Qualifikationsarbeiten

Laufende Dissertationen

Sina Kobbe

Titel: moralisatio und delectatio im Prozess der Traditionsbildung und Transformation – ‚Hans Clawerts werckliche Historien‘ von Bartholomäus Krüger


Natalie Ann Mlynarski-Jung

Kontakt: natalie.mlynarskiuni-potsdamde

Titel: Bruder Rausch - Gattungstransformationen vom Exempel zum Schwankroman im Kontext der europäischen Druckgeschichte

Poster in voller Größe:PDF anzeigen

Beschreibung des Vorhabens:

Der Stoff um die Teufelsfigur Bruder Rausch (mnd. Broder Rusche, ndl. Broeder Russche, engl. Friar Rush, dän. und schwed. Broder Ruus) wird vom 13. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert mit Ausnahme eines handschriftlichen, geistlichen Exempels in zahlreichen Drucken tradiert. Trotz der europäischen Erfolgsgeschichte des schalkhaft agierenden Teufels Rausch, die sich in der hohen Anzahl von Drucken im deutsch-, niederländisch-, englisch-, dänisch- und schwedischsprachigen Raum widerspiegelt, ist das Textkorpus in der mediävistischen Forschung bislang nur marginal berücksichtigt worden. Aufgrund dessen nimmt sich das Dissertationsprojekt zum Ziel, das gesamte Textkorpus um die Teufelsfigur erstmals im Verbund zu betrachten, um die Transformation des Stoffes innerhalb seiner umfassenden Überlieferung zu untersuchen. Da der Stoff bis ins 16. Jahrhundert zunehmend schwankromanartige Züge annimmt, soll das Projekt außerdem klären, warum der Bruder Rausch in die Erzähl-, Motiv- und drucktypographische Tradition des Schwankromans gerückt wird, allerdings am Zenit seiner Transformation im 17. Jahrhundert in England durch Thomas Dekker dramatisiert und im reformierten skandinavischen Raum sogar als propagandistische Schrift gegen den Katholizismus verbreitet wird. Der Stoff scheint durch seine Fähigkeit zur konstanten Anpassung und Eingliederung in unterschiedlichste kulturelle Kontexte ein großes transgenerisches Potential aufzuweisen, das das Dissertationsprojekt erschließen und erklären möchte.

In einem ersten Teil wird hierfür die Überlieferung des Stoffs in einem Katalog bibliographisch erfasst, um sodann in einem zweiten Teil die Charakteristika aufzuarbeiten, welche die Text-Bild-Ebenen sowie die jeweiligen Bearbeitungstendenzen der einzelnen Drucke unter Bezugnahme auf ihre kulturellen und literarischen Milieus aufweisen. Die Textzeugnisse werden dazu anhand von Themenkomplexen untersucht, die Aufschluss über die Figurengestaltung, die Erzählstruktur und die damit zusammenhängende Komik schwankhaften (oder dramatischen) Erzählens geben sollen. Punktuell werden außerdem neben dem spätmittelalterlichen Teufelsdiskurs kulturhistorische, theologische, konfessionelle, mythologische und legendarische Diskurse berücksichtigt. Im Rahmen eines Fazits soll die Zugehörigkeit des Bruder Rausch zur Gattung der Schwankromane präzisiert werden, von der in der Forschungsliteratur seit Werner Röckes einflussreicher Monographie „Die Freude am Bösen“ ausgegangen wird.


Pia Schüler M.A.

Kontakt: pia.schueleruni-potsdamde

Titel: Auf der Suche nach Bedeutung. Sinnstiftende Erzählverfahren in Texten des 11. und 12. Jahrhunderts

Poster in voller Größe:PDF anzeigen

Beschreibung des Vorhabens:

Das Mittelalter hindurch beschäftigen sich Gelehrte mit der Frage nach dem tieferen Sinn, der über das literale Verständnis von Texten oder Dingen hinausgeht und göttliche Bedeutung anzeigt. Gerade in der geistlich geprägten frühmittelhochdeutschen Literatur spielt die Auslegung nicht nur eine randständige, sondern eine ganz zentrale Rolle, die immer wieder in die Texte selbst hineinverlagert wird. So verbinden sich etwa in der ‚Hochzeit‘ oder dem ‚Lob Salomons‘ erzählender und auslegender Teil in einer Art narrativen Allegorese. In diesen und anderen Fällen wird die Auslegung dem Text nicht als gesonderter, punktueller Kommentar beigefügt, sondern erfährt eine Erweiterung zum (unterschiedlich stark ausgeprägten) narrativen Prinzip. Solche Überlagerungen von exegetischen und literal-handlungsgebundenen Erzählverfahren konstituieren ein bisher kaum erfasstes poetisches Konzept, das die Auslegungspraxis als eine wichtige kulturgeschichtliche Größe spiegelt.


Daniela Vukadin

Titel: Scheitern im Prosaroman des 15. und 16. Jahrhunderts


Abgeschlossene Dissertationen

  • Inci Bozkaya: „Es ist ein deutung in den sachen.“ Studien zum Esopus des Burkard Waldis
  • Julia Rüthemann: Bar mîn herze ie bernde wunne. Der Herztopos und die Personifikation in gender-poetologischer und –narratologischer Perspektive. Analysen am Beispiel der Minnelyrik, des Parzival, des Roman de Silence und des Welt Lohn