Ehrung der besten Absolventen des Jahrgangs an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät

v.l.n.r. Dr. Rebekka Mumm, Dr. Florentin Münch, Saskia Marie Bacher, Johanna Krüger | Fotos: Anke Salow | privat | privat | Thomas Roese
Quelle: Anke Salow | privat | privat | Thomas Roese
v.l.n.r. Dr. Rebekka Mumm, Dr. Florentin Münch, Saskia Marie Bacher, Johanna Krüger

Zum Auftakt des Akademischen Jahres ehrt die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Potsdam besondere Studienleistungen im zurückliegenden Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie erhalten die Geehrten ihre Urkunden 2020 auf dem Postweg. Die Fakultät vergibt in diesem Jahr den Michelson-Preis für die beste Promotion, den Jacob-Jacobi-Preis für den besten Studienabschluss und den Leopold-von-Buch-Preis für den besten Bachelorabschluss des Jahrgangs 2019/20.

Der Michelson-Preis wird geteilt und geht an Dr. Florentin Münch und Dr. Rebekka Mumm. Der nach dem Physiker und Nobelpreisträger Albert Abraham Michelson benannte Preis ist mit insgesamt 1.500 Euro dotiert und wurde mit Unterstützung der UP Transfer GmbH an der Universität Potsdam ausgelobt.

Der Mathematiker Florentin Münch erhält den Preis für seine Promotion an der Universität Potsdam zum Thema Ricci-Krümmung auf Graphen - ein hochaktuelles Forschungsgebiet, auf dem er überraschende Resultate erzielte. Einen Teil seiner Promotion verbrachte er an der Harvard University in Cambridge. In seiner Arbeit ging es darum, Durchmesserschranken aus Krümmungsschranken zu schlussfolgern und die geometrischen Objekte zu identifizieren, für die Gleichheit in den Schranken angenommen wird. Dabei kombinierte er analytische Techniken aus dem Studium der Wärmeleitungsgleichung mit kombinatorischen Betrachtungen. Die von Florentin Münch geführten mathematischen Beweise erforderten vollkommen neue Ansätze und Methoden, daher stellen seine Ergebnisse einen entscheidenden mathematischen Durchbruch dar.

Die Humanbiologin Rebekka Mumm erhält den Preis für ihre kumulative Dissertation auf dem Gebiet der Wachstumsregulation von Kindern und Jugendlichen. Sie untersuchte, welche Rolle die Ernährung hierbei spielt. Die Stärke ihrer Dissertation liegt in der kreativen Implementierung eines breiten statistisch fundierten Methodenspektrums in eine Fragestellung, die von globalem gesundheitspolitischem Interesse ist. Die Ergebnisse zeigen, dass ein direkter Zusammenhang der Körperhöhe und der Körpermasse während des Wachstums fehlt. Die politische Praxis von internationalen Interventionsprogrammen zur Beseitigung der Unterernährung kann damit hinterfragt werden.

Den Jacob-Jacobi-Preis erhält Johanna Krüger, die ihr Masterstudium in Biochemie und Molekularbiologie mit der Note 1,0 abgeschlossen hat. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis ist nach dem in Potsdam geborenen Mathematiker Carl Gustav Jacob Jacobi benannt und wird vom Leibniz-Kolleg Potsdam finanziert.

In ihrer Masterarbeit hat Frau Krüger die Umweltbedingungen des im Ostafrikanischen Grabenbruch liegenden Salzsees Chew Bahir vor Tausenden von Jahren erforscht. Sie untersuchte dafür DNA-Spuren aus einem Bohrkern der Seesedimente des Chew Bahir, die aus einer Tiefe von bis zu 70 Metern stammen. Damit sind viele der Proben über 20.000 Jahre alt. Die DNA verschiedenster Arten wurde in den Bohrproben gezielt und simultan angereichert, was einen neuartigen wissenschaftlichen Ansatz darstellte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Methodik auch mit solch schwierigen Proben funktionieren kann. Die Masterarbeit von Frau Krüger bildete die Basis für einen erfolgreichen Projektantrag wie auch eine erste Publikation, die sich in Arbeit befindet. Für ihre herausragenden Studienleistungen erhielt Johanna Krüger bereits den Absolventenpreis der Universität Potsdam 2020.

Mit dem Leopold-von-Buch-Preis wird Saskia Marie Bacher ausgezeichnet. Frau Bacher hat den besten Bachelorabschluss von insgesamt 231 Studierenden, die in diesem Studienjahr an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät mit dem Bachelor abgeschlossen haben. Der Leopold-von-Buch-Preis ist mit insgesamt 300 Euro dotiert und wurde mit Unterstützung der UP Transfer GmbH ausgelobt. Der Namensgeber stammt aus der Uckermark und gilt als einer der ersten geologischen Feldforscher.

In ihrer Bachelorarbeit analysierte Frau Bacher die thermische und hydrologische Dynamik des arktischen Permafrostes. Dazu wertete sie Boden- und Klimadaten einer 20-jährigen Messreihe von einem Standort in der Arktis auf Spitzbergen aus. Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, wie sich der Permafrost dort erwärmt und verändert. Damit stellt die Arbeit von Frau Bacher einen wegweisenden und äußerst wertvollen Beitrag zur aktuellen Klimaforschung dar. In ihrer Arbeit gelang es Frau Bacher, Wissen zu physikalischen Prozessen, statistischer Auswertung und ein konzeptionelles Prozessverständnis zusammenzuführen. Frau Bacher studiert derzeit im englischsprachigen Masterstudiengang Global Change Geography an der Humboldt-Universität zu Berlin.