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Gestärkt und profiliert voran: Wissenschaftsrat sieht Universität Potsdam als Motor

Weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen, neue Kooperationen initiieren und das eigene Profil schärfen - das erwartet der Wissenschaftsrat von der Universität Potsdam. Die größte Hochschule des Landes habe „ihre herausragende Stellung gefestigt und über die Landesgrenzen hinaus an Sichtbarkeit gewonnen“, schreiben die Gutachterinnen und Gutachter. Auch sei ihr „eine bemerkenswerte Stärkung der Forschung gelungen.“ Zudem gebe es in der Informatik, den Digital Humanities und dem Bereich Digital Health Entwicklungspotenziale, die genutzt werden sollten. Hier könnte der Ausbau interdisziplinärer, fakultätsübergreifender Projekte der Universität Potsdam und zugleich dem Land Brandenburg noch deutlich mehr bundesweite Anerkennung verschaffen. Zur stärkeren Profilierung in Lehre und Studium empfiehlt das Gremium, weiterhin innovative Ansätze zu erproben, verstärkt internationale Studierende zu integrieren, das Angebot der Masterstudiengänge zu fokussieren und am Forschungsprofil der Universität Potsdam auszurichten. Es erkennt in der Lehrkräftebildung eine wesentliche Komponente im Lehrportfolio und würdigt den seit Jahren etablierten hohen Praxisanteil wie auch die Verankerung in der Forschung. Um das Hochschulsystem Brandenburgs insgesamt voranzubringen, sollte das Land künftig im Zusammenspiel mit den Hochschulen ein besseres Governance- und Finanzierungssystem etablieren. Das bedeutet, die Hochschulen dabei zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen, indem ihnen die notwendigen Freiräume für ihre Entwicklung und Profilierung zugestanden werden. Der Wissenschaftsrat hat seine Einschätzungen in einem 620 Seiten starken Gutachten zusammengefasst. Er begrüßt, dass „die UP das große Transferpotenzial insbesondere im Bildungsbereich verstärkt nutzen und die Zusammenarbeit mit den Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen in Potsdam und dem Umland weiter ausbauen will“. Die Gutachter empfehlen nachdrücklich, „die Demokratieförderung als eine wichtige Aufgabe zu begreifen, an gesellschaftlichen Diskussions- und Aushandlungsprozessen mitzuwirken und auf diese Weise zu einer demokratischen Gestaltung der Gesellschaft beizutragen“.

Der Wissenschaftsrat empfiehlt, die Hochschulverträge zum zentralen und strategisch angelegten Steuerungsinstrument auszubauen sowie mit einer verlässlichen und auskömmlichen Finanzierungszusage zu untersetzen. Das komplizierte und kleinteilige Mittelverteilungsmodell mit zahlreichen Sondertöpfen für die Hochschulen sei überholt und sollte „in einen frei zu bewirtschaftenden Grundhaushalt überführt werden.“ Der Präsident der Universität Potsdam, Prof. Oliver Günther, Ph.D, begrüßt das Gutachten: „Es zeigt deutlich , dass Spitzenforschung für ein Land wie Brandenburg essenziell ist.“ Künftig sollten die Hochschulen mit dem Land strategische Ziele verhandeln und eine verlässliche Finanzierung auch zur gestalterischen Freiheit erhalten. „Dafür - und das bestätigt auch der Wissenschaftsrat - ist insbesondere eine Fortführung der ‚5-Millionen-Euro-Treppe‘ unerlässlich“, betont der Universitätspräsident. Im Gegenzug erwartet der Expertenrat von der Universität Potsdam, das „eindrucksvolle Netzwerk von Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen“ durch strategische Planungen zu untersetzen, zu festigen und insgesamt flexibel und dynamisch Impulse zu setzen. Im Transfer gilt es parallel, die Wissenschaftliche Beratung für Gesellschaft und Politik zu stärken. Auch für den Hochschulbau mahnt der Wissenschaftsrat Veränderungen an, fehlende Ressourcen und dysfunktionale Prozesse wirken der Wettbewerbsfähigkeit des Systems entgegen: "Es ist sehr erfreulich , dass der Wissenschaftsrat die Raum- und Bauproblematik angesprochen hat“, so Prof. Günther, der in der Politik für Bau- und Mietmodelle nach dem Vorbild Österreichs wirbt. „Kürzlich habe ich dem Landtag ein Programm vorgeschlagen, wonach in der kommenden Dekade jedes Jahr etwa 100 Millionen Euro verbaut werden sollten, um die Raumprobleme in Brandenburg nachhaltig zu lösen. Eingeschlossen wären darin auch alle für die Hochschulmedizin in der Lausitz notwendigen Neubauten. Die Universität Potsdam ist offen, entsprechend der Empfehlungen für ihre Standorte die Bauherreneigenschaft zu übernehmen“, erklärt der Präsident. Das sei freilich nicht mit Bordmitteln zu realisieren, sondern müsste von den bisher zuständigen Einrichtungen in den Universitätshaushalt eingespeist werden, so Günther. Die Universität Potsdam sei bereit, ihre Rolle als Motor für einen leistungsfähigen wie attraktiven Wissenschaftsstandort Brandenburg auszufüllen, versichert Oliver Günther. Die vorliegenden Empfehlungen werden nun eingehend gesichtet, eine Umsetzung erfolgt dann in enger Abstimmung mit dem Land Brandenburg.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Wissenschaftsministeriums.

Kontakt: Dr. Silke Engel, Universitätssprecherin
Telefon: 0331 977-1474
E-Mail: presseuni-potsdamde

Medieninformation 29-01-2024 / Nr. 012