Prof. Dr. Michael Lenhard im Human Frontier Science Program gefördert

Links- und rechtsgrifflige Blüten von Wachendorfia paniculata. Die blauen Pfeile zeigen die Griffel, die orangenen Pfeilköpfe die Staubbeutel. Zwei der drei Staubbeutel sind jeweils auf die andere Seite als der Griffel gebogen. | Bildrechte: Michael Lenhard
Links- und rechtsgrifflige Blüten von Wachendorfia paniculata. Die blauen Pfeile zeigen die Griffel, die orangenen Pfeilköpfe die Staubbeutel. Zwei der drei Staubbeutel sind jeweils auf die andere Seite als der Griffel gebogen. | Bildrechte: Michael Lenhard
Foto : Michael Lenhard
Links- und rechtsgrifflige Blüten von Wachendorfia paniculata. Die blauen Pfeile zeigen die Griffel, die orangenen Pfeilköpfe die Staubbeutel. Zwei der drei Staubbeutel sind jeweils auf die andere Seite als der Griffel gebogen.
Foto : Michael Lenhard
Links- und rechtsgrifflige Blüten von Wachendorfia paniculata. Die blauen Pfeile zeigen die Griffel, die orangenen Pfeilköpfe die Staubbeutel. Zwei der drei Staubbeutel sind jeweils auf die andere Seite als der Griffel gebogen.
Mit einem internationalen Forschungsteam ist es Prof. Dr. Michael Lenhard von der Universität Potsdam gelungen, einen der begehrten Research Grants der International Human Frontier Science Program Organization einzuwerben. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Kanada, den Niederlanden und Südafrika wird der Leiter der Arbeitsgruppe Genetik in den nächsten drei Jahren zur Spiegelsymmetrie bei Blüten forschen.

Die Forschungsstipendien des Human Frontier Science Program (HFSP) werden für Projekte länderübergreifender Wissenschaftlerteams vergeben, die ihre Expertise zum übergeordneten Thema „Komplexe Mechanismen lebender Organismen“ kombinieren wollen. Im HFSP-Projekt von Michael Lenhard wird es darum gehen, die molekulare Basis, die evolutionäre Entstehung und die ökologischen Folgen von links-rechts asymmetrischen Blüten aufzuklären. Das Projekt ging aus einer universitätsfinanzierten Reise von Biologen nach Südafrika zum Zweck der Kooperationsanbahnung hervor und beruht auf den Sammlungen des Botanischen Gartens, in denen sich solche links-rechts-asymmetrischen Arten finden.

Bei den entsprechenden Arten gibt es zwei Formen von Blüten: In der einen ist der weibliche Griffel nach links, in der anderen nach rechts gebogen, und in vielen Fällen befinden sich die pollenproduzierenden Staubbeutel auf der entgegengesetzten Seite. Während bei manchen Arten, wie dem Usambaraveilchen, beide Blütenformen auf demselben Individuum vorkommen, ist das Team um Michael Lenhard an den Fällen interessiert, wo ein Individuum jeweils nur links- oder nur rechts-grifflige Blüten besitzt. In diesen Fällen wird die Richtung der Griffelbiegung genetisch bestimmt. Die Frage, wie ein Unterschied in der DNA zu einer reproduzierbaren Richtungsentscheidung von Organen führt, ist bisher nur unzureichend verstanden. Das Beispiel der spiegelsymmetrischen Blüten bietet darüber hinaus laut Michael Lenhard die Möglichkeit, die molekulare Kontrolle der Links-Rechts-Asymmetrie mit direkten ökologischen Folgen zu verbinden. So wird vermutet, dass es sich dabei um eine Anpassung handelt, die das Auskreuzen zwischen den Individuen einer Art befördert.  
HFSP ist ein internationales Programm zur Forschungsförderung durch die International Human Frontier Science Program Organization mit Sitz in Straßburg. Ziel des Programms ist die Förderung interkontinentaler Kollaborationen und besonders innovativer, risikobehafteter, interdisziplinärer Forschung in den Lebenswissenschaften. Eine Förderung erhalten Wissenschaftler-Teams aus unterschiedlichen Ländern, um Fragen aufzugreifen, die nicht durch individuelle Labore beantwortet werden können.

Webseite HFSP Stipendiaten: https://www.hfsp.org/awardees/newly-awarded

Abbildung: Links- und rechtsgrifflige Blüten von Wachendorfia paniculata. Die blauen Pfeile zeigen die Griffel, die orangenen Pfeilköpfe die Staubbeutel. Zwei der drei Staubbeutel sind jeweils auf die andere Seite als der Griffel gebogen. Bildrechte: Michael Lenhard

Kontakt: Prof. Dr. Michael Lenhard, Institut für Biochemie und Biologie
Telefon: 0331 977-5580
E-Mail: mlenharduni-potsdamde

Medieninformation 14-04-2021 / Nr. 024