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Expertise und Politiktransfer

Internationale Verwaltungsstäbe als Akteure von Politiktransfers

Expertise und Politiktransfer

Internationale Verwaltungsstäbe als Akteure von Politiktransfers

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

2017 bis 2020

403.000 Euro

Forschungskontext

 

Das Forschungsprojekt ist Teil der zweiten Phase der Forschergruppe „Internationale Verwaltung. Entstehung und Entwicklung von Verwaltungsmustern und ihr Einfluss auf die internationale Politikgestaltung“ (Sprecher Professor Christoph Knill), das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft zunächst von 2014 bis 2017 und nun weiter von 2017 bis 2020 gefördert wird. Die Forschergruppe bringt mehr als 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Internationalen Beziehungen und der Verwaltungswissenschaft in 7 Teilprojekten zusammen. Im Mittelpunkt der zweiten Phase der Forschergruppe steht die Frage, inwieweit Unterschiede in den administrativen Strukturen internationaler Verwaltungen, in ihren Rollen in politischen Entscheidungsprozessen und in ihren Beziehungen zu anderen Akteuren in Politik und Gesellschaft sich in der nationalen und internationalen Politikentwicklung auswirken. Ausgehend von der ersten Phase bilden die Auswirkungen der administrativen Stile, der Autonomie, der Expertenautorität, der Budgetierung und der Mehrebenenstrukturen die Schwerpunkte. Dabei werden unterschiedliche theoretische Perspektiven aus der Verwaltungswissenschaft und den Internationalen Beziehungen verwendet.

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

2017 bis 2020

403.000 Euro

Ausgangspunkt, Fragen und Ziele des Forschungsprojekts

 

In der ersten Phase der Forschergruppe konnten wir beobachten, dass die Expertenautorität von internationalen Verwaltungsstäben zwischen ihnen, zwischen Politikfeldern und zwischen Staaten variiert. Da die existierende Forschung die Expertenautorität von internationalen Verwaltungsstäben als wichtige Quelle ihres unabhängigen Einflusses betrachtet, erwarten wir, dass sich die beobachteten zwischenstaatlichen Unterschiede in der Zuschreibung von Expertenautorität auch in den Auswirkungen von internationalen Verwaltungsstäben in nationalen Politikprozessen niederschlagen. Vor diesem Hintergrund und im Lichte bestehender Forschungslücken, untersuchen wir in der zweiten Phase die Frage, in welchem Ausmaß, unter welchen Bedingungen und wie sich die Expertenautorität von internationalen Verwaltungsstäben auf Entscheidungen in Staaten niederschlägt, freiwillig den Politikempfehlungen von internationalen Verwaltungsstäben zu folgen, indem sie Politiken verabschieden, Verwaltungsstrukturen etablieren oder Institutionen gründen. Wenn solche Entscheidungen getroffen werden, lassen sie sich am besten als erfolgreiche und freiwillige Politiktransfers fassen. Politiktransfer wird dabei verstanden als ein Prozess, in dem Wissen über Politiken, Verwaltungsstrukturen oder Institutionen in einer Organisation von einer anderen Organisation dabei genutzt wird, eigene Politiken, Verwaltungsstrukturen oder Institutionen zu entwickeln.

 

Unser Forschungsdesign ist vergleichend und x-zentriert. Wir kombinieren quantitative und qualitative Methoden in der vergleichenden Analyse der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) und der Weltbank, etwa statistische Analysen, fallübergreifende Vergleiche und Prozessanalysen. Aus der ersten Phase übernehmen wir Konzepte und nutzen auch einen Großteil der gewonnenen Daten und Ergebnisse. Im ersten von drei aufeinander aufbauenden Analyseschritten wird gemessen, inwieweit sich zwischenstaatliche Unterschiede in der Zuschreibung von Expertenautorität zu internationalen Verwaltungsstäben auf den Zugang zu nationalen Entscheidungsträgern auswirken. Ein solcher Zugang kann ein erster Schritt im kausalen Prozess eines erfolgreichen Politiktransfers sein. Im zweiten Analyseschritt untersuchen wir das Ausmaß und die Bedingungen, unter denen Expertenautorität von internationalen Verwaltungsstäben zu erfolgreichen Politiktransfers führt. Im dritten Analyseschritt nutzen wir Fallstudien in vier Staaten, um die Kausalmechanismen zu erforschen, die einem erfolgreichen Politiktransfers durch internationalen Verwaltungsstäben zugrunde liegen.

Publikationen

  • Per-Olof Busch und Andrea Liese (2017), The Authority of International Public Administrations, in: Michael W. Bauer, Christoph Knill and Steffen Eckhard (Hrsg.), International Bureaucracy. Challenges and Lessons for Public Administration Research, Basingstoke: Palgrave Macmillan, 97-122. 
    Mehr Informationen bei Palgrave Macmillan
Andrea Liese

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