Zehn Fragen für ein Buch – Grenzräume – Grenzbewegungen

Zehn Fragen für ein Buch – gestellt an Dr. Nina Frieß, Herausgeberin von „Grenzräume – Grenzbewegungen: Ergebnisse der Arbeitstreffen des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft in Basel 2013 und Frankfurt (Oder) und Słubice 2014; Bd. 1 u. 2“. Universitätsverlag Potsdam, 2016. 

Was steht in Ihrem Buch – in drei Sätzen?

Das, was Nachwuchsforscherinnern und -forscher aus der slavistischen Literatur- und Kulturwissenschaft derzeit beschäftigt. Obwohl das Themenspektrum breit ist, lassen sich doch Trends erkennen: Erinnerungskulturelle Themen sind nach wie vor wichtig, ebenso Fragen nach der Faktizität und Fiktionalität von Texten, und das neue osteuropäische Drama findet auch endlich wieder mehr Beachtung.

Hat Ihr Buch eine Geschichte? (Wie ist es entstanden: aus einer Tagung, einem Projekt, einer Dissertation?)

Die Bände sind aus zwei Tagungen des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft (JFSL) hervorgegangen, einer informellen Vereinigung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der deutschsprachigen Slavistik. Die Tagungen fanden im Frühjahr 2013 in Basel und im Herbst 2014 in Frankfurt/Oder und Słubice statt, also jeweils in Grenzregionen. Der Literaturwissenschaftler und Semiotiker Jurij Lotman hat Grenzräume und Peripherien als besonders produktiv bezeichnet. Dass er recht hatte, sieht man in unseren Bänden. 

Warum hat die Welt auf Ihr Buch gewartet bzw. warum ist es wie kein anderes?

Das Buch ist ein Seismograf der deutschsprachigen Slavistik. Wer wissen will, welche Themen das Fach in den nächsten Jahren bewegen werden, der braucht keine Kristallkugel. Ein Blick in unsere Bände genügt.

Sie veröffentlichen im Universitätsverlag Potsdam – und damit open access. Warum?

Gerade für Nachwuchsforscher, die sich ihre Leserschaft erst noch erarbeiten müssen, bietet open access die Möglichkeit, Forschungsergebnisse mit einer großen Zahl von Menschen – ob Fachkollegen oder interessierte Laien – zu teilen und im besten Fall in einen produktiven Austausch zu treten. 

Wer sollte Ihr Buch lesen – und wann?

All diejenigen, die schon immer wissen wollten, was diese Slavisten eigentlich so tun, wenn sie nicht gerade Bären jagen und Wodka brennen. Dadurch, dass das Buch rund um die Uhr abrufbar ist, kann es eigentlich jederzeit gelesen werden. Für Freunde des gedruckten Buchs gibt es die beiden Bände übrigens auch in materialisierter Form zu kaufen.

Was lesen Sie selbst?

Gerade bereite ich ein Seminar zum Majdan vor und lese verschiedene zeitgenössische ukrainische Autoren, die sich mit den Umbrüchen in der Ukraine auseinandersetzen, zum Beispiel Andrej Kurkows „Ukrainisches Tagebuch“. Außerdem habe ich Gary Shteyngarts „Kleinen Versager“ in Arbeit, ein ziemlich schräger, sehr unterhaltsamer autobiografischer Text über die Kindheit und Jugend des Autors, der Ende der 1970er Jahre mit seinen Eltern von Leningrad in die USA auswandert.

Was hat Spaß gemacht beim „Buchmachen“ – und was eher nicht?

Da zitiere ich den Vater eines Bekannten: „Arbeit hat relativ viel mit Arbeit und relativ wenig mit Spaß zu tun.“ Das Buch am Ende in den Händen zu halten, ist aber dennoch eine großartige Sache. Deswegen ist es auch schön, dass man im Universitätsverlag nicht nur online publizieren kann.

Auf einer Skala von 1 bis 10: wie gut ist Ihr Buch?

Eine Steigerung nach oben ist immer möglich: Ich vergebe 8 Punkte.

Wenn Sie könnten: Würden Sie sich für das Buch einen Preis verleihen – und wenn ja, welchen?

Gibt es einen Preis für gelungene nachwuchswissenschaftliche Kooperationsprojekte? Den würde ich uns verleihen.

Und nun noch 3 Sätze zu Ihnen …

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für ostslavische Literaturen und Kulturen am Institut für Slavistik, außerdem Koordinatorin des Bachelorstudiengangs Interdisziplinäre Russlandstudien. In meiner 2015 abgeschlossenen Dissertation habe ich untersucht, wie die stalinistischen Repressionen in der russischen Gesellschaft der Gegenwart erinnert werden. Mein aktuelles Projekt befasst sich mit Literaturen im postsowjetischen Raum. Im Oktober werde ich eine Stelle am Zentrum für Osteuropa und internationale Studien (ZOiS) in Berlin antreten. 

"Zehn Fragen für ein Buch" öffnet die Tür zum Potsdamer Universitätsverlag und stellt regelmäßig Neuerscheinungen vor. „Grenzräume – Grenzbewegungen: Ergebnisse der Arbeitstreffen des Jungen Forums Slavistische Literaturwissenschaft in Basel 2013 und Frankfurt (Oder) und Słubice 2014; Bd. 1 u. 2“ ist hier (Bd. 1: <link https: publishup.uni-potsdam.de opus4-ubp frontdoor index docid zum ersten>

publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/index/index/docId/8676

; Bd. 2: <link https: publishup.uni-potsdam.de opus4-ubp frontdoor index docid zum zweiten>

publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/index/index/docId/8677

) online verfügbar. Weitere Neuerscheinungen aus dem Universitätsverlag hier (<link http: verlag.ub.uni-potsdam.de aktuell.php zum>

verlag.ub.uni-potsdam.de/aktuell.php

).

Text/Fragen: Matthias Zimmermann
Online gestellt: Agnetha Lang
Kontakt zur Online-Redaktion: <link an die>onlineredaktion@uni-potsdam.de

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