Den Klimawandel kommunizieren – Neue Online-Plattform bietet Einblicke in aktuelle Forschung

Person sitzt vor einem PC und nimmt an einer Videokonferenz teil. Das Foto ist von Nina Keinrath.
Foto : Nina Keinrath
Interview von Birgit Schneider (r.) mit Inez Ponce de Leon, Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität der Stadt Manila, Philippinen.

Über die Erkenntnis des anthropogenen Klimawandels sowie die daraus folgende Politik wird seit mehr als dreißig Jahren gestritten. Immer noch zeichnet sich kein geradliniger Weg vom Wissen zum Handeln ab. Die Gründe für diese Situation sind vielfältig und ihre epistemischen und politischen Wurzeln reichen bis in die diversen Weltanschauungen und die damit verbundenen Medien- und Kommunikationskulturen hinein.

Praktikerinnen und Praktiker aus dem Bereich der Klimawandelkommunikation müssen daher mit einer Reihe von Problemstellungen umgehen. Um die Grenzen zwischen Theorie und Praxis – sowie innerhalb der Forschungsdisziplinen selbst – zu überwinden, haben Prof. Dr. Birgit Schneider und Alexander Schindler vom Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam eine neue Online-Plattform eingerichtet. Birgit Schneider, Professorin für Wissenskulturen und mediale Umgebungen, hat dafür internationale Forschende aus den Bereichen Anthropologie, Komplexitätsforschung, Geographie, Wissenschaftsgeschichte und -philosophie, Medienwissenschaft, Medizin, Phänomenologie und Rhetorik aus unterschiedlichen Ländern zunächst um Impulspapiere gebeten. Diese dienten als Grundlage für ausführliche Video-Interviews, die nun zusammen mit den Impulstexten auf der Plattform www.re-imagine-climate.com veröffentlicht wurden.

„Das Ziel unserer Plattform ist es, die Klimawandelkommunikation durch eine neue Brille zu betrachten“, erläutert Prof. Schneider. „Wir konnten international Forschende zusammenbringen und so den Bezugsrahmen und die Betrachtungsweisen insgesamt zu erweitern. Die interdisziplinären Perspektiven, die wir abdecken, umfassen sowohl grundlegende Forschung zu Kommunikation und Medien wie auch praktische Erfahrungen in der Kommunikation von Klimawissen sowie den alarmierenden Folgen des menschengemachten Klimawandels.“ Birgit Schneider forscht und publiziert seit mehr als zehn Jahren zum Klimawandel und den verschiedenen Facetten medialer Repräsentation von Klimawissen.

Anstatt weiter innerhalb von klassischen Kampagnen-Prinzipien nach vorgefertigten Strategien zur Kommunikation des Klimawandels zu suchen, fordern die Forscherinnen und Forscher auf der Online-Plattform dazu auf, einen Schritt zurückzutreten und die Paradigmen neu zu bewerten. Auf diese Weise werden innovative Ansätze vermittelt, die in diesem Feld bisher vermisst werden. Insbesondere die kritische Perspektive der Geisteswissenschaft wird in ihren Positionen produktiv gemacht. Die Interviewten forschen zum Beispiel am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), den Universitäten Delhi, Cambridge, Nevada und weiteren mehr.

Verantwortlich für die Konzeption und Organisation sind Prof. Birgit Schneider und Alexander Schindler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Wissenskulturen und mediale Umgebungen. Die Finanzierung erfolgte durch die Fritz-Thyssen Stiftung als Abschluss des mehrjährigen Forschungsvorhabens „Klimabilder“, angesiedelt am Institut für Künste und Medien der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit dem PIK. Das Vorhaben wird von der journalistischen Plattform www.klimafakten.de unterstützt.

Weiterführende Links:
www.re-imagine-climate.com
https://www.uni-potsdam.de/de/medienoekologie/index/klimabilder
www.fritz-thyssen-stiftung.de

Medienpartner:
www.klimafakten.de