Prof. Dr. Ulrich Buller verstorben

Prof. Dr. Ulrich Buller, Fraunhofer IAP | Foto: Michael Kompe
Source: Michael Kompe
Prof. Dr. Ulrich Buller, Fraunhofer IAP

Die Universität Potsdam nimmt Abschied von Prof. Dr. Ulrich Buller. Der promovierte Chemiker wirkte über 30 Jahre an der erfolgreichen Vernetzung von Wissenschaft, Industrie, Hochschulen und Politik mit. Seit 1984 war Ulrich Buller in der Fraunhofer-Gesellschaft tätig: Zunächst arbeitete er in der Zentrale, ehe er in Brüssel ein Kontaktbüro zur Europäischen Union aufbaute und im Juni 2006 Mitglied des Vorstands von Fraunhofer wurde. 1997 ging Buller nach Golm, um zwei Jahre später die Leitung des dortigen Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP zu übernehmen. Zuletzt führte er von 2014 bis 2015 den Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse IZI-BB des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie in Golm. 2007 erhielt er eine Honorarprofessur für Technische Chemie an der Universität Potsdam. Buller verstarb Anfang November 2020 im Alter von 74 Jahren.

Der Präsident der Universität Potsdam, Prof. Oliver Günther, Ph. D., hat mit großer Traurigkeit auf die überraschende Nachricht vom Tod Ulrich Bullers reagiert: „Ich erinnere mich noch sehr gut an unsere letzte persönliche Begegnung Anfang Juli 2020, bei der er noch voller Zuversicht und Lebenskraft war. Ich habe ihn stets außerordentlich geschätzt, als treuen Freund unserer Universität, als Ideengeber, als persönlichen Berater mit Mut zum offenen Wort. Wir werden ihn sehr vermissen“, so Prof. Günther.

Der Chemiker Ulrich Buller wurde für sein kreatives Forschungsmanagement sehr geschätzt. Seine wissenschaftlichen und wissenschaftspolitischen Verdienste um den Aufbau des Potsdam Science Parks in Golm wirken bis heute nach.

Prof. Dr. Alexander Böker, Leiter des Fraunhofer IAP, sagt: „Es gibt zahlreiche Menschen und Institutionen, die Professor Buller viel zu verdanken haben. Er war Wegbereiter für zukunftsweisende Projekte und hat mit Geschick Brücken zwischen den Menschen geschlagen. Wir werden ihn am Fraunhofer IAP nicht nur als einen sehr geachteten Institutsleiter, sondern auch als eine bemerkenswerte Persönlichkeit in Erinnerung behalten, die seinem Gegenüber immer auf Augenhöhe begegnete und sich für die Person hinter der Forschung interessierte.“
Bullers langjähriger Kollege Prof. Dr. Hans-Gerd Löhmannsröben erinnert sich an zahlreiche Gespräche: „Die begannen meist mit den Worten: ‚Wie geht’s und was ist los?‘ Nicht nur war sein fachliches und wissenschaftlich-politisches Interesse groß, sondern ebenso die Geschehnisse in Golm – vom Ortsbeirat bis zur Kirchengemeinde: alles sein Revier. Für mich war er Kollege, Nachbar und Freund. Er wird fehlen“, sagt Löhmannsröben.

Nach der Wiedervereinigung hat sich Ulrich Buller vor allem für die neuen Institute in Ostdeutschland eingesetzt. Trotz seiner langjährigen Managementfunktionen verlor er nie den Kontakt zu seinem Fach Chemie. Seine Vorlesungen zum Thema „Von der Grundlagenforschung bis zur Marktreife“ waren bei den Studierenden in Potsdam stark nachgefragt und galten als Bereicherung für das Lehrangebot der größten Hochschule in Brandenburg. Auch nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand blieb er aktiv. So beriet er u.a. die brandenburgische Landesregierung in hochschulpolitischen Fragen. Nicht zuletzt gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des „Senior Fellows Network“ von der Universitätsgesellschaft und der „Innovationen Hochschule Potsdam“. „Ulrich Buller war mit seiner vielfältigen Forschungs- und Transfer-Erfahrung immer ideenreich und konstruktiv“, würdigt ihn Prof. Dr. Dieter Wagner, Vorstandsvorsitzender der Universitätsgesellschaft.