In der Photochemie geht es um chemische Reaktionen unter Einwirkung von Licht. Johannes Gurke und sein Team verwenden solche Reaktionen für das Herstellen leitfähiger Polymere, um später mit Licht ein elektrisch leitfähiges Material aus zähflüssigem Harz in einem 3D-Druck erzeugen zu können. Die Bioelektronik nutzt solche Materialien, um elektrische Signale etwa von Nerven oder vom Herzen zu messen. Ziel der Potsdamer Arbeitsgruppe ist es, komplexe und anwendungsspezifische Strukturen über 3D-Druck herzustellen. Langfristig lasse sich so die nächste Generation biomedizinischer Produkte mit Licht bauen, ist Johannes Gurke überzeugt. Diese Geräte sollen es in der Neurowissenschaft und in der Neurochirurgie ermöglichen, Gehirnaktivitäten mit höchster Präzision zu messen und folglich besser zu verstehen. In der Arzneimittelentwicklung könnte die Innovation dazu beitragen, Tierversuche zu vermeiden. Für das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt, welches das Potenzial hat, die Fertigung medizintechnischer Geräte signifikant zu vereinfachen und individuelle Lösungen für Patienten zu finden, konnten bereits Partner in der Wirtschaft gefunden werden. „Johannes Gurke hat gezeigt, wie Transfer gelebt wird – mit Mut, Weitsicht und Begeisterung. Er ist aktiv auf die Partner zugegangen und hat aus der Grundlagenforschung heraus auch die reale Anwendung gesehen“, sagt Wolfgang Hadlich, Geschäftsführer der UP Transfer GmbH, die den Preis gemeinsam mit Potsdam Transfer, der zentralen Einrichtung für Gründung, Innovation, Wissens- und Technologietransfer an der Universität Potsdam, verleiht.
Den Guido-Reger-Gründungspreis, mit dem seit über einem Jahrzehnt herausragende Start-ups der Universität Potsdam ausgezeichnet werden, erhielt das Team von „Sectorlens“. Das von Dr. Benedict Bender, Tim Köppen und Dr. Marcel Panzer gegründete Start-up kombiniert das Beste aus KI-Forschung mit strategischer Unternehmensberatung. Das multidisziplinäre Team aus Forschern, Ingenieuren und Visionären will Daten intelligent nutzbar machen. Ihr Ziel ist es, Unternehmen automatisiert zu analysieren und deren Prozesse mit ihrer KI-Engine zu verstehen, um genaue Digitalisierungs-Road-Maps vorschlagen zu können. „Für ihre forschungsbasierte Innovation, den gesellschaftlichen Impact und ihre technologische Exzellenz haben sie bereits den Brandenburger Innovationspreis und ein Exist-Gründungsstipendium erhalten“, sagt Johannes Zier, Leiter des Startup-Service von Potsdam Transfer.
Foto: V.l.n.r.: Der Präsident der Universität Potsdam, Prof. Oliver Günther, Ph.D., Transferpreisträger Dr. Johannes Gurke, Johannes Zier vom Startup Service der Universität, Guido-Reger-Gründungspreisträger Dr. Benedict Bender, der Geschäftsführer von Potsdam Transfer Sascha Thormann und der Geschäftsführer der UP Transfer GmbH Wolfgang Hadlich. Foto: Kevin Ryl
Kontakt: Sascha Thormann, Geschäftsführer von Potsdam Transfer
E-Mail:sascha.thormannuuni-potsdampde
Telefon: 0331 977-3867
Internet: https://www.uni-potsdam.de/de/potsdam-transfer/
Medieninformation 22-01-2026 / Nr. 010
