uni-potsdam.de

Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können die Funktionen dieser Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

Spitzenforschung nachhaltig gestärkt – Universität Potsdam mit drei neuen DFG-Graduiertenkollegs bundesweit vorn

Zwei der drei neu bewilligten Graduiertenkollegs werden im Institut für Erd- und Umweltwissenschaften eingerichtet. Während sich "NatRiskChange" mit Naturgefahren beschäftigt, werden im Rahmen von „StRATEGy“ gemeinsam mit deutschen und argentinischen Partnern die Bildungsprozesse von Lagerstätten in Argentinien erforscht. Hier Flussterrassen in den Anden Nordwestargentiniens. Foto: Taylor Schildgen, Ph.D.

 An der Universität Potsdam werden drei neue, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkollegs eingerichtet. Davon sind zwei in den Erd- und Umweltwissenschaften und eines in der Biologie angesiedelt. Bei den erd- und umweltwissenschaftlichen Graduiertenschulen widmet sich „NatRiskChange“ der Erforschung von Naturrisiken angesichts der sich wandelnden Bedingungen in Umwelt und Gesellschaft, während im Rahmen von „StRATEGy“ gemeinsam mit deutschen und argentinischen Partnern die Bildungsprozesse von Lagerstätten in Argentinien erforscht werden. Das Forschungskolleg „BioMove“ wird bislang getrennt verfolgte Forschungsansätze aus der Biodiversitätsforschung und der Bewegungsökologie miteinander verknüpfen. „Die Entscheidung der DFG zeigt, dass unsere Strategie zur Förderung der universitären Spitzenforschung Früchte trägt. Keiner anderen deutschen Hochschule ist es in dieser Förderrunde gelungen, auf einen Schlag gleich drei Graduiertenkollegs einzuwerben. Dies ist ein klares Indiz für die Forschungsstärke unserer Universität und würdigt unsere Bemühungen um eine qualitativ wie quantitativ hochwertige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, sagt Prof. Oliver Günther, Ph.D., Präsident der Universität Potsdam.

Mit den sich wandelnden Bedingungen in Umwelt und Gesellschaft ändern sich auch Stärke, Häufigkeit und Wirkungen verschiedener Naturgefahren. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf das Risiko und dessen Management in den betroffenen Weltregionen. Beispiele sind die schleichende Erderwärmung, Änderungen in der Reaktion von Landschaften oder Flüssen auf hydrologische Ereignisse oder ein möglicher Wandel in der Häufigkeit und Intensität von Hangrutschungen oder auch Erdbeben. Das Graduiertenkolleg Natural Hazards and Risks in a Changing World, kurz „NatRiskChange“, zielt auf die Entwicklung von Methoden zur besseren Analyse des Auftretens und des zugehörigen Risikos von Naturgefahren, basierend auf den sich ändernden natürlichen oder technologischen Randbedingungen. Schlüsselziele sind Entwicklung, Test und prototypische Anwendungen zur Identifikation, Quantifizierung und Simulation von transienten Risiken. Dabei werden die „NatRiskChange“-Partner – Universität Potsdam, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Deutsches GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) und Freie Universität Berlin – von einem lebhaften Austausch mit den Universitäten FU Amsterdam und TU Wien sowie mit privaten und öffentlichen Partnern aus dem Bereich der Risikobewertung profitieren.
„Wir freuen uns außerordentlich über diese Entscheidung der DFG zur Förderung der Erforschung von Naturgefahren in einer sich ändernden Welt“, sagt Prof. Dr. Axel Bronstert, designierter Sprecher von „NatRiskChange“. „Wir hoffen, dass wir mit unseren wissenschaftlichen Arbeiten mittel- und langfristig zu einer Minderung der oft sehr dramatischen Folgen von Naturgefahren beitragen können.“

Das zweite, mit argentinischen Hochschulpartnern und dem Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam (GFZ) initiierte internationale Graduiertenkolleg heißt SuRfAce processes, Tectonics and Georesources: The Andean foreland basin of Argentina, kurz „StRATEGy“. Ziel des Kollegs ist die gemeinsame, interdisziplinäre Ausbildung von Promovenden in den Geowissenschaften – speziell in den Fachgebieten Strukturgeologie, Sedimentologie, Mineralogie/Petrologie und Lagerstättenkunde. Dabei sollen tektonische, klimatische und sedimentologische Prozesse untersucht werden, welche die Bildung von metallischen Rohstoffen und Kohlenwasserstoffen im andinen Vorland Nordwest-Argentiniens auf unterschiedlichen Zeitskalen beeinflussen. Im Rahmen des Graduiertenkollegs werden zwei gleich große Gruppen an Promovenden in Potsdam und Argentinien ausgebildet, wobei Argentinien ebenfalls Fördergelder bereitstellt. Alle Doktoranden belegen nicht nur gemeinsame Kurse und Geländeexkursionen, sondern verbringen auch einen Großteil ihrer Ausbildung im jeweils anderen Land.
„Mit dem neuen deutsch-argentinischen Graduiertenkolleg werden die zwischen der Universität Potsdam und unseren argentinischen Partnern in Buenos Aires, Salta und Tucuman bestehenden langjährigen, exzellenten Beziehungen auf eine neue Qualtätsstufe gehoben“, sagt Prof. Manfred Stecker, Ph.D., der „StRATEGy“ als Sprecher vorstehen wird. „Mit dem Beitritt zum Deutsch-Argentinischen Hochschulzentrum (DAHZ) vor zwei Jahren hatte für uns bereits eine neue Epoche der Zusammenarbeit begonnen. Nun werden wir diese Epoche mit hervorragender Forschung und der gemeinsamen Doktorandenausbildung tatsächlich neu gestalten.“

Integrating Biodiversity Research with Movement Ecology in dynamic agricultural landscapes, kurz „BioMove“, ist ein gemeinsam von der Universität Potsdam, der Freien Universität Berlin, dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) sowie dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. Müncheberg initiiertes Graduiertenkolleg. Es verknüpft bislang getrennt verfolgte Forschungsansätze aus der Biodiversitätsforschung und der Bewegungsökologie miteinander. Damit werden zum einen die Vorhersagemöglichkeiten in der Biodiversitätsforschung durch ein mechanistisches Verständnis von individuellen Bewegungsmustern verbessert. Zum anderen wird das Potenzial der Bewegungsökologie erhöht, vom räumlichen Verhalten von Organismen auf Konsequenzen für höhere Organisationsstufen zu schließen. Alle Projekte werden in einer gemeinsamen Forschungsregion durchgeführt (Forschungsplattform AgroScapeLab-Quillow), einer bereits gut untersuchten Agrarlandschaft im Nordosten Brandenburgs.
„Neben dem wissenschaftlichen Erfolg freue ich mich besonders, dass wir mit dem Graduiertenkolleg ‚BioMove‘ auch ein neues interdisziplinäres Qualifizierungsprogramm für Promovierende in der Ökologie umsetzen können, das die beteiligten Forschungsinstitutionen und Arbeitsgruppen in der Region noch enger zusammenrücken lässt“, so Prof. Dr. Florian Jeltsch, zukünftiger Sprecher des Graduiertenkollegs BioMove.

Mit drei bewilligten DFG-Graduiertenkollegs ist die Universität Potsdam in dieser Förderrunde die erfolgreichste Hochschule in Deutschland und das Institut für Erd- und Umweltwissenschaften – mit zwei Graduiertenschulen – das erfolgreichste seines Fachgebiets. Zusätzlich ist die Universität Potsdam an zwei weiteren bewilligten Graduiertenkollegs beteiligt.

Kontakte:
Natural Hazards and Risks in a Changing World („NatRiskChange“)
Prof. Dr. Axel Bronstert, Institut für Erd- und Umweltwissenschaften
Telefon:0331 977-2548
E-Mail: axelbronuni-potsdamde

SuRfAce processes, Tectonics and Georesources: The Andean foreland basin of Argentina („StRATEGy“)
Prof. Manfred Strecker, Ph.D., Institut für Erd- und Umweltwissenschaften
Telefon: 0331 977-5843
E-Mail: manfred.streckeruni-potsdamde

Integrating Biodiversity Research with Movement Ecology in dynamic agricultural landscapes („BioMove“)
Prof. Dr. Florian Jeltsch, Institut für Biochemie und Biologie
Telefon: 0331 977-1954
E-Mail: florian.jeltschuni-potsdamde

Medieninformation 11-05-2015 / Nr. 059
Matthias Zimmermann

Universität Potsdam
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Neuen Palais 10
14469 Potsdam
Tel.: +49 331 977-1869
Fax: +49 331 977-1130
E-Mail: presseuni-potsdamde
Internet: www.uni-potsdam.de/presse

Online gestellt: Matthias Zimmermann
Kontakt zur Onlineredaktion: onlineredaktionuni-potsdamde