Zehn Fragen für ein Buch – „Lehre und Lernen entwickeln – Eine Frage der Gestaltung von Übergängen“

Die Herausgeberinnen und Herausgeber mit ihrem Band „Lehre und Lernen entwickeln – Eine Frage der Gestaltung von Übergängen“. | Foto: privat
Quelle: privat
Die Herausgeberinnen und Herausgeber mit ihrem Band „Lehre und Lernen entwickeln – Eine Frage der Gestaltung von Übergängen“.

Zehn Fragen für ein Buch, gestellt an Stefanie Goertz, Benjamin Klages, Dominique Last und Sven Strickroth, die Herausgeber des Buches „Lehre und Lernen entwickeln – Eine Frage der Gestaltung von Übergängen“, Universitätsverlag 2020.

Was steht in Ihrem Buch – in drei Sätzen?

Unser Buch zieht Bilanz nach neun Jahren Förderung durch den Qualitätspakt Lehre im Projekt „Qualität etablieren in Lehre und Lernen (QueLL)“. Der Blick zurück in Form von Werkstattberichten und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit den Projektinhalten ist gleichsam eine Anregung für die Zukunft, indem wir feststellen, dass die Weiterentwicklung von Lehre und Lernen immer auch eine Frage der Gestaltung von Übergangen ist. Dass eine gelingende Gestaltung dann auch mit selbstkritischer Reflexion und der Option auf offene Diskussion zu tun hat, zeigen unsere Autorinnen und Autoren in ihren Beiträgen.  

Hat Ihr Buch eine Geschichte?

Der Band hat viele Geschichten und ist damit so vielfältig wie das QueLL-Projekt selbst. Während der neunjährigen Projektlaufzeit wurden ganz unterschiedliche Fragestellungen, Lösungsansätze und Erfahrungen gesammelt. Diese zu reflektieren und mit Interessierten zu teilen, war Anspruch der Publikation. Hierfür konnte nicht nur ein Großteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den einzelnen Teilprojekte gewonnen werden, sondern ebenso Kolleginnen und Kollegen, mit denen es thematische Überschneidungen gibt. Auch hieran wird der vernetzende Charakter des QueLL-Projektes deutlich. Das Projekt ist in seinem neunjährigen Bestehen kein freischwebender Fremd- bzw. Versuchskörper der Universität Potsdam geblieben, sondern hat in diese hineingewirkt und sie nachhaltig geprägt. Dieses Verdienst festzuhalten, schien uns ein würdiger Abschluss für das Projekt.

Warum ist Ihr Buch wie kein anderes?

Das Besondere an dem Buch ist wohl die Bandbreite seiner lehr- und lernspezifischen Perspektiven bei einer gleichzeitigen Fokussierung auf einen übergeordneten Rahmen. Die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Lehre und Lernen kann viele Anknüpfungspunkte haben – organisatorische, statusbezogene, digitale und berufspraktische. Auf all diese Bezugspunkte geht der Band ein und setzt sie gleichzeitig ins Verhältnis zum Student-Life-Cycle, beginnend mit dem Übergang in die Hochschule, weiterführend mit den Übergängen innerhalb der Hochschule und schließend mit den Übergängen in die Berufspraxis. Die Beiträge zeigen außerdem, dass die Entwicklung von Lehre und Studium nicht als isolierte Aufgabe verstanden werden kann, sondern in die Strukturen und Prozesse der Universität hineinwirken und Formen der Zusammenarbeit etablieren sollte, die es braucht, um Projekte nachhaltig zu gestalten. Damit wird die Gestaltung von Lehre und Studium in ihrer gesamtheitlichen Form betrachtet und gibt gleichzeitig Anregungen für konkrete Handlungsfelder.

Sie veröffentlichen im Universitätsverlag Potsdam – und damit open access. Warum?

Die zeitnahe und transparente Darstellung unserer Erfahrungen und Erkenntnisse ist uns wichtig. Wir suchen den Austausch mit allen an der Entwicklung von Lehre und Lernen Interessierten – auch über die Universität Potsdam hinaus. Eine Veröffentlichung im Universitätsverlag Potsdam erlaubt einen unkomplizierten Zugang zu unseren Ergebnissen und schien uns daher der passende Weg zu sein.

Wer sollte Ihr Buch lesen – und wann?

Der Band richtet sich an alle an Hochschulentwicklung Interessierten, insbesondere aber an Akteure aus Hochschulleitungen, an Lehrende und Forschende sowie an Mitarbeitende des Third Space. Da die Entwicklung von Lehre und Lernen ein stetig voranschreitender Prozess ist, ist das Buch ein jederzeit angeratener Konsultant.  

Was lesen Sie selbst?

Stefanie Goertz: Gegen mein Corona-bedingtes Fernweh lese ich privat gerade „Swell: A Sailing Surfer's Voyage of Awakening“ von Liz Clark, einer jungen Frau, die ihren Traum verwirklicht hat, mit dem Segelboot die Welt zu erkunden. Beruflich lese ich momentan viel zum Thema Internationalisierung der Hochschulbildung.

Benjamin Klages: Im Moment bin ich privat vertieft in „Mittagsstunde“ von Dörte Hansen, ihrer Veröffentlichung nach „altes Land“. Beruflich schmökere ich im Band „Unruhig bleiben – die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän“ der Wissenschaftshistorikerin Donna Haraway, die beispielsweise gesamtgesellschaftliche Relevanzen von Wissenschaft originell im Zusammenhang Ihrer Erfahrungen aus Biologie und Kulturwissenschaft diskutiert.

Dominique Last: Auf der Suche nach den Voraussetzungen für einen gelungenen Studienbeginn und -verlauf für unsere Studierenden lese ich viel über studentische Heterogenität, Studienerfolg, Studieneingangsgestaltung und alles Methodische, was es zur Analyse und Umsetzung dessen braucht. Wenn es mal weniger aufregend sein soll, dann auch gern Biographien oder Werke über und von Menschen, die mich positiv wie negativ beeindrucken.

Sven Strickroth: Meine Kerninteressen liegen im Bereich Bildungstechnologien und Digitalisierung aus der Sicht der Informatik. Daher lese ich vor allem Forschungsliteratur in diesen Bereichen.

Was hat Spaß gemacht beim „Buchmachen“ – und was eher nicht?

Festzustellen, dass so viele Autorinnen und Autoren sich für dieses Buchprojekt begeistern ließen und die Ausdauer hatten, den Weg bis zur Veröffentlichung durchzuhalten, war eine bleibend positive Erfahrung. Entsprechend war die Zusammenarbeit mit den Autorinnen und Autoren der illustre Teil unserer Arbeit – sei es in der ersten Ideenfindung für Beitragsthemen, in der organisatorischen und inhaltlichen Abstimmung oder im Gegenlesen und Feinjustieren der Beitragstexte. Die Herausgeberschaft war ein durch und durch spannender und letztlich inspirierender Weg, der – wenn wir uns auf etwas Spaßbefreites festlegen müssten – vielleicht manchmal etwas sehr lang erschien.  

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie gut ist Ihr Buch?

Der Sammelband umfasst 14 Beiträge, unseres Erachtens hat jeder Beitrag die volle Punktzahl verdient. Wir hoffen, dass die Leserinnen und Leser des Bandes zu einem ähnlichen Fazit gelangen.

Wenn Sie könnten: Würden Sie sich für das Buch einen Preis verleihen – und wenn ja, welchen?

Wir bleiben realistisch und verzichten darauf, unsere Publikation für den Literaturnobelpreis zu nominieren. Vielmehr wäre jede Diskussion, Inspiration oder Irritation, die durch den Band ausgelöst wird, Auszeichnung genug für uns.

Und nun noch 3 Sätze zu Ihnen ...

Stefanie Goertz ist Mitarbeiterin im International Office der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und war bis August 2020 die Koordinatorin des QueLL-Projektes.

Benjamin Klages hat als Hochschuldidaktiker an der Entwicklung eines Programms für etablierte Professorinnen und Professoren mitgearbeitet. Er ist zugleich Koordinator des „Netzwerks Studienqualität Brandenburg“ an der Universität Potsdam.

Dominique Last ist Koordinatorin des durch den Europäischen Sozialfond geförderten Projekts „Universitätskolleg“, welches sich mit der Weiterentwicklung der Studieneingangsphase an der Universität Potsdam befasst.

Sven Strickroth war bis Oktober 2020 Koordinator des QueLL-Projekts „E-Learning in Studienbereichen“ (eLiS). Hiernach ist er an die Ludwig-Maximilians-Universität München gewechselt, wo er seither die Professur für Technology-Enhanced Learning am Institut für Informatik innehat.

„Zehn Fragen für ein Buch“ öffnet die Tür zum Potsdamer Universitätsverlag und stellt regelmäßig Neuerscheinungen vor. „Lehre und Lernen entwickeln - Eine Frage der Gestaltung von Übergängen“ ist hier online verfügbar – oder hier als Buch zu bestellen. Weitere Neuerscheinungen aus dem Universitätsverlag hier.