Über 3.000 Patientinnen und Patienten beim mobilen HerzCheck

Zwei Personen stehen vor dem Herzcheck-Truck mit dem Aufdruck "Mobiles MRT für Ihre Herzgesundheit"
Foto : Steffen Rasche
Nach der Untersuchung: Ronny S. und Marita H. vor dem MRT-Trailer in Senftenberg

Der umgebaute LKW für mobile MRT-Untersuchungen macht immer wieder am Neuen Palais der Universität Potsdam Station. Der Campus gehört zu den zwölf Standorten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, die von dem mit modernster Technik ausgestatteten MRT-Trailer angefahren werden. Hier wurde das Projekt „HerzCheck“ im März dieses Jahres von Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnenmacher und Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert in Betrieb genommen. Es ermöglicht die frühzeitige Erkennung und Therapie von Herzinsuffizienz, einer gefährlichen Volkskrankheit, an der 2,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden. Mithilfe modernster Technik werden die Untersuchungen an wechselnden Orten vorgenommen, die via Telemedizin von Ärztinnen und Ärzten an spezialisierten Herzzentren ausgewertet werden. Neben dem Universitätscampus in Potsdam können sich Patientinnen und Patienten auch in Senftenberg, Frankfurt (Oder), Templin, Neuruppin, Eberswalde, Forst, Wolgast, Wismar und Ueckermünde untersuchen lassen.

Ziel von „HerzCheck“ ist es, eine Herzinsuffizienz bei Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig zu erkennen und so deren Prognose und Lebensqualität zu verbessern. Zudem können hohe Folgekosten einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz deutlich gesenkt oder sogar vermieden werden. Den Betroffenen bleiben belastende Krankenhausaufenthalte erspart. Über 3.000 Patientinnen und Patienten haben bisher das kostenlose Angebot in Anspruch genommen. Unter ihnen sind auch Ronny S. und Marita H. (Foto), die als „Jubiläumspersonen“ mit den Nummern 3.000 und 3.001 in Senftenberg das Projekt durchlaufen haben. „Der Umgang war sehr familiär und freundlich. Das Personal hat sich viel Zeit genommen“, sagt Ronny S. „Für mich ist ausschlaggebend, dass diese Untersuchung im ländlichen Raum möglich gemacht wird.“ Auf dem Land sei es nicht leicht, MRT-Termine zu bekommen. „Mit dem Projekt hat es geklappt.“ Seine Partnerin Marita H. ergänzt: „Es ist einfach toll, dass die Medizin und die Technik zu den Patientinnen und Patienten kommen.“

Der MRT-Trailer bringt modernste Diagnostik und fachkundiges medizinisches Personal auch in dünn besiedelte Regionen. „Wir wollen Risikopatientinnen und -patienten ein optimales Diagnosegebot machen – und zwar bereits, bevor sie eine symptomatische Herzinsuffizienz entwickeln“, sagt „HerzCheck“- Konsortialführer Prof. Dr. med. Sebastian Kelle, Kardiologe und Leiter der Abteilung für kardiale MRT am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB). Das Projekt steht unter medizinischer Leitung des Deutschen Herzzentrums Berlin und wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit über sieben Millionen Euro gefördert. Konsortialpartner sind die AOK Nordost – die Gesundheitskasse, die medneo Deutschland GmbH als Betreiberin der mobilen MRT-Systeme und der IT-Technologie, das Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen, die Universitätsmedizin Göttingen, die Universitätsklinik Köln sowie das Universitätsklinikum Heidelberg. Die Herz-MRT-Untersuchung richtet sich an Patientinnen und Patienten im Alter von 40 bis 69 Jahren, die einen oder mehrere der folgenden Risikofaktoren aufweisen: Diabetes, Nierenschwäche, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, starkes Übergewicht oder Rauchen. Termine können telefonisch unter 0331 96809190 oder über die Projektwebsite unter www.herzcheck.org/registrieren/ vereinbart werden.

Weitere Informationen sowie Erfahrungsberichte gibt es unter www.herzcheck.org