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Über Klimaveränderungen in der Erdgeschichte – Wichtigster Forschungsförderpreis in Deutschland geht an Potsdamer Geoökologin

Prof. Dr. Ulrike Herzschuh
Foto : AWI/Stefan Kruse
Prof. Dr. Ulrike Herzschuh

Prof. Dr. Ulrike Herzschuh erhält den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2024 für ihre herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Geoökologie, mit denen sie zahlreiche Beiträge zum Einfluss von Klimafluktuationen in der jüngeren Erdgeschichte auf die Biodiversität und Funktionsweise von Polargebieten geleistet hat. „Die Universität Potsdam freut sich mit ihrer gemeinsam mit dem AWI berufenen Professorin Ulrike Herzschuh über diese so wichtige Auszeichnung“, sagt Universitätspräsident Prof. Oliver Günther, Ph.D. „Mit Frau Herzschuhs Arbeitsgebiet, der Geoökologie, wird auch ein Bereich in den Vordergrund gestellt, der an der UP seit vielen Jahren einen zentralen Arbeitsschwerpunkt darstellt. Dies zeigt sich auch in dem gemeinsam mit AWI, PIK und UFS betriebenen internationalen Masterstudiengang ‚Climate, Earth, Water, Sustainability (CLEWS)‘, in dem Frau Kollegin Herzschuh eine wichtige Rolle spielt.“

Die gemeinsam am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und an der Universität Potsdam berufene Professorin erhält den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergebenen Preis zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftlern. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro. Diese Gelder können sie bis zu sieben Jahre lang nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre Forschungsarbeit verwenden. Die Leibniz-Preise werden am 13. März 2024 in Berlin überreicht.

Herzschuhs Forschung im Spannungsfeld zwischen Geoökologie und Paläoklima ist derzeit besonders relevant, weil Informationen aus der jüngeren Erdgeschichte wichtige Schlüsse auf heutige Klimaentwicklungen zulassen. Um der wichtigen Frage nach Langzeiteffekten und -konsequenzen von Klimaschwankungen nachzugehen, hat ihre Arbeitsgruppe zahlreiche innovative Forschungsmethoden angewendet und entwickelt. So hat sie zum Beispiel bei der Etablierung von Methoden zur Analyse fossiler DNA in See- und Meeressedimenten als Gradmesser für Biodiversitätsveränderungen eine federführende Rolle gespielt. Auch die Entwicklung neuer Vegetationsmodelle, basierend auf den Merkmalen einzelner Pflanzen, hat Herzschuh maßgeblich vorangetrieben. Im Rahmen aufwändiger Exkursionen zu einigen der entlegensten Orten der Erde konnte sie zudem Datensätze sammeln, die Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen und Biodiversitätsverteilung in der Erdgeschichte aufdecken.  

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG vergeben. Pro Jahr können bis zu zehn Preise mit einer Preissumme von jeweils 2,5 Millionen Euro verliehen werden. Mit den zehn Preisen für 2024 sind bislang insgesamt 418 Leibniz-Preise vergeben worden. Zwei Leibniz-Preisträgerinnen und zehn Leibniz-Preisträger haben nach der Auszeichnung mit dem wichtigsten Forschungsförderpreis in Deutschland auch den Nobelpreis erhalten.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung_nr_52/index.html

Mehr zur Forschung von Ulrike Herzschuh im Universitätsmagazin Portal: https://www.uni-potsdam.de/de/nachrichten/detail/2022-11-02-wenn-es-waermer-wird-artensterben-in-der-arktis-vor-9000-jahren-und-heute

Foto zum Download: AWI/Jan Pauls