Textlinguistik/Gesprächsanalyse

Exzerpte: Entwurf einer Gesamtklassifikation von Kommunikationsverfahren

"1.

Informierende Kommunikationsverfahren
  Mitteilen, Berichten, Beschreiben...
Feststellen, Behaupten...
Referieren, Zitieren...
Erzählen, Schildern...
2. Aktivierende Kommunikationsverfahren mit den Untergruppen
2.1. Aktivierend-direktive Verfahren, die auf die Handlungsveranlassung, die Aktivierung des Rezipienten, des Hörers/Lesers gerichtet sind; sie könnten auch aktivierend-transitive Verfahren genannt werden. Dazu gehören z.B.
Bitten, Fordern, Auffordern, Anweisen, Befehlen, Fragen (als spezielle Form des Aufforderns)...
Loben, Tadeln...
Erlauben, Verbieten...
2.2. Aktivierend-deklarative Verfahren, die auf die Aktivierung des Sprechers/Schreibers selbst gerichtet sind, seine auf sich bezogene Intention erklären. Sie werden bei J. SEARLE u.a. als kommissive Sprechakte bezeichnet. Hierher gehören z.B. Versprechen, Sich-Verpflichten, Geloben/Schwören u.ä.
3. Klärende, problemklärende Kommunikationsverfahren
  Hierher gehören mit unterschiedlichem Grad an Komplexität z.B. folgende Verfahren bzw. Verfahrensketten (...):
Vergleichen, Verallgemeinern, Zusammenfassen...
Definieren, Klassifizieren, Explizieren...
Begründen, Beweisen, Widerlegen, Schlußfolgern...
Argumentieren, Erörtern, Charakterisieren...
4. Kontaktive Kommuniktionsverfahren, die sich in zwei Untergruppen untergliedern, und zwar:
4.1. Kontaktiv-regulative KV, wie z.B. Begrüßen, Verabschieden, Anreden, Sich-Vorstellen, Eröffnen, Schließen, Fortsetzen (einer Veranstaltung, eines Gesprächs) u.ä.
4.2. Kontaktiv-expressive KV, wie z.B. Beglückwünschen, Entschuldigen, Danksagen, kondolieren, Einladen, Absagen u.ä."
Wilske, L. (Hrsg.). Sprachkommunikation und Sprachsystem. Linguistische Grundlagen für die Fremdsprachenmethodik. Leipzig: Enzyklopädie, 1983, 64f.

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Letzte Aktualisierung 26.01.2010 9:06 AM