Weder altmodisch noch überholt – Starke Botanik an der Universität

Thilo Heinken mit Studierenden bei einer botanischen Exkursion in den Alpen. | Foto: Janice Pahl
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Thilo Heinken mit Studierenden bei einer botanischen Exkursion in den Alpen.

Ständig werden neue Pflanzenarten entdeckt, weltweit jedes Jahr etwa 2.000. Dazu braucht es profunde Kenntnisse über Struktur und Form der Organismen. Fachleute, die über gute Artenkenntnisse verfügen, sind seltener geworden – Arbeitsmarktanalysen belegen eindeutig, dass Botaniker bereits Mangelware sind. Angesichts von Biodiversität und Artenverlust engagieren sich PD Dr. Ewald Weber, Dr. Michael Burkart und PD Dr. Thilo Heinken gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen für eine starke Botanik und deren Zukunft an der Universität Potsdam.

Die Botanik erforscht einen Teil der Natur, sie ist die Lehre und Wissenschaft von den Pflanzen. „Botanik klingt vielleicht altmodisch und überholt, sie ist aber nach wie vor von großer Bedeutung sowohl für die Forschung als auch die Wissensvermittlung. Wegen der Aufspaltung in etliche neue Wissenschaftsdisziplinen sollte besser der Begriff Pflanzenwissenschaften verwendet werden“, sagt Ewald Weber.

Die Universität Potsdam unternimmt große Anstrengungen, um ein attraktiver Studienort zu sein. „Die gut aufgestellte Botanik ist ein Argument dafür, nach Potsdam zu kommen“, sagt der Kustos des Botanischen Gartens, Michael Burkart. Hinzu kommt, dass Absolventinnen und Absolventen dieses Wissenschaftsgebietes auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen haben. „Sie können zum Beispiel in der Wissenschaft Karriere machen, in Behörden, Planungsbüros, Naturschutzverwaltungen oder Nichtregierungsorganisationen tätig sein“, so Thilo Heinken. An der Universität Potsdam bieten alle Beteiligten eine qualitätsvolle Ausbildung für die Studierenden auf dem Gebiet der Botanik an. Auch die Weiterbildung nimmt einen nicht zu unterschätzenden Raum ein. Nicht nur im Masterstudiengang Ecology, Evolution, and Conservation hat die botanische Ausbildung einen wichtigen Platz. Der Botanische Garten ist ein zentraler Ort und schlägt Brücken zwischen Forschung, Naturschutz und Bildung der breiten Öffentlichkeit. Die Beschäftigung mit der Systematik der höheren Pflanzen, Praktika in Bestimmungsübungen und botanisch-ökologische Geländepraktika im Raum Potsdam, in den Alpen oder im Mittelmeerraum sind Bestandteil des Studiums. Die Studierenden üben dabei das Erfassen und Kartieren aller Vorkommen von Pflanzenarten in einem bestimmten Gebiet.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Lehramtes an der Universität Potsdam spielt die Allgemeine Botanik eine wichtige Rolle. Auch Übungen im Gelände, wie die Pflanzenbestimmung oder der Umgang mit dem Bestimmungsbuch, sind Teil des Curriculums. Die zukünftigen Pädagogen legen damit die Grundlagen für ihre spätere Lehrtätigkeit in der Schule. Sie erwerben Fähigkeiten, um die Schülerinnen und Schüler an die Natur und Pflanzen heranzuführen. Auch die Ökologische Station Gülpe ist dabei ein wertvoller Studienort. Forschung und Lehre sind in der Region gut vernetzt.

 

Dieser Text erschien im Universitätsmagazin Portal - Eins 2020 „Bioökonomie“.