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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Mit der Brown University gibt es keine Hochschulpartnerschaft der Universität Potsdam, daher habe ich meinen Aufenthalt dort selbst organisiert. Dafür gibt es auf der Webseite von Brown ausführliche Informationen zu „Visiting Research Fellows“. Unter diesem Status konnte ich an der Brown University Forschung für meine Masterarbeit machen, hatte jedoch nicht die Möglichkeit, Kurse zu besuchen. Zur Vorbereitung war es nötig, eine gewisse Menge an Rücklagen nachzuweisen, eine vorgegebene Krankenversicherung für die Zeit zu buchen, sowie ein Visum (J-1) zu beantragen. Alle Unterlagen zusammenzusuchen hat etwas Zeit gedauert, der Prozess war jedoch recht eindeutig und die Organisation auf der Seite der Brown University sehr zügig. Das wichtigste Dokument, ein DS-2019, wird von der Universität ausgestellt, welches benötigt wird, um das Visum zu beantragen.


Studienfach: IT-Systems Engineering

Aufenthaltsdauer: 09/2023 - 12/2023

Gastuniversität: Brown University

Gastland: USA

Als besondere Unterlage für das Promos-Stipendium habe ich noch den von der Universität Potsdam angebotenen Nachweis von Sprachfähigkeiten gemacht. Vor dem Aufenthalt hatte ich die Gelegenheit einen meiner betreuenden Professoren persönlich kennenzulernen, da dieser für einen Vortrag an der Universität Potsdam eingeladen wurde. Nachdem ich mit meinem Masterarbeitsbetreuer dann eine genauere Planung von möglichen Inhalten für den Aufenthalt erarbeitet hatte, haben wir anschließend circa vier Monate vor dem Aufenthalt per Mail angefragt, ob er und ein weiterer Professor den Auslandsaufenthalt betreuen möchten. Einer ist Professor um Human-Computer Interaktion-Bereich am Department für Computer Science, der zweite ist Biostatistician am Department für Public Health. Diese Kombination aus Medizin und Computer Science hat für meine Forschung perfekt gepasst. Einen Monat vor dem Aufenthalt haben wir uns mit allen in einem Zoom-Call getroffen, um weitere Details zu besprechen.

Studium an der Gastuniversität

Die Studierendenschaft der Brown University teilt sich grob in zwei Bereiche auf: Undergraduates und Graduates. Zu den Graduates zählen sowohl Masterabsolventen als auch PhDs. Da man jedoch in den USA nach dem Undergraduate direkt mit einem PhD anfangen kann, waren die Kollegen in meinem Office meistens schon PhDs, die jedoch in den ersten zwei Jahren noch Pflichtkurse belegen (ähnlich, wie erst einen Master zu machen). Das Studienklima war sehr kollaborativ, was mir sehr gut gefallen hat. Jeder PhD-Student hatte einen festen Sitzplatz im Office, wie ich auch. Häufig waren mindestens zwei PhDs neben mir anwesend. Es wurde häufig lange gearbeitet, jedoch häufig durchsetzt von Social Events, wie gemeinsamem Kaffeetrinken. Jeden Donnerstag gibt es vom Human-Computer Interaction Lab ein sogenanntes Lab-Meeting, bei dem jeweils zwei Präsentationen von Teilnehmern im Lab gehalten wurden, mit anschließender Diskussion. Hier habe ich mein Forschungsprojekt für den Aufenthalt vorstellen können.

Kontakt zu einheimischen und internationalen Studierenden

Besonders die Kontakte zu anderen Studierenden haben mich begeistert. Diese empfand ich als sehr divers und inklusiv. Es war nicht schwer Anschluss zu finden. Eine weitere Möglichkeit, Leute abseits der Arbeit kennenzulernen, war das Ballroom Dancing Team. Ich tanze schon viele Jahre Standard-Latein beim Hochschulsport und konnte dort an den Trainings teilnehmen. Hier konnte ich viele weitere Kontakte knüpfen und habe sogar an einem Wettbewerb in Boston teilgenommen.

Sprachkompetenz vor und nach dem Auslandsaufenthalt

Da man im Informatikstudium häufig auf Englisch arbeitet, hatte ich auch vor dem Aufenthalt keine großen Probleme, mich im Alltag zu verständigen. Jedoch kannte ich viele Alltagsphrasen wie „being on the fence“ nicht, die jetzt ganz natürlich in meinen Sprachgebrauch übergegangen sind und ich benötige deutlich weniger Anstrengung, um ein entspanntes Gespräch auf Englisch zu führen.

Wohn- und Lebenssituation

Brown bietet für Visiting Research Fellows gesonderte Wohnungen an, die über die Universität im Voraus gebucht werden können, was für normale Mieten in den USA unüblich ist. Diese hatten auch den Vorteil, dass sie „All-Inclusive“ sind und somit Möblierung, Handtücher und Internet schon in der Miete mit einbegriffen sind. Ich habe mich für einen Raum in einem Haus mit geteilter Küche und Bad und 10 Räumen insgesamt entschieden. Durch die besondere Stellung der Unterkunft hatte ich den Vorteil, direkt im Haus andere Visiting Research Fellows kennenlernen zu können. Das war sehr hilfreich, da diese in einer ähnlichen Situation waren und dadurch im Haus eine kleine Gemeinschaft entstanden ist. In Providence gibt es eine sehr gute Anbindung an Boston per Zug und in der Stadt kann man viele Wege zu Fuß zurücklegen. Nachts gibt es für Studenten mit dem „Brown Shuttle“ die Möglichkeit, ähnlich wie bei Uber kostenlos ein Taxi zu rufen, welches einen nach Hause bringt. Die Lebenshaltungskosten sind allgemein hoch. Für meinen Raum habe ich 1250$ monatliche Miete gezahlt und Essen gehen in der Mittagspause hat rund 15$ pro Mahlzeit gekostet. Die meisten Graduates gehen nicht zu den Essangeboten der Universität, sondern zu kommerziellen Läden nahe der Universität. Auch einkaufen ist recht teuer, jedoch kann man erheblich sparen, wenn man nicht die gewohnten europäischen Produkte kauft. Mozzarella ist zum Beispiel sehr teuer, Avocados dagegen günstig (und sehr lecker). Ich habe für meinen Aufenthalt kein festes Auto gemietet oder gekauft, da man in Providence sehr gut zu Fuß unterwegs sein kann. Falls man ein Auto benötigt, kann man über Uber oder Lyft sehr preisgünstig Taxi fahren.

Studienfach: IT-Systems Engineering

Aufenthaltsdauer: 09/2023 - 12/2023

Gastuniversität: Brown University

Gastland: USA


Rückblick

Nachfolgenden Studenten möchte ich insbesondere zwei Tipps geben. Erstens: Während des Aufenthalts nicht darauf warten, neue Kontakte zu knüpfen, sondern selbst aktiv werden und sich zum Beispiel in die E-Mail-Verteiler des Instituts eintragen lassen, und andere Leute aktiv ansprechen. Ein besonders positives Beispiel für mich waren die Ballroom Dance Classes, die mir ermöglicht haben, viele Leute außerhalb des Computer Science Departments kennenzulernen. Zweitens: Versuchen, eine WG mit Leuten zu finden, die in einer ähnlichen Situation sind. Das hat mir den Aufenthalt deutlich erleichtert, da viele Fragen in den ersten Tagen und Wochen von ihnen beantwortet wurden, oder man gemeinsam nach einer Lösung suchen konnte.

USA

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