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Zwischen Kult und Sucht: Drogenpflanzen

Foto: Bernd Weber

„Bier mit Bilsensamen soll niemand trinken, denn sie bringen Hirnwüten und bisweilen jähen Tod“, warnte bereits 1667 der Botaniker Tabernaemontanus. Neben Bilsenkraut können auch andere einheimische oder bei uns angebaute Pflanzen das Bewusstsein verändern und die Gesundheit gefährden – es sind Rauschgifte. Bei der Führung werden zahlreiche dieser Pflanzen gezeigt, ihre Wirkung erläutert und vor den damit verbundenen Gefahren gewarnt. Im Rahmen der Ausstellung „Rausch und Wirklichkeit – Bewusstseinsverändernde Pflanzendrogen“ zeigt der Botanische Garten auch im Freilandbereich zahlreiche Drogenpflanzen. Sie besitzen Inhaltsstoffe, die das Bewusstsein beeinflussen und häufig zugleich recht giftig sind. Die hervorgerufenen Räusche können mit Halluzinationen und Stimmungsänderungen bis hin zu starker Euphorie einhergehen. Die damit verbundenen Risiken für Leben und Gesundheit sind oft erheblich, und auch Suchtgefahren können eine Rolle spielen. In anderen Teilen der Welt sind solche Pflanzen noch heute für schamanische Kulte und Heilanwendungen von Bedeutung, aber auch die Völker Europas hatten bis zur Durchsetzung des Christentums vielfältige Erfahrungen mit Rauschpflanzen. Mit der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit gingen viele solche Traditionen verloren. Etliche dieser Pflanzen dienen seit Jahrtausenden zugleich als natürliche Heilmittel. In der frühen Neuzeit entwickelten sich aus schamanischen Überlieferungen und medizinischen Kenntnissen der Antike die moderne Pharmakologie und Pharmazie. Solche pflanzlichen Wirkstoffe sind bis heute im medizinischen Gebrauch oder waren Vorlage zur Entwicklung synthetischer Wirkstoffe für moderne Medikamente. Dr. Bernd Weber und Steffen Ramm werden bei der Führung zahlreiche dieser Pflanzen zeigen, Informationen über ihre vielfältigen Nutzungen im kulturellen Zusammenhang geben und vor den Risiken warnen. Dr. Bernd Weber ist promovierter Biologe und Drogenexperte. Er führt seit vielen Jahren Weiterbildungen in der Suchtprävention durch. Steffen Ramm ist Gartenpädagoge.

Gehalten von

Dr. Bernd Weber und Steffen Ramm

Eintritt

3,00 €
1,50 € (ermäßigt)

Veranstaltungsart

Führung

Sachgebiet

Botanischer Garten

Universitäts-/ Fachbereich

Weitere Einrichtungen

Termin

Beginn
25.06.2017, 15:00 Uhr
Ende
25.06.2017, 16:00 Uhr

Veranstalter

Botanischer Garten

Kontakt

Botanischer Garten
Maulbeerallee 2
14469 Potsdam

Telefon 0331/977-1952