Selbstlernzone – Selbst lernt der Mensch!

Norman Lingott in der Akustikbox der Selbstlernzone. Das Foto ist von Thomas Roese.
Foto : Thomas Roese
Norman Lingott in der Akustikbox der Selbstlernzone.

Wer etwas lernen will, kommt nicht drum rum. Er – der Mensch – muss den eigenen Kopf anstrengen und selbst aktiv werden: lesen, denken, verstehen, einordnen, wiederholen, üben. Und das mit der gebotenen Konzentration! Wie gut, dass es jetzt an der Universität einige neue „Selbstlernzonen“ gibt. Etwa im Hörsaalgebäude auf dem Campus Griebnitzsee. Dort sind zwei sogenannte Acoustic Pods installiert worden. Ursprünglich als Dolmetscherkabinen entwickelt, werden die verglasten Boxen neuerdings auch in lärmbelasteten Großraumbüros aufgestellt. „Wir sind die ersten, die sie in einem Hochschulgebäude einsetzen“, weiß Norman Lingott, der an der Uni die Einrichtung von Selbstlernzonen managt.

Bislang gab es im hoch frequentierten Haus 6 in Griebnitzsee nur wenige Rückzugsorte zum ungestörten Selbststudium. Auch für spontane Meetings zwischen Seminar und Vorlesung fehlte ein Ruhepol. Die beiden Acoustic Pods im Flur des 1. Obergeschosses bieten nun zwei Räume im Raum, die den Trubel vor der Tür lassen. Eine der Boxen lädt mit Tisch, Bildschirm und Whiteboard zur Teamarbeit ein, während die andere mit bequemen Sitzen als Lounge dient, perfekt zum Lesen oder für ein konzentriertes Gespräch. Beide Boxen haben Ladestationen, regelbares Licht und Belüftung. Wie viele Leute sich zugleich darin aufhalten dürfen, hängt allerdings von den Corona-Bestimmungen ab. Geöffnet sind sie täglich zwischen 8 und 20 Uhr.

Wie aber lässt sich verhindern, dass sich vor den Türen lange Schlangen Ruhesuchender bilden? Norman Lingott hat mit den ortsansässigen Fachschaften eine „offene Nutzung ohne Buchungsoption“ vereinbart und ist optimistisch, dass sich das einspielt und die Boxen „ohne Leerlauf oder Wartezeiten optimal ausgelastet werden“. Ähnlich wie an den anderen Uni-Standorten. Insgesamt sind dort in den vergangenen Jahren sieben Selbstlernzonen mit über 140 Plätzen entstanden.

Neuerdings darf auch im renovierten Nil-Club studiert werden. Für den fließenden Übergang vom Feiern zum Arbeiten sorgt dort ein neues Betriebskonzept. „Es ist ein Ort zum Lernen, aber auch für Kommunikation und Kultur entstanden, der Vorfreude auf die Zeit nach der Corona-Pandemie weckt“, sagte Kanzler Karsten Gerlof im Frühjahr, als die 600.000 Euro teuren Umbauten abgeschlossen waren. Neben Konzerten, Theater und Lesungen, Sport- oder auch Sprachkursen haben Studierende jetzt die Möglichkeit, die Kellergewölbe tagsüber individuell zum Lernen zu nutzen, erklärt Projektkoordinatorin Karin Sumpf aus dem Kanzlerbüro. Florian Rumprecht, der im Nilclub das Programm plant, freut sich besonders auf die Musikabende, „auch wenn wir danach immer noch aufräumen müssen.“ Schließlich wird hier quasi über Nacht eine Verwandlung vonstattengehen: von der schrillen Party- in eine stille Selbstlern-Zone!   

 

Dieser Text erschien im Universitätsmagazin Portal - Zwei 2021 „Familie und Beruf“ (PDF).