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Vorbereitung des Auslandsaufenthaltes

Mir war schon vor Beginn des Studiums klar, dass ich ein Auslandssemester absolvieren möchte und somit habe ich mich ab dem 3. Semester über die Internetseite des International Office über Fristen und Informationsveranstaltungen informiert. Als es dann soweit war, habe ich meine Bewerbung abgesendet mit dem Wunsch, mein Auslandsaufenthalt im 5. Semester im Vereinigten Königreich abzuschließen, denn ich wollte schon immer mal das Unileben in Großbritannien miterleben. Für Psychologie kam nur die University of Southampton in Frage, was für mich in Ordnung war. Wenige Zeit später bekam ich dann eine Rückmeldung von der Uni Potsdam und konnte mich somit in Southampton bewerben. Nachdem ich alle Unterlagen an die Uni in Southampton gesendet hatte, bekam ich nach einigen Wochen ein Angebot für ein Auslandssemester dort. Der Prozess war sehr unkompliziert, weil einem immer klar mitgeteilt wurde, welche Unterlagen benötigt waren.


Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2022 - 01/2023

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien

Studium an der Gastuniversität

Die University of Southampton ist ziemlich anderes im Vergleich zur Universität Potsdam. Eines der Dinge ist, dass der Campus  um einiges größer und viel „belebter“ ist. So gibt es  z.B. eine Uni-Bar, mehrere Cafés, einen Uni-Shop, eine Schwimmhalle, ein Fitnessstudio und vieles mehr. Außerdem gibt es in der Uni sehr viele Clubs und Societies, denen man beitreten kann. Einige Beispiele sind der Cheerleading-Club, der Tennis-Club, die Baking-Society und die German-Society, in denen man sich wöchentlich trifft. Es wurden ebenfalls vielfältige Events organisiert wie  Karaoke-Abende, Partys und Weihnachtsfeiern. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass in Southampton viel Wert darauf gelegt wird, dass Studenten unter Menschen kommen und aufregende Erlebnisse sammeln. Nicht nur das Studium an sich steht im Mittelpunkt, sondern auch alle Erfahrungen, die außerhalb des Vorlesungssaals geschehen. Ich habe die Kurse „Social Psychology“, „Childhood Maltreatment and Mental Health“ und „Psychology of Attractivenes“ belegt. Anders als bei uns an der Universität gab es nicht nur eine Klausur am Ende des Semesters, welche über die Note entscheidet. Ich musste über das  gesamte Semester kleine Abgaben absolvieren (z.B. Journal-Artikel schreiben, eine kurze Präsentation halten usw.). Somit entscheidet nicht nur die eine Klausur-Note am Ende des Semesters darüber, ob man bestanden hat oder nicht, denn die kleinen Abgaben fließen ebenso mit in die Note. Mir gefällt das System sehr gut, da ich lieber mehrere „kleine“ Leistungen erbringe, als dann nur eine „große“ Klausur am Ende, bei der dann hoher Druck besteht. Jedoch ist es wichtig anzumerken, dass die Benotung im Vereinigten Königreich um einiges strenger ist. Es ist sehr normal, „nur“ 60% zu bekommen, obwohl man gute Arbeit geleistet hat. Die Betreuung in Southampton habe ich als positiv wahrgenommen. Man bekam regelmäßig E-Mails über Neuigkeiten und Hilfsangebote. Die Dozenten waren sehr freundlich und haben immer wieder betont, dass wir auf sie zukommen können, falls wir Fragen haben. Auf Emails wurde auch immer zeitnah geantwortet. Auch die „Student Union“ hat sich regelmäßig via E-Mail bei uns Studierenden erkundigt, ob es Dinge gibt, die wir uns wünschen oder die sie verbessern könnten. In der Prüfungszeit habe ich einen Großteil meiner Zeit in der Hartley Bibliothek verbracht, welche 24/7 geöffnet hat. Positiv war, dass man eigentlich immer einen Platz finden konnte, selbst wenn es mitten in der Prüfungsphase war.       

Kontakte zu einheimischen und internationalen Studierenden

Ich habe größtenteils nur Kontakt zu anderen Erasmus-Studierenden gehabt, da wir im Voraus eine WhatsApp-Gruppe gegründet hatten, um alle Einführungsveranstaltungen und -aktivitäten zusammen besuchen zu können. Ich denke, der Kontakt zu anderen „Visiting students“ ist viel einfacher, da man sich in der gleichen Situation befindet. Die Einheimischen haben normalerweise  ihren festen Freundeskreis und somit besteht wahrscheinlich kein Interesse neue Kontakte zu knüpfen, zumal es auch eine Freundschaft von kurzer Dauer wäre. Trotzdem habe ich ein paar Briten kennenlernen können, mit denen ich heute noch in Kontakt bin. Sie waren sehr interessiert daran, wie das Studium in Deutschland abläuft.

Wohn- und Lebenssituation

Im Juni habe angefangen, eine Unterkunft zu suchen und kann nur empfehlen, so früh wie möglich damit zu beginnen. Ich habe mir über ein Immobilienportal eine private Unterkunft gesucht und hatte tatsächlich viel Glück, eine Wohnung zu finden, welche für solch einen kurzen Zeitraum zu vermieten war. Andere Erasmus-Studierende haben in den Studentenwohnheimen gewohnt, bei denen sie sich die Küche und das Bad mit bis zu 7 weiteren „Flatmates“ teilten. Für mich war das keine Option, da ich in der Vergangenheit keine gute Erfahrungen mit Wohngemeinschaften gemacht habe. Jedoch muss ich anmerken, dass die Wohnheime um einiges günstiger und unkomplizierter sind, als privat eine Wohnung zu mieten. Für den Zeitraum des Auslandaufenthalts habe ich eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Die habe ich jedoch nicht benötigt, obwohl ich einige Male zum Universitätsarzt musste. Tendenziell würde ich es aber jedem empfehlen, eine Versicherung abzuschließen, damit man auf der sicheren Seite ist. Das Leben in Southampton ist wie erwartet auf jeden Fall teurer als in z.B. Berlin. Jedoch gibt es vor Ort auch Lebensmittelgeschäfte wie Aldi und Lidl, falls man ein bisschen auf das Geld achten möchte. Ich empfehle, im Voraus zu schauen, wie man bezahlen möchte. Ich habe das leider nicht gemacht und habe somit jedes mal 2% Gebühr an meine Bank in Deutschland zahlen müssen. Bar bezahlt habe ich sehr selten, da es in England nicht mehr so üblich ist. Der Uni-Shop auf dem Campus z.B. akzeptiert nur Kartenzahlung. Restaurants und Pubs gibt es sehr viele und diese sind Abends auch immer sehr voll. Pubs bieten auch regelmäßig Bingo, Pub-Quizzes und ähnliches an. Unter den Studierenden ist es neben solchen Aktivitäten sehr beliebt, viel zu trinken und in Clubs feiern zu gehen. Die Busanbindungen sind sehr gut, man kommt überall relativ schnell hin. Wenn man in einem Studentenwohnheim wohnt, bekommt man von der Uni das Busticket gestellt. Ich habe mir es extra kaufen müssen, was im Nachhinein nicht nötig gewesen wäre, weil man meistens alles zu Fuß ablaufen kann, zumal das Wetter auch gar nicht so schlecht war. Im Vergleich zu Potsdam war es immer etwas wärmer. Mit dem Zug kommt man innerhalb von 1,5 Stunden nach London, was sehr praktisch ist. Ich bin mindestens einmal im Monat hingefahren, da Southampton doch kleiner und ruhiger ist als London.

Studienfach: Psychologie

Aufenthaltsdauer: 09/2022 - 01/2023

Gastuniversität: University of Southampton

Gastland: Großbritannien


Rückblick

Rückblickend schaue ich auf eine sehr schöne Zeit in Southampton zurück. Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, wäre ich liebend gerne ein Semester länger geblieben. Ich kann es nur weiterempfehlen, falls man mal das Unileben in Großbritannien miterleben möchte. Mir hat es so sehr gefallen, dass ich mir sogar vorstellen kann, meinen Master in diesem Land zu absolvieren. Eine Sache würde ich rückblickend jedoch anders machen: Ich würde mich schon gleich zu Beginn des Studiums informieren, welche Kurse ich mir anrechnen lassen kann. Ich konnte mir leider nichts anrechnen lassen, da ich Module wie „Sozialpsychologie“ und „Entwicklungspsychologie“ schon in meinen ersten beiden Semestern belegt habe. Aber das habe ich in Kauf genommen, weil ich denke, dass solch eine Auslandserfahrung einmalig ist.

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