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Unsere Forschung

Der Stempelprozess ist aus dem Büroalltag vertraut: Er stellt eine einfache und zuverlässige Methode zur Vervielfältigung kleiner Muster über große Flächen dar. In unserer Arbeitsgruppe übertragen wir dieses Konzept in die Mikro- und Nanowelt, indem wir den Mikrokontaktdruck (µCP) weiterentwickeln – ein miniaturisiertes Druckverfahren, das den Transfer chemisch definierter Strukturen mit mikrometergenauer Präzision ermöglicht.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich der Mikrokontaktdruck zu einem leistungsfähigen Werkzeug der Oberflächenwissenschaft entwickelt. Er findet vielfältige Anwendungen, beispielsweise bei der Musterung von Proteinen zur Steuerung von Zellwachstum, der Herstellung von Biosensoren, der Strukturierung mikroelektronischer Bauteile sowie der gezielten Einstellung von Oberflächeneigenschaften wie Benetzbarkeit und Adhäsion. Trotz dieser Erfolge ist die Technik bislang weitgehend auf glatte Substrate beschränkt geblieben, während viele technologisch und biologisch relevante Oberflächen rau, porös, gekrümmt oder weich sind.

Unser Ziel ist es, den Mikrokontaktdruck auf den unteren Mikro- und Nanomaßstab auszuweiten und damit wohldefinierte chemische Muster auf rauen, kapillaraktiven Oberflächen, diffusen (biologischer) Grenzflächen und kolloidalen Partikeln zu ermöglichen. Hierzu wenden wir Methoden aus der Polymerchemie an.