Unterwegs in irakisch Kurdistan – Tag 9/10: Der Schrein von Raban Boya

Potsdamer Wissenschaftler auf Forschungsreise im Irak
Das Bild zeigt den Geli Ali Beg, ein Wasserfall etwa 130 Kilometer von Erbil entfernt, ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Das Bild zeigt einen anderen Wasserfall – und auch dieser wird von den Einheimischen gern besucht. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Das Bild zeigt die Gruppe am Fuße des Berges, in dem sich der Schrein von Raban Boya, ein muslimisch christliches Heiligtum, befindet. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg
Aussicht aufs Tal von der Höhle mit dem Schrein von Raban Boya. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Beim Besuch der Katholischen Universität von Erbil übergeben die Potsdamer Exkursionsteilnehmenden ein Exemplar des Buches „Ferman 74“. Das Foto ist von Valentina Meyer-Oldenburg.
Foto : Valentina Meyer-Oldenburg
Geli Ali Beg, ein Wasserfall etwa 130 Kilometer von Erbil entfernt, ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region.
Foto : Valentina Meyer-Oldenburg
Auch der zweite Stopp führt zu einem Wasserfall – und auch dieser wird von den Einheimischen gern besucht.
Foto : Valentina Meyer-Oldenburg
Die Gruppe am Fuße des Berges, in dem sich der Schrein von Raban Boya, ein muslimisch christliches Heiligtum, befindet.
Foto : Valentina Meyer-Oldenburg
Aussicht aufs Tal von der Höhle mit dem Schrein von Raban Boya.
Foto : Valentina Meyer-Oldenburg
Beim Besuch der Katholischen Universität von Erbil übergeben die Potsdamer Exkursionsteilnehmenden ein Exemplar des Buches „Ferman 74“.

Der Samstag beginnt wieder einmal mit einer Busfahrt. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Beschäftigten und Studierenden der Katholischen und der Tishk Universität fahren wir mit zwei Bussen in Richtung der iranischen Grenze – nach Shaqlawa. Da wir nahe Shaqlawa einen längeren Anstieg vor uns haben, machen wir zwei Zwischenhalte, um die mittägliche Hitze zu umgehen. Der erste Stopp ist bei Geli Ali Beg, einem Wasserfall etwa 130 Kilometer von Erbil entfernt. Direkt vor dem Wasserfall sind Plattformen mit kleinen Geschäften ins Wasser gebaut, Menschen rudern mit Schlauchboten umher und es ist laute Musik zu hören – Geli Ali Beg ist ein beliebtes Ausflugsziel. Während wir unsere Füße im Wasser abkühlen und ein Paar Fotos schießen, sprechen wir mit unseren kurdischen Begleitern über unsere unterschiedlichen Kulturen. Im Anschluss geht es weiter und nach einiger Zeit erreichen wir unseren zweiten Stopp – einen zweiten Wasserfall. Die Bekhal Wasserfälle fallen in Kaskaden ins Tal, links und rechts erheben sich sandfarbene Berge. Wir halten trotz der Kulisse nur kurz und nutzen die Gelegenheit, um in den Geschäften ein paar Souvenirs zu kaufen und zu bestaunen, wie die Menschen auf den Stufen des Wasserfalls an Tischen sitzen, Tee trinken und sich unterhalten.

Inzwischen steht die Sonne tiefer am Himmel und wir sind bereit für unser eigentliches Ziel: den Schrein von Raban Boya, ein muslimisch christliches Heiligtum in den Bergen. Um die Höhle, ein bekanntes Pilgerziel, zu erreichen, müssen wir eine gute halbe Stunde den Berg besteigen, was auch im milderen Nachmittagsklima anstrengend bleibt. Der Ausblick zwischen den zwei Bergen ins Tal ist allerdings jede Mühe wert, und als wir bei der Höhle ankommen, herrscht fröhliche Stimmung. Wir besichtigen die heilige Stätte und steigen dann – bei Sonnenuntergang – wieder hinab ins Tal. Anschließend fahren wir ins Stadtzentrum von Shaqlawa, wo uns nach einem Spaziergang über eine von Lichterketten beleuchtete Einkaufsstraße der Präsident der Tishk-Universität, Dr. Idris Hadi, zum Abendessen einlädt.

Am Sonntagmorgen steht ein Besuch an der Katholischen Universität von Erbil auf dem Programm, wo wir freundlich empfangen und zunächst herumgeführt werden. Danach entsteht ein Diskurs über das Zusammenleben der verschiedenen Religionen und die gesellschaftlichen Veränderungen in der Region, seitdem der Überfall des IS 2014 das Land erschütterte. Dankha Joola, der Vizepräsident der Universität, ist zuversichtlich: Er glaubt, dass der Genozid viele Leute zum Umdenken bewegt hat. Die Universität, die 2015 gegründet und durch internationale Spenden finanziert wurde, soll ein Zeichen setzen für die Diversität Kurdistans und dafür, dass Menschen durch Bildung zusammengebracht werden können. Anschließend treffen wir auch einen Bischof, mit dem vor allem die Lehrenden sich unterhalten.

Später sind wir abermals an der Tishk-Universität zum Tee eingeladen, bevor wir uns wieder aufteilen und am Abend verschiedene Kirchen besuchen, die beim City Mapping-Projekt vorgestellt werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden der CUE besuchen wir den Sonntagsgottesdienst in aramäischen und chaldäischen Kirchen, machen Fotos und stellen den Geistlichen vor Ort einige ergänzenden Fragen zu den bisher verfassten Texten. Danach kommen wir im Social Club der Universität zusammen, um an unserem letzten Abend zusammen zu essen und ein bisschen zu feiern. Unsere Reise neigt sich ihrem Ende zu.