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Nachruf auf Prof. Dr. Beate Jessel

Foto: WSL / Bruno Augsburger

Mit großer Trauer hat das Institut für Umweltwissenschaften und Geographie vom Tod der ehemaligen Kollegin Prof. Dr. Beate Jessel erfahren, die am 13. April 2026 im Alter von 63 Jahren verstorben ist.

Nach ihrem Studium der Landespflege an der Technischen Universität München (TUM) arbeitete Beate Jessel zunächst in einem Planungsbüro bei Freising, bevor sie von 1992 bis 1999 als Referatsleiterin an der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen/Salzach tätig war. 
1998 promovierte sie bei Wolfgang Haber an der TUM zum Dr. agr. mit dem Thema "Landschaften als Gegenstand von Planung. Betrachtungen über die Theorie ökologisch orientierten Planens". Im darauffolgenden Jahr 1999 wurde sie zur Professorin für Landschaftsplanung an das damalige Institut für Geoökologie der Universität Potsdam berufen. In dieser Funktion etablierte sie mit großer fachlicher Kompetenz und hohem Engagement das Lehr- und Forschungsgebiet Landschaftsplanung, das Potsdam bis heute von anderen Studienstandorten der Geoökologie unterscheidet. Unter der Leitung von Prof. Jessel konnte sich die Arbeitsgruppe durch verschiedene Forschungsprojekte schnell vergrößern, aktuelle Forschungsfragen in die Lehre integrieren und den Studierenden so unmittelbar die Weiterentwicklung der Naturschutzinstrumente, insbesondere der Landschaftsplanung und Eingriffsregelung nahebringen. 2002 veröffentlichte Beate Jessel zusammen mit Kai Tobias das Lehrbuch "Ökologisch orientierte Planung: Eine Einführung in Theorien, Daten und Methoden."

Im Jahr 2006 wechselte Beate Jessel zur Technischen Universität München auf die Allianz-Stiftungsprofessur "Strategie und Management der Landschaftsentwicklung", ehe sie 2007 zur Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) berufen wurde, das sie bis 2021 leitete. Darüber hinaus war sie u.a. seit 2014 Mitglied des Hochschulrates der Hochschule Geisenheim. 
Nach ihrer Amtszeit im BfN wurde sie zur Direktorin der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) gewählt, zugleich war sie Inhaberin einer Doppelprofessur für Landschaftsentwicklung an der ETH Zürich und der EPFL Lausanne, der sie sich nach Niederlegung des WSL-Direktorats ab 2023 ausschließlich widmete. Unermüdlich hat sich Beate Jessel bis zuletzt im nationalen und internationalen Austausch für die Weiterentwicklung der Landschaftsforschung und -entwicklung eingesetzt.

Das Institut für Umweltwissenschaften und Geographie trauert um Prof. Dr. Beate Jessel, deren Engagement und wissenschaftliches Werk in Erinnerung bleiben wird.

Foto: WSL / Bruno Augsburger