FöWiTec unterstützt fünf Transferprojekte

Pola Serwene präsentiert „GeoBreakouts – Geographie lernen und unterrichten mit Escape Games“ | Foto: Tilo Bergemann
Dr. Gerold Zeilinger entwickelt eine „Visualisierung von Landschaftsveränderungen mittels AR in realer Umgebung“. | Foto: Tilo Bergemann
Dr. rer. pol. habil. Christoph Rasche präsentiert eine Weiterbildung für Kita-Leitungen. | Foto: Tilo Bergemann
Dr. Niklas Allroggen hat ein Projekt zur „Klassifizierung von Georadardaten zur automatisierten Zustandserfassung von Bahntrassen“. | Foto: Tilo Bergemann
Prof. Dr. Guido Nottbusch fördert die Lesekompetenz mit „Voculus – Lesen durch Hören“. | Foto: Tilo Bergemann
Quelle: Tilo Bergemann
Pola Serwene präsentiert „GeoBreakouts – Geographie lernen und unterrichten mit Escape Games“.
Quelle: Tilo Bergemann
Dr. Gerold Zeilinger entwickelt eine „Visualisierung von Landschaftsveränderungen mittels AR in realer Umgebung“.
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Dr. rer. pol. habil. Christoph Rasche präsentiert eine Weiterbildung für Kita-Leitungen.
Quelle: Tilo Bergemann
Dr. Niklas Allroggen hat ein Projekt zur „Klassifizierung von Georadardaten zur automatisierten Zustandserfassung von Bahntrassen“.
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Prof. Dr. Guido Nottbusch fördert die Lesekompetenz mit „Voculus – Lesen durch Hören“.

Fünf anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte erhalten in diesem Jahr eine Förderung des Wissens- und Technologietransfers (FöWiTec) der Universität Potsdam. Ziel der internen Ausschreibung war es, die Entwicklung innovativer Produkte, Verfahren, Dienstleistungen oder die Konzeption neuer praxisorientierter Projekte an der Universität Potsdam zu unterstützen. Von insgesamt 21 eingereichten Ideen erhalten nun fünf Forschende aus den Bereichen Geowissenschaften und Geographie, Grundschulpädagogik und Management für zwölf Monate einen Zuschuss und Unterstützung durch die UP Transfer GmbH sowie Potsdam Transfer, die zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Potsdam für Gründung, Innovation, Wissens- und Technologietransfer.

Die geförderten Projekte 2021 sind:

„GeoBreakouts – Geographie lernen und unterrichten mit Escape Games“ von Pola Serwene aus der AG Didaktik der Geographie im Institut für Umweltwissenschaften und Geographie
Ziel des Projekts ist es, sogenannte „GeoBreakouts“ zu entwickeln. Das sind Escape Games zur Förderung der Handlungs- und Bewertungskompetenz im Sinne einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Hierbei müssen sich Schülerinnen und Schüler in Gruppen in einer vorgegebenen Zeit aus einem Raum befreien, indem sie kooperativ Rätsel lösen, Geheimtüren finden und Codes entschlüsseln.

„Visualisierung von Landschaftsveränderungen mittels AR in realer Umgebung“ von Dr. Gerold Zeilinger aus der AG Allgemeine Geologie im Institut für Geowissenschaften
Anstatt die reale Umgebung in einer Visualisierung im Planungsbüro zu verändern, soll dieses Projekt es ermöglichen, Veränderungen der Landschaft vor Ort in die reale Umgebung einzublenden. Mittels AR-Brillen wird es möglich sein, die Landschaft durch Gesten virtuell zu modifizieren und virtuelle Objekte lagegenau zu verschieben, z.B. die Position von Windkraftanlagen. Diese Veränderungen werden an einen GIS Server übertragen und zur Modellierung der Auswirkungen, z.B. die Aufstauung von Gewässern, genutzt. Diese Auswirkungen werden wiederum zurück auf die AR-Brille übertragen. Mehrere synchronisierte Brillen erlauben es dann, die verschiedenen Varianten vor Ort durchzuspielen und in ihren Auswirkungen abzuschätzen. Dies soll zu einem Service entwickelt werden, der eine an die Kundenbedürfnisse angepasste Visualisierung und GIS-Berechnungen liefert.

„Akademisierung des Leitungspersonals von Kindertagesstätten: Qualifizierung für Leitungs- und Managementfunktionen durch innovative Weiterbildung“ von Dr. rer. pol. habil. Christoph Rasche, Management, Professional Services & Sportökonomie
Während in den meisten Staaten der EU in der frühkindlichen Bildung und Erziehung ein genuines Akademisierungsfeld gesehen wird, besteht diesbezüglich in Deutschland ein großer Nachholbedarf, der an der Universität in enger Kopplung mit dem Institut für angewandte Familien-, Kindheits- und Jugendforschung durch eine akademische Weiterbildung abgedeckt werden soll. Die Teilnehmenden der Weiterbildung sollen anwendungsorientiertes Fachwissen über die Grundlagen der Verwaltung zum Betreiben von Kindertageseinrichtungen sowie methodisch-psychologische Kompetenzen für die Zusammenarbeit mit Kita-Leitungen, Kita-Teams und Familien erlangen. Zu diesem Zweck sind ein Kompetenzrahmen, Kompetenzstandards und ein Katalog der Mindestausbildungsinhalte zu entwickeln, der akademischen Standards auf den Gebieten der Erziehungswissenschaften, des Managements, der Rechtswissenschaften und der Kommunikationswissenschaften entspricht. Erstmals soll nach schweizerischem Vorbild eine akademische Weiterbildung im niederschwelligen ECTS-Bereich angeboten werden, z. B. Certificate of Basic Studies.

„Klassifizierung von Georadardaten zur automatisierten Zustandserfassung von Bahntrassen“ von Dr. Niklas Allroggen vom Institut für Geowissenschaften
Die Zustandserfassung von Infrastruktur stellt die Gesellschaft vor immer größere technische und finanzielle Herausforderungen. Ein vielversprechendes Instrument zur schnellen Erkundung langer Messstrecken, z.B. Autobahnen oder Bahntrassen, ist das Georadarverfahren. Während die Messtechnik in diesem Bereich in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht hat, mangelt es an effizienten Auswertungsroutinen für die aufgezeichneten Daten. In diesem Projekt geht es darum, neuartige, auf Attribut- und Klassifizierungsverfahren basierende Methoden auf einen industriellen Georadardatensatz anzuwenden. Dadurch soll die Möglichkeit einer automatischen Auswertung demonstriert werden. Dazu werden in Kooperation mit der DB E&C GmbH ein bestehender Datensatz ausgewertet und die Ergebnisse der automatisierten Auswertung mit den bestehenden Resultaten verglichen. So sollen die Auswertungsgeschwindigkeit erhöht und eine noch effizientere Zustandserfassung ermöglicht werden.

„Voculus – Lesen durch Hören“ von Prof. Dr. Guido Nottbusch, Professur Grundschulpädagogik Deutsch
Die Lesekompetenz stellt eine entscheidende Voraussetzung für die Partizipation an der Informationsgesellschaft dar. Mit der App „Voculus“, die Hörbücher abspielt und dazu das entsprechende eBook anzeigt, soll die Leseflüssigkeit von Schülerinnen und Schülern gefördert werden. Die zeitgleiche Wahrnehmung phonologischer und orthografischer Informationen soll deren Verknüpfung stärken. Zugleich können die professionellen Sprecherinnen und Sprecher als Modelle sinnstützender Intonation dienen. Durch eine automatische Anpassung des Vorlesetempos werden auch schwächere Leser ermächtigt, Bücher ohne Hilfestellung, z.B. im Homeschooling, zu rezipieren, was sowohl zur Chancengerechtigkeit als auch zur Lesemotivation beiträgt.