Besiegelt – Die Universität Potsdam ist exzellente Arbeitgeberin für wissenschaftliches Personal

Auf dem Foto ist Tina Urbach zu sehen. Das Foto ist von Sandra Scholz.
Foto : Sandra Scholz
Tina Urbach

Chancengleichheit garantieren, familienfreundliche Strukturen schaffen, gegen Diskriminierung auftreten und ein Konfliktmanagement etablieren – was für eine Herausforderung! Die Universität Potsdam hat sie angenommen und einen umfangreichen Aktionsplan zur Umsetzung der europäischen „Human Resources Strategy for Researchers“ (HRS4R) erstellt. Dazu gehört auch, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – insbesondere Professorinnen – zu coachen, die Mobilität von Forschenden zu fördern und gefährdete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu unterstützen. Für die Umsetzung all dieser Maßnahmen, die den Kern der HRS4R der Universität Potsdam bilden, engagieren sich verschiedenste Bereiche und Personen. Die Koordination der HRS4R hat Dr. Tina Urbach inne. Im Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten ist sie für Personalentwicklung zuständig. Ziel ist es, bestmögliche Arbeitsbedingungen für Forschende zu schaffen, um die Sichtbarkeit und Attraktivität der Universität im internationalen Wettbewerb um den wissenschaftlichen Nachwuchs zu erhöhen. Setzt die Hochschule den Aktionsplan erfolgreich um, verleiht ihr die Europäische Kommission das Siegel „Human Resources Excellence in Research“.

Die Universität Potsdam betritt hier keineswegs Neuland. Als erste Uni in Deutschland überhaupt hatte sie bereits 2016 das begehrte Qualitätssiegel erhalten. Es bescheinigte ihr, dass sie als Arbeitgeberin den Empfehlungen der Europäischen Charta für Forschende und dem Verhaltenskodex für die Einstellung von Forschenden, kurz: „Charter & Code“, folgt. Der Akkreditierungsprozess begann damals mit einem Bekenntnis zu den 40 Prinzipien von „Charter & Code“. „Die Forschenden verpflichteten sich, die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis einzuhalten und die Qualität der Forschungsarbeiten sicherzustellen. Die Universität gewährleistete im Gegenzug gute Arbeits- und Forschungsbedingungen“, fasst Tina Urbach zusammen.

Alle drei Jahre werden in einem Re-Akkreditierungsprozess die kontinuierliche Umsetzung des Aktionsplans durch die Europäische Union schriftlich evaluiert und der Antrag zum Siegel erneuert. Zu jeder zweiten Evaluation kommt ein Gutachter-Team der Europäischen Union an die Universität, um direkt vor Ort mit Stakeholdern aus Wissenschaft, Hochschulleitung und Verwaltung zu sprechen. In diesem Jahr findet die Begutachtung online statt.

Die Richtlinie der Universität Potsdam zur Auswahl akademischen Personals nach den Prinzipien der Offenheit, Transparenz und Leistungsorientierung, kurz: OTM-R, stellt einen Meilenstein für die diesjährige Re-Akkreditierung dar. Tina Urbach hat in den vergangenen Monaten intensiv an der Formulierung dieser OTM-R-Strategie gearbeitet. Sie dient als Leitfaden für Einstellungsverfahren und gibt Bewerbenden Informationen darüber, welche Qualitätsstandards sie bei Auswahlverfahren der Universität erwarten dürfen. Dieser Punkt aus dem Aktionsplan ist Tina Urbach besonders wichtig, um eine an Leistungskriterien ausgerichtete Personalauswahl sicherzustellen.

„In den zurückliegenden Jahren konnten wir 90 Prozent unserer geplanten Maßnahmen umsetzen. Ein gutes Ergebnis“, resümiert Tina Urbach, die sich darauf aber nicht ausruhen wird. „Ein aktualisierter Aktionsplan bis 2024 steht bereits fest“, sagt sie und nennt einige Schwerpunkte: „Weiterbildungen für wissenschaftliches Personal, Informationen zu alternativen Karrieremöglichkeiten sowie Initiativen für mehr Gleichstellung und Antidiskriminierung. Natürlich gehören dazu auch das Professorinnenprogramm, die Förderung der Mobilität von Dozierenden über Erasmus und das Engagement im globalen Netzwerk Scholars at Risk, das sich für gefährdete Forschende und die Freiheit der Wissenschaft einsetzt.“

Um alle HRS4R-Aktivitäten der Universität in die richtigen Bahnen zu leiten, gibt es einen Lenkungskreis. Darin sind alle Bereiche vertreten, die die Maßnahmen umsetzen: die Potsdam Graduate School, die Gleichstellungsbeauftragten, das Dezernat für Forschungsangelegenheiten, das Dezernat für Personal- und Rechtsangelegenheiten, die Referenten der Vizepräsidentin für Forschung und des Vizepräsidenten für Internationales sowie das Berufungsmanagement. Zukünftig sollen vermehrt Forschende und Vertreter aus den Fakultäten einbezogen werden. „Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind herzlich eingeladen, sich in den Lenkungskreis einzubringen“, so Tina Urbach. „Er trifft sich ein bis zwei Mal pro Jahr, um sich über den Status quo und neueste Entwicklungen auszutauschen.“

Informationen zu HRS4R:
www.uni-potsdam.de/de/arbeiten-an-der-up/personalentwicklung/human-resources-strategy-for-researchers

 

Dieser Text erschien im Universitätsmagazin Portal - Zwei 2021 „Familie und Beruf“ (PDF).

Veröffentlicht

Online-Redaktion

Sabine Schwarz