Prof. Miriam Rürup zur neuen Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums ernannt

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und die neue Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien Prof. Dr. Miriam Daniela Rürup | Foto: MWFK
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Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und die neue Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien Prof. Dr. Miriam Daniela Rürup

Prof. Dr. Miriam Daniela Rürup ist zum 1. Dezember als neue Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien (MMZ) bestellt worden. Zugleich ist sie auch als Professorin an der Universität Potsdam ernannt. Bei einem ersten Zusammentreffen am 25. November 2020 wurde Rürup von Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle die offizielle Ernennungsurkunde überreicht. Die Historikerin tritt als MMZ-Direktorin die Nachfolge von Prof. Julius H. Schoeps an, der das Institut 1992 gegründet und bis 2015 geleitet hat.

Wissenschaftsministerin Manja Schüle zeigte sich erfreut über die Neubesetzung: „Mit Miriam Rürup haben wir eine hoch kompetente neue Direktorin für das MMZ gefunden. Mit ihren Forschungsschwerpunkten und ihren bisherigen Erfahrungen passt sie perfekt zu diesem Institut.“ Frau Prof. Dr. Rürup wurde 1973 in Karlsruhe geboren und studierte Geschichte, Soziologie und Ethnologie in Göttingen, Berlin und Tel Aviv. Nach ihrer Promotion arbeitete sie unter anderem an der Universität Göttingen und am Deutschen Historischen Institut in Washington DC. Seit 2012 ist sie Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Im Jahr 2018 wurde sie zur Professorin in Hamburg ernannt. Ihre Forschungsschwerpunkte sind deutsch-jüdische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Migrationsgeschichte und Deutsche Zeitgeschichte, insbesondere der NS-Verfolgungspolitik und Erinnerungskultur nach 1945.

Ministerin Schüle dankte auch Rürups Vorgänger Prof. Dr. Julius H. Schoeps für seine Tätigkeit: „Julius Schoeps hat aus dem MMZ eine international renommierte Forschungseinrichtung gemacht. Er war Initiator des 1994/95 eingerichteten interdisziplinären Studiengangs Jüdische Studien, aus dem sich später das Institut für Jüdische Studien entwickelte. Zudem setzt er sich seit Jahrzehnten unermüdlich für ein friedliches Zusammenleben von jüdischen und nichtjüdischen Menschen ein. Ich wünsche ihm alles Gute für seinen weiteren Lebensweg.“

Prof. Oliver Günther, Ph.D., der Präsident der Universität Potsdam, schließt sich an: „Mit Frau Kollegin Rürup konnten wir eine international hoch angesehene Wissenschaftlerin für die Universität und für das MMZ gewinnen.  Wir freuen uns außerordentlich auf sie und auf die bevorstehende Zusammenarbeit. Miriam Rürup ist eine in jeder Hinsicht würdige Nachfolgerin für Herrn Kollegen Schoeps, der nicht nur das MMZ gegründet hat, sondern auch wesentliche Beiträge zum Aufbau der 1991 gegründeten Universität leistete und als ‚public intellectual‘ Potsdam weltweit repräsentierte. Dafür gebührt ihm großer Dank.“

Das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, im Jahr 1992 gegründet, ist ein interdisziplinär arbeitendes wissenschaftliches Forschungszentrum, das historische, philosophische, religions-, literatur- und sozialwissenschaftliche Grundlagenforschung betreibt. Als An-Institut der Universität Potsdam ist es maßgeblich am Studiengang „Jüdische Studien/Jewish Studies“ beteiligt. Die Mitarbeiter, Fellows und Lehrbeauftragten des MMZ bringen die gesamte Breite ihrer wissenschaftlichen Fragestellungen und Kenntnisse in die Lehre dieses Studiengangs ein. Das Institut vom Land jährlich mit mehr als einer Million Euro gefördert.

Als künftigen Forschungsschwerpunkt für das MMZ möchte Prof. Dr. Miriam Rürup die jüdische Geschichte der NS-Zeit sowie der deutschen Zeitgeschichte akzentuieren, z. B. Forschungen zur Situation ausländischer und staatenloser Juden und ihrer Beziehung zu deutschen Juden während des Nationalsozialismus. Mit dieser Akzentuierung lasse sich die Emil Julius Gumbel Forschungsstelle mit ihrer aktuellen und zum Teil auch tagespolitischen Ausrichtung zur Erforschung des Antisemitismus vorzüglich mit einem historischen Ansatz unterfüttern.