Rehabilitation im Dialog – Wie können Post- und Long-COVID-Patientinnen und Patienten optimal versorgt werden?

Symbolbild. Grafische Darstellung eines Kopfes von der Seite mit Corona-Virus.
Foto : AdobeStock/DonkeyWorx

Von chronischer Erschöpfung und eingeschränkter Belastbarkeit bis zu Konzentrations- und Gedächtnisproblemen reicht das Spektrum möglicher Langzeitfolgen einer Infektion mit SARS-CoV-2. Auch eine Verschlechterung der Lungenfunktion und Komplikationen an anderen Organen sind nicht auszuschließen. Wie betroffene Patientinnen und Patienten optimal versorgt werden können, darüber diskutieren Fachleute aus Medizin, Wissenschaft, Gesundheitswesen und Politik am 6. Mai in der Reihe „Rehabilitation im Dialog“, zu der der Rehabilitationsmediziner Prof. Dr. med. Heinz Völler in die Wissenschaftsetage des Potsdamer Bildungsforums einlädt. Eröffnet wird die Tagung von Ursula Nonnemacher, Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Veranstalter sind die Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, das brandenburgische Gesundheitsministerium und der Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin Brandenburg – HealthCapital.

Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich im „Reha-Land“ Brandenburg ein „Runder Tisch“ konstituiert, der in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium einerseits und den
Klinikleitungen andererseits die Nachsorge schwer erkrankter COVID-Patienteninnen und Patienten koordiniert hat. Auf diese Weise konnte gemeinsam mit den Akutkliniken die sektoren- und länderübergreifende Betreuung der Betroffenen gewährleistet werden. Beispielhaft ist hier das Post-SAVE-Netzwerk zu nennen, das die Frührehabilitation von Betroffenen mit schwerem Akutverlauf gesichert hat. Dr. med. Jörg Schultze-Amberger, Chefarzt an der Median-Klinik Kladow, wird auf der Tagung davon berichten.

Aber nicht nur Schwerkranke, sondern auch Personen mit zunächst mildem oder moderatem Krankheitsverlauf leiden nicht selten unter Folgeschäden der Infektion. Neben organspezifischen Beeinträchtigungen treten häufig Erschöpfungssymptome sowie psychische oder neurokognitive Einschränkungen auf. Die Versorgung dieser Post- und Long-COVID-Patienteninnen und Patienten erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin, Psycho-, Physio-, Ergo- und Sporttherapie, wie sie in Rehabilitationseinrichtungen praktiziert wird. „Wichtig ist es hier jedoch, die Pathomechanismen und die daraus resultierenden Besonderheiten des Postviralen Syndroms zu verstehen“, sagt Prof. Dr. med. Heinz Völler von der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, der als Ärztlicher Direktor der Klinik am See, Rehabilitationsklinik für Innere Medizin in Rüdersdorf bei Berlin, über die verschiedenen Verlaufsformen referieren wird. Auch Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen von der Charité Berlin wird in ihrem Vortrag das Postvirale Syndrom – von Long-COVID bis zum Chronischen Fatigue Syndrom ME/CFS – näher beleuchten.
Das Verständnis der verschiedenen Krankheitsmechanismen gilt als Voraussetzung, um den Betroffenen in der Rehabilitation ein personifiziertes Programm anbieten zu können. So wird einerseits eine Überforderung der Patientinnen und Patienten vermieden, andererseits erlaubt dieses Konzept die Einschätzung der beruflichen Wiedereingliederung. Ob für Beschäftigte des Gesundheitswesens darüber hinaus auch die Anerkennung einer Berufskrankheit gewährt werden kann, soll auf der Tagung ebenfalls diskutiert werden.

Wann: 6. Mai 2022, 15:00 Uhr
Wo: Wissenschaftsetage im Bildungsforum, Raum Süring/Volmer, Am Kanal 47, 14467 Potsdam
Kontakt: Prof. Dr. med. Heinz Völler, Leiter der Professur für Rehabilitationsmedizin, Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, Universität Potsdam
Ärztlicher Direktor der Klinik am See, Rehabilitationsklinik für Innere Medizin, Rüdersdorf bei Berlin
Sekretariat und Anmeldung: Beate Barnack, Tel. 0331 977-4063
E-Mail: beate.barnackfgw-brandenburgde

Tagungsprogramm: https://www.uni-potsdam.de/fileadmin/projects/rehawiss/Veranstaltungen/Flyer_forREHA_06.05.2022.pdf

Hintergrund
Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg
wurde 2018 als gemeinsame Fakultät der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gegründet. Sie bildet den Kern des Gesundheitscampus Brandenburg. Ziel ist es, neuartige medizinische, pflegerische und medizin-technische Versorgungsangebote sowie innovative Studiengänge zu entwickeln. In Kooperation mit weiteren Hochschulen und Forschungseinrichtungen soll die Fakultät zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Flächenland Brandenburg beitragen.

Medieninformation der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, herausgegeben von der Universität Potsdam
27-04-2022 / Nr. 002