8:00 Uhr
Ein typischer Arbeitstag beginnt für Ulf Lepszy, Leiter der „Stabsstelle des Kanzlers für Arbeits- und Umweltschutz“, mit mindestens 15 Minuten Ruhe im Büro: E-Mails sichten, Kalender sortieren, Prioritäten setzen. Dabei gehören kurzfristige Planänderungen oft zum Alltag. „Gestern noch eine Unterweisung, heute eine Begehung mit der Polizei wegen Schmierereien an Uni-Wänden. Da ist ‚strategische Planung‘ eher ein Fremdwort, weil permanent Eventualitäten langfristige Pläne durchkreuzen“, stellt Lepszy fest. Nach der absolut notwendigen morgendlichen Sortierungsphase folgen Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen des Teams. „Leider meist viel zu kurz, aber ab 9:00 sind Räume für Austausch innerhalb der Abteilung eher rar. Danach startet der Tag im Grunde mit allem, was mit dem Wort ‚Schutz‘ zu tun hat: Arbeits-/Gesundheits-/Brand- und Strahlenschutz. Aber auch wenn dieser Wortteil fehlt, sind wir die ersten Ansprechpersonen, etwa für biologische Sicherheits- und Sonderabfallentsorgung“, erklärt Lepszy.
11:30 Uhr
Sofern es die Planung zulässt, steht zur Mittagszeit im Team der Gang in die Mensa auf dem Programm – oft gemeinsam mit den Kolleg*innen aus dem Dezernat 6 vom selben Flur. Der kollegiale Austausch ist wichtig und wer „Herrn Lepszy“ kennt, der weiß, dass auch der Humor niemals zu kurz kommt. Wie es dann weitergeht, ist selten planbar, obwohl der Leiter des Sicherheitsteams Wert darauf legt, mit Plan an die Dinge heranzugehen. Insbesondere Unterweisungen, Begehungen, Übungen oder auch die fachkundige Betreuung vom „Brandgeschehen“ einer Feuerschale zur Betriebsfeier gehören zum üblichen Tagesgeschäft und müssen vorbereitet werden. Nicht selten wird auch das durchkreuzt von anderen Ereignissen am Rande des Arbeits- und Brandschutzes. Da klingelt auch schon mal das Telefon während einer Brandschutzübung.
16:00 Uhr
Sofern es nicht irgendwie „brennt und raucht“, läutet der Sicherheitschef den Feierabend ein. Das geschieht nach so vielen Jahren stets mit der Überzeugung, dass der organisatorische Arbeitsschutz an der Universität Potsdam gut etabliert ist. „Akzeptanz und der Wille zum Mitmachen sind hier allerdings noch ausbaufähig“, resümiert er. „Der Arbeitsschutz scheint in vielen Köpfen nach wie vor ein Klotz am Bein, der eher ausbremst, als hilft. “Deswegen liegt sein Hauptaugenmerk darauf, die Menschen für den Arbeitsschutz zu gewinnen und ihn zur „Herzensangelegenheit“ für jeden zu machen. „Das ist mir nach fast 30 Jahren an der Uni und mit den Erfahrungen im Zwischenmenschlichen aus den vergangenen Jahren wichtiger denn je. Die ‚GMV-Regel‘ ist dabei ein essenzieller Bestandteil. Alles, was ich im privaten Leben beachte, um ohne Unfälle durch den Alltag zukommen, muss natürlich auch im Dienst berücksichtigt werden. ‚GMV‘ ist übrigens der gesunde Menschenverstand“, sagt Lepszy und lacht.
Dieser Text erschien im Universitätsmagazin Portal - Eins 2026 „Inklusion“.