasium, Grünheide

Rosa-Luxemburg-Oberschule, Berlin

1. Preis

Evangelisches Gymnasium, Hermannswerder

Sophie-Charlotte-Oberschule, Berlin (s.o. Projekt 8)

Alexander-von-Humboldt-Gymnasium, Eberswalde

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