Den Termin begleiteten Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, Prof. Wolfram Berger, Vizepräsident für Internationalisierung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und Prof. Axel Bronstert (UP), sowie Prof. Tripta Thakur, Vice Chancellor der Veer Madho Singh Bhandari Uttarakhand Technical University, Prof. Kamal Kishore Pant, Direktor des Indian Institute of Technology (IIT) Roorkee, Prof. Vimal Chandra Srivastava und Prof. Ankit Agarwal (beide vom IIT Roorkee).
Die UP arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem IIT Roorkee zusammen. Es bestehen gemeinsame Forschungsinteressen, insbesondere in den Umweltwissenschaften und der Gefahrenforschung, die vor einigen Jahren zur Zusammenarbeit im Rahmen der Forschungsgruppe „NatRiskChange“ geführt haben. Darüber hinaus arbeiten Forscher beider Einrichtungen im Umweltwissenschaftsprojekt Co-PREPARE eng zusammen, um Naturgefahren und die damit verbundenen Risiken in Europa und im Himalaya besser einschätzen zu können. Künftig wollen die beiden Forschungsinstitute noch enger zusammenarbeiten und ihre Zusammenarbeit auf andere Disziplinen und Themen ausweiten. Geplant ist auch ein intensiverer Austausch im Bereich Wissens- und Technologietransfer, in dem sowohl das IIT Roorkee als auch die Universität Potsdam national führend sind. Aus diesem Grund stand bei dem diesjährigen Besuch die Arbeit des Potsdam Science Park – eines der führenden Wissenschaftsparks in der Hauptstadtregion – und seine Rolle als Drehscheibe für Innovation, Wissenstransfer und Unternehmensgründung im Mittelpunkt. Während des Besuchs stellte die Standortleitung ihre umfassenden Dienstleistungen zur Unterstützung der Forschungskommerzialisierung und Start-up-Entwicklung vor. Unter den neuesten Unternehmen im Park präsentierte die DiGOS Potsdam GmbH ihre fortschrittlichen Präzisionsmesstechnologien in den Bereichen seismische Überwachung und Satellitenlaser-Entfernungsmessung. Potsdamer Forscher aus den Bereichen Chemie (hybride Nanostrukturen) und Informatik (Middleware, Betriebssysteme und Computernetzwerke) nahmen an den Gesprächen teil, um Möglichkeiten für zukünftige Projekte in anderen Disziplinen zu erörtern.
Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle: „Wir sehen es täglich: Die Welt befindet sich im rasanten Wandel. Und wir stehen vor Herausforderungen, die globale Lösungen und internationale Zusammenarbeit erfordern. Ein Schlüssel dafür sind Wissenschaft und Forschung. Deshalb ist unsere heute unterzeichnete Kooperationsvereinbarung so wichtig, die sowohl Innovation und Unternehmertum fördert als auch Brücken zwischen unseren Kulturen und Gesellschaften baut. Schon jetzt spielen indische Studierende und Forschende eine große Rolle an Brandenburgs Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Ihre Beiträge sind in nahezu allen Disziplinen sichtbar. Ich bin überzeugt: Mit einer klugen Zusammenarbeit in Bereichen wie Katastrophenmanagement, nachhaltige Landwirtschaft, saubere Technologien, neue Materialien, Informatik oder Umweltwissenschaften können wir die Potenziale unserer Hochschulen und Forschungseinrichtungen noch besser ausschöpfen – und voneinander profitieren! Die Vereinbarung ist ein klares Bekenntnis für eine zukunftsorientierte, nachhaltige und inklusive wissenschaftliche Kooperation mit spannenden Perspektiven für die Entwicklung gemeinsamer Projekte. Ich bin zuversichtlich, dass wir zusammen viel erreichen werden!“
Prof. Dr. Wolfram Berger, Vizepräsident für Internationalisierung an der BTU: „Die Joint Declaration of Intent eröffnet unserer Hochschule neue Perspektiven für den Ausbau der internationalen Kooperationen in Indien. Vor allem das in der Region Uttarakhand befindliche Indian Institute of Technology (IIT) Roorkee verfügt über ausgeprägte fachliche Schnittmengen in allen Profillinien der BTU. Mit seinen über 20 Departments bietet es eine exzellente Grundlage für gemeinsame Aktivitäten in Forschung und Lehre und unterstreicht zugleich die strategische Bedeutung Indiens als Partner der BTU. Dies haben auch mein persönlicher Besuch im März 2025 und die konstruktiven Gespräche vor Ort eindrucksvoll gezeigt.“
Für die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ist Indien ein wichtiger Partner im Rahmen der Internationalisierung. Die enge und dynamische Zusammenarbeit zeigt sich in Kooperationen mit indischen Universitäten in Forschung und Lehre. Sie zeichnet sich insbesondere durch bilaterale Mobilität von Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus und beinhaltet gemeinsame zukunftsorientierte Forschungsprojekte in den vier Profillinien: Globaler Wandel und Transformationsprozesse, Energiewende und Dekarbonisierung, Gesundheit und Life Sciences, Künstliche Intelligenz und Sensorik. Mit derzeit 1.254 Studierenden und rund 32 Prozent aller ausländischen Studierenden an der BTU stellt Indien die größte internationale Studierendengruppe.
Prof. Dr. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam: „Die Vereinbarung zwischen den beiden Bundesländern Brandenburg und Uttarakhand ist ein gutes Beispiel für praktizierte Wissenschaftsaußenpolitik. Sie dokumentiert die Verbundenheit zwischen Indien und Deutschland in schwierigen politischen Zeiten, und sie wird zu einer Intensivierung der guten wissenschaftlichen Kontakte und des Austauschs von Forschenden und Studierenden ganz wesentlich beitragen. Damit wird auch dem Fachkräftemangel begegnet, denn indische Studierende bleiben oft nach Studienabschluss im Land und werden als hochqualifizierte Mitarbeitende und Führungskräfte in unseren Unternehmen und Hochschulen tätig.“
Das Land Brandenburg unterhält über die Universität Potsdam, die BTU, das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung Beziehungen mit zahlreichen indischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Schwerpunkte sind die Gebiete Geologie, Hydrologie, Informatik, neue Materialien und Clean Energy. Mit der Vereinbarung wird eine übergreifende Kooperationsbasis auf Länderebene geschaffen, etwa in der Forschung, im Wissens- und Technologietransfer, in der Start-up-Entwicklung oder zur Gewinnung oder zum Transfer von Fachkräften. Ziel ist eine langfristige Zusammenarbeit in den Forschungsbereichen Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme, Datenwissenschaft und Künstliche Intelligenz, digitale Technologien, saubere Energien und Wasserstoffwirtschaft sowie neue Materialien und innovative Fertigung.
Uttarakhand ist ein Bundesstaat im Norden Indiens mit etwa zehn Millionen Einwohnern, der über zahlreiche führende wissenschaftliche Einrichtungen vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich verfügt. Das 1847 gegründete Indian Institute of Technology in Roorkee ist die älteste technische Universität Indiens und heute eine der besten Technischen Universitäten des Landes.
Zur Meldung des MWFK: https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/service/pressemitteilungen/ansicht/~08-01-2026-vereinbarung-brandenburg-und-uttarakhand

