Das Moralwerk Simchat ha-Nefesch

 

 

 

Sitzung

 

Aufgaben

 

12.10.04

 

 

 

 

Die Sitzung entfiel wegen der Konferenz "Jüdische Studien im deutschsprachigen Raum".

Die Sitzung am 19.10. findet im Raum 01.08.075 statt!

 

 

 19.10.04

 

 

Machen Sie sich mit den Internetseiten vertraut, die wir im Unterricht besucht haben. Geben Sie die angeführten Wörter oder Titel ein und notieren Sie sich einige Stichpunkte zu ihren Ergebnissen.

 

A. http://www.jewishencyclopedia.com = erweiterte Online-Version des heute noch brauchbaren Standardwerkes: The Jewish Encyclopaedia. 12. Vol. New York London 1901-06. Suchbegriffe: “Hendel Kirchhahn” und “Hendel Kirchhan”. Welche ersten Informationen erhalten Sie über den Autor von "Simchat ha-Nefesch"?

B. http://jnul.huji.ac.il/rambi/ = der Rambi; Online-Katalog über aller nichtselbständigen Beiträge zum Judentum. Suchtitel: „Zvi Hirsh Koidanover“, „Gilkls Werk“, ''שמחת הנפש'' . Notieren Sie sich die Suchergebnisse!

C.  http://ram1.huji.ac.il/ALEPH/HEB/NNL/NNL/NNL/START = hebräischer Katalog der Israelischen Staatsbibliothek in Jerusalem. Suchtitel: „Simhat nefesh“, ''שמחת הנפש''. Notieren Sie sich die Suchergebnisse!

 

Die Sitzung am 26.10. findet im Raum 01.08.069 (Computer-Pool) statt!

 

 

 

 26.10.04

 

Machen Sie sich mit der Internetseite der UB Frankfurt a.M. vertraut und versuchen sie das Werk von Elchanan Kirchhahn in der Sulzbacher Ausgabe von 1796/97 zu finden.

http://stub.semantics.de/jd/templates/template.xml?Sprache=de&Skript=home&js=yes

Versuchen Sie nun die Titelseite des Werkes zu finden und es von der Größe und Qualität so einzustellen, dass Sie es bequem lesen können. Gelingt es Ihnen das Titelblatt zu entziffern und zu verstehen?

 

Machen Sie sich mit der Typographie des „Waibertaitsch“ vertraut, in der diese Werke gedruckt wurden. Unter http://fsygs21.inf.fh-koeln.de/HebrewShow/servlet/HebrewShow finden Sie ein Alphabet.

Auf der Tabelle klicken Sie bitte unter der Spalte „Aschkenasisch“ und Zeile „Halbkursiv“ die Zahl „17“ an. Die Typen „Dyhernfurt 1690“ und „Frankfurt 1698“ sollten unseren Typen recht ähnlich sein. Ganz links von den Einträgen können Sie unter „detail“ das gesamte Alphabet einsehen.

 

 

 

2.11.04

 

Lesen Sie den Rest des Titelblattes (ab § 2) und bezeichnen Sie die Intentionen des Autors. Da das Referat "Was ist Erbauungsliteratur?" zur Sitzung am 9.11.04 entfällt, werde ich den Inhalt im Anschluss referieren. Schlagen Sie dazu die Begriffe in gängigen theologischen und religionswissenschaftlichen Enzyklopädien  und allgemeinen Lexika (Brockhaus, Meyer, Literaturlexikon) nach und machen Sie sich Gedanken, inwiefern die Verwendung des Begriffes "Erbauungsliteratur" im jüdischen Kontext problematisch sein könnte.

 

In der vergangenen Sitzung vergaß ich zu erwähnen, dass das von mir empfohlene Wörterbuch von Weinberg im Anhang ein Register der Hebraismen des Westjiddischen enthält, dass der Schreibweise in hebräischen Lettern folgt und eine überregionale aschkenasische Aussprache festhält. (Weinberg, Werner: Lexikon zum religiösen Wortschatz und Brauchtum der deutschen Juden. Hrsg. v. Walter Röll. Stuttgart Bad Cannstadt 1994.- Gemeindebibliothek der Jüdischen Gemeinde, Fasanenstraße, hier im Handapparat; Staatsbibliothek am Potsdamer Platz, im Orientlesesaal) Wenn Sie sich das etwa 50seitige Register kopieren, haben Sie eine verbindliche Orientierung für die Aussprache der Hebraismen zur Hand.

 

 

Nachtrag vom 10.11.04:

Wie versprochen gebe ich im Folgenden den gesamten Text der Titelseite der Ausgabe Sulzbach/1797 in einer Arbeitsübersetzung wieder, die von mir mit Absätzen versehen wurde. Zu Beginn eines jeden Programmpunktes habe ich den Inhalt desselben in einer prägnanten Kurzform festgehalten. Die geschweiften Klammern bezeichnen Textstellen der Ausgabe Frankfurt am Main/1707, die die Ausgabe Sulzbach/1797 weglässt.

 

 

 

Das Buch

Simchat ha-Nefesch

 

[I. Medizin für Körper und Seele] Erstens werdet ihr in ihm eine starke Medizin für die Sorgen finden, denn viele Leute sind mit Sorgen befallen, die für ihre Körper und ihre Seelen schädlich sind. Wer da die Medizin studieren wird, dessen Sorgen werden {sich mindern und} von ihm abfallen.

[II. Gottvertrauen im Guten und „Schlechten“] Zweitens werdet ihr große Trostworte und {lautere Ratschläge} finden, dem Menschen zu zeigen, dass er sich in keinerlei Sache betrüben soll. Denn alles, was dem Menschen zukommt, ist von Gott und ist ihm alles zum Guten, und es ist besser, wenn er [seine] Strafen [bereits] auf der Welt erleidet.

[III. Die Seele des Menschen] Drittens werdet ihr großes Wissen und {klare} Beweise finden, {bekannte Sachen,} wie die Seele bei dem Menschen [gestaltet] ist, und dass er geschaffen wurde, um Gott zu dienen, was jedermann bekennen wird.

[IV. Moralbelehrungen und Zurechtweisungen durch Erzählungen] Viertens werdet ihr große Moralbelehrungen und Zurechtweisungen, {lautere} Beweise und Gleichnisse und Erzählungen finden, {es ist alles Moral, beinhaltet [auch]} große Wundernachrichten, damit jeder, der {nichts weiter als} ein Jude genannt wird, die Wahrheit erkennen muss und es weiterhin ernst mit Gott meinen muss.

[V. Ritualbelehrungen/Dinim-Sammlung] Fünftens werdet ihr {in ihm} alle Ritualbelehrungen {und Erneuerungen} für das ganze Jahr finden, die jeder {Jude} entsprechend der Vorschriften zu halten verpflichtet ist, und [so] kann jeder erfahren, Gott recht zu dienen. Auch Ritualbelehrungen über die Nidda, Challa, Hadlaka und alle Ritualbelehrungen, die dazu gehören [,werdet ihr in ihm finden]. Denn in den Weiberbüchlech sind etliche Fehler enthalten und [es ist] auch nicht alles aufgezeichnet. Das werdet ihr [dagegen] alles in diesem Buch finden. Auch alle Ritualbelehrungen bezüglich der Segensprüche der Genießenden sind schon {vollkommen zusammengestellt. Es sind [aber] schon ein Teil [von ihnen] in [anderen] Büchern}gedruckt, [doch] sind viele Fehler in ihnen. In diesem Buch werden sie recht zusammengestellt, so dass [sich] nach ihnen zu richten [ist].

[VI. Medizinische Ratschläge] Sechstens werdet ihr die wichtigsten medizinischen Ratschläge in zusammengefasster Form finden, wie sie von dem Gaon Rabbeinu Mosche Maimon aufgeschrieben wurden, und denen zufolge sich der Mensch verhalten soll.

[VII. Aufruf zum fleißigen Studium] Wer Gott lieb hat und sich und seiner Seele wohl tun will, soll zu sehen in diesem Buch recht bewandert zu werden, dann wird er sich recht erfreuen können.

  

gedruckt

in der Heiligen Gemeinde Sulzbach, möge Gott sie schützen,

im Druckhause des ehrenwerten Rabbiner Rabbi Seckel, Gott schütze und bewahre ihn, Sohn des ehrenwerten Rabbiner Rabbi Ahron, Drucker, gesegneten Andenkens,

im Jahre „der sein Volk Israel mit Frieden segnet“ [40+6+10+300+200+1(+240)=797] der kleinen Zählung [allgemeiner Kalender: 797+1000=1797]

 

 

 

9.11.04

 

 

Lesen Sie den gesamten ersten Abschnitt des Vorwortes (ShaN I, Blatt 1b) und fertigen Sie eine Arbeitsübersetzung an. Sie können sich die Aufgabe als Arbeitsgruppe nach Absprache unterteilen.

 

 

Nachtrag vom 16.11.04:

Wie beim letzten Mal möchte ich im Folgenden den im Unterricht gelesenen Text in einer Arbeitsübersetzung wiedergeben. Die runden Klammern bezeichnen alternative Lesarten, die eckigen Klammern sind Ergänzungen zum besseren Textverständnis und der kursiv gestellte Text in den geschweiften Klammern und schwarzer Schrift beinhaltet Hinweise auf Begriffe oder Interpretationsansätze.

 

 

Vorwort

 

In der Gmara des [Traktates] Tanit {bT Taanit 22a} wird erzählt, wie Raw Broka Elijahu ha-Navi auf dem Markt antraf. Fragte Raw Broka Elijahu ha-Navi, ob unter den Leuten, die auf dem Markt sind, es welche gibt, die [jetzt schon] für die Kommenden Welt bereit (aufgrund ihrer Mizwot würdig) sind.

{Der Begriff der Kommenden Welt ist eng mit dem Begriff der Diesseitigen Welt verbunden, aber in seiner Bedeutung nicht immer eindeutig. Denn die Kommende Welt meint einerseits das jenseitige Leben der individuellen Seele im Gan Eden, andererseits aber auch die neu geordnete Welt, die nach den messianischen Tagen unsere Jetzt-Welt ablösen soll. Hier treten zwischen den rabbinischen, philosophischen und kabbalistischen Konzepten Differenzen auf.}

Antwortete Elijahu ha-Navi: „Nein, es ist niemand unter ihnen, der [jetzt schon] für die Kommende Welt bereit (würdig) ist. Als sie eine Weile so redeten, gingen zwei Leute vorbei. Sagte Elijahu ha-Navi zu Raw Broka: „Diese beiden Leute sind [jetzt schon] für die Kommende Welt bereit und würdig.“ Da ging Raw Broka zu ihnen hin und fragte sie, was ihr Werk sei und welche guten Eigenschaften sie an sich haben. Da antworteten sie: „Wir sind lustige Leute. Wenn wir Leute sehen, die sorgen und trauern, machen wir sie fröhlich.“ Dazu ist eine schwere Frage zu stellen: Wie viele Marschalke (Pferdeknechte, bzw. Schelme, Narren) sind [doch schon] vorhanden, die die Leute lachend machen; ein Teil [von ihnen] reden Frechheiten und Schmähreden dazu! Ist es denn eine falsche Annahme, dass sie [schon jetzt] für die kommende Welt bereit sind? [Oder ist Folgendes richtig:] Eben, weil die beiden Leute fröhlich waren und sich erfreuten, sind sie für die Kommende Welt würdig.

{Die schwere Frage möchte den vermeintlichen Widerspruch zwischen dem hier zugrunde liegenden Tugendideal der Wortkargheit/Ernsthaftigkeit auf der einen Seite und dem Ausspruch Elijahu`s auf der anderen Seite klären.}

Die Lösung [dieses Problems] ist Folgende: Bei einem rechten Zaddik gilt folgende Regel: Es ist bei ihm nichts vorhanden, worüber er sich sorgen könnte, weil eine heilige Seele hat, wie ihr es in diesem Buch [beschrieben] finden werdet.

{Der rabbinischen Auffassung zufolge ist der Zaddik/Gerechte jemand, der die Mizwot zu erfüllen sucht und darin überwiegend erfolgreich ist, so dass seine Mizwot seine Sünden überwiegen. In seinen Bemühungen die Thora zu erfüllen befindet er sich im ständigen Kampf gegen den bösen Trieb, den er aber durch seinen starken Willen zur Thora zu bezwingen vermag. In der Kabbala wird der Zaddik zum Idealbild des vollkommenen Menschen stilisiert, der als Fundament des göttlichen Schöpfungsaktes die produktiven Kräfte des Kosmos in feste Schranken lenkt und aktiv am Erhalt, bzw. der Wiederherstellung der Ordnung beteiligt ist. Genauer in: Scholem, Gershom: Zaddik, der Gerechte. In: Von der mystischen Gestalt der Gottheit. Frankfurt a. M. 1977. S. 83-134.}

Nun, wer da auf dieser [Jetzt-] Welt trauert und sorgt, dessen Herz ist nicht in der richtigen [Weise] bei Gott.

{Sorgen und Trauer werden hier als Ausdruck eines mangelnden Gottvertrauens bezeichnet. Dem wird der Zaddik als nachahmenswerte Vorbild gegenüber gestellt, der sich zeichnet Kirchhahn zufolge durch sein krisenfestes Gottvertrauen auszeichnet. Wie später zu erkennen ist, propagiert der Autor im Gegensatz zu anderen Werken der zeitgenössischen Mussarliteratur eine optimistische Lebenseinstellung.}

Wenn nun die zwei Leute jemanden trauern und sorgen gesehen haben, so sind sie zu ihm gegangen und haben ihm zugeredet und haben ihm die [zentralen Punkte der] Gottesfurcht zu verstehen gegeben und ihn mit Belegen unterwiesen, dass man sich nicht sorgen soll. Dadurch konnte sich jener [wieder seines Lebens] erfreuen und hat sich weiterhin in der Gottesfurcht geübt. Dadurch hat er [der Getröstete] sich die Kommende Welt erworben. Darum ist ihr Verdienst [der Tröstenden] so groß gewesen [,dass sie bereits zu diesem Zeitpunkt für die Kommende Welt würdig waren].

{Der vermeintliche Widerspruch wurde gelöst: Die „lustigen Leute“ sind keine von diesen „Narren“, die unkontrolliert „Frechheiten“ und unnütze Reden von sich geben. Ihre Fröhlichkeit dient zur Ermunterung des Verzweifelten und zur Tröstung des Leidenden und ist somit Teil der Mizwa. Dadurch wird einerseits dem Propheten Elijahu Recht gegeben und andererseits das Tugendideal der Nicht-Geschwätzigkeit und Ernsthaftigkeit beibehalten.}

Darum habe ich in diesem Buch viele lautere (klare) Belege gebracht, den Menschen zu weisen, dass er nicht sorgen und trauern soll, dazu (sowie), dass er sich in seinem Leid nicht betrüben soll und [ich habe auch im Buch] großes Wissen gebracht, dem Menschen zu weisen, dass er eine Seele hat und er geschaffen wurde Gott zu dienen und habe dazu alle Rechtsbelehrungen gestellt, dass (damit) jeder wisse, wie Gott zu dienen ist.

{In dieser Passage klingen zunächst mehrere inhaltliche Aspekte an, die der Autor bereits auf dem Titelblatt erwähnte. Es kann damit gerechnet werden, dass diese Aspekte das Werk in seiner Gesamtheit dominieren. Ferner erklärt er die Motivation, die ihn zur Abfassung des Werkes veranlasste: So wie die beiden „lustigen Leute“ den Verzweifelten und Trauernden Mut zu sprachen, so möchte er auch den Menschen seiner Zeit, sei es in Grenzsituationen des Lebens oder in ihren täglichen Sorgen und Leiden, ermuntern. So wie die beiden Protagonisten mit dem Lohn ihres Einsatzes in der Kommenden Welt rechenden dürfen, so hofft auch unser Autor auf den Lohn seiner Mizwa.}

Wer da [diesen Anweisungen] vollkommen nachkommt, dessen Freude wird gar groß sein und er wird der Kommenden Welt würdig sein. Darum habe ich dem Buch den Namen „Simchas ha-Nefesch“ gegeben.

{Der Titel des Werkes ist mit Bedacht gewählt und bezeichnet das Programm des Autors.}

Ich habe [in den Text] etliche (viele) Erzählungen aus der Gmara gestellt, denn viele gemeine Leute wissen nicht alles.

{Kirchhahn erweckt den Eindruck, dass einem großen Teil seiner Zeitgenossen selbst nicht mehr die inhaltlichen Aspekte der Gmara geläufig sind, die der Haggada zugeordnet werden und neben ihrer schriftlichen Tradierung auch immer im Volksmund weitergegeben wurden.}

Und meint nicht, ich hätte etwas Neues von mir aus gekommenes hineingestellt, sondern was in unserer lieben Tora steht.

{Hieraus werden zweierlei Dinge ersichtlich. Der Autor möchte mittels des Hinweises auf die Thora seinem Werk Autorität verleihen. Andererseits lässt diese Aussage vermuten, dass Simchat ha-Nefesch eine Kompilation konventioneller Materialien darstellt. Dass diese Kompilation keineswegs als eine „ eher trockene“ zu beurteilen ist, wie Johann Maier behauptet, wird noch später deutlich werden. Maier, Johann: Geschichte der jüdischen Religion. Freiburg 1992, S. 497.}

Auch aus dem Buch Zri ha-Jagon habe ich einiges übertragen. Es sind lauter (klare) Tora-Wahrheiten.

{Zri ha-Jagon ist ein Trostwerk, das zur Milderung von Sorgen und Leiden von Schem Tov ibn Josef Schem Tov Palaquera angefertigt wurde, der im 15. Jahrhundert in Spanien lebte. Es ist wahrscheinlich, dass dieses Werk einen wesentlichen Einfluss auf Elchanan Heneles optimistische Sichtweise gehabt hatte.}

Es steht im Midrasch Folgendes: Ein Gewürzhändler ist von einer Stadt in die nächste gezogen und wo er hinkam, hat er ausgerufen, er habe ein Lebenskraut.

{Ohne Überleitung fügt nun Elchan Henele Kirchhahn ein Gleichnis ein, das einem Midrasch entnommen wurde. Der Leser vermutet, dass der Autor im Anschuss an die Erzählung eine Begründung für sein Vorgehen geben wird.}

Wer Lust und Freude zu leben hat, soll kommen, das Kraut einzukaufen. So ist alle Welt herbeigelaufen, das Lebenskraut zu kaufen. Da nahm er das Buch der Psalmen und wies alle Leute [auf den Vers Ps. 34,13+14] hin und sagte: Lest und lernt den Vers, den David ha-Melech schreibt: „Wer ist der Mann, der Wohlgefallen am Leben hat? (…) Wahre deine Zunge vor Bösem, usw.“ Das ist auf jüdisch-deutsch: [Paraphrase!] Der Mensch, der nicht Böses tut und dazu Gutes vollbringt und keine üble Nachrede redet, der bekommt das Leben auf diesseitigen und der jenseitigen Welt. Dazu ist eine schwere Frage zu stellen: Warum hat der Gewürzhändler sie angewiesen, sie sollen den Vers lernen, den David ha-Melech geschrieben hat? Er hätte ihnen das ja auch auswendig sagen können!? Die Erklärung auf die Frage ist, dass sich der Gewürzhändler für einen geringen Mann gehalten hat. So hat er Furcht gehabt, dass wenn er den Leuten sagen würde, dass sie das und das halten sollen, sie ihm nicht gefolgt wären und mit ihm Gespött getrieben hätten, er würde wie jeder ein Moralprediger sein wollen. Darum hat er sie auf das Buch der Psalmen hingewiesen und gesagt: Seht, meine Leute, lernt, das, was David ha-Melech schreibt, wie sich der Mensch verhalten soll.

{Der Gewürzhändler unseres Gleichnisses hat in der Tat eine sehr kostbare „Ware“ an den Mann und die Frau zu bringen! Es handelt sich dabei um nichts Geringeres als das „Lebenskraut“ und die Medizin des Menschen schlechthin – die Thora im weitesten Sinne der Bedeutung. Der Protagonist kennt die Ablehnung des Menschen gegen die Kritik an seinem Verhalten und greift hier bewusst zu einem rhetorischen Trick: Er schützt seine eigene Person gegen Angriffe, die seitens der kritisierten Person zu erwarten sind, indem er eine Autorität zitiert, die keiner in Frage stellen wird. }

David, der König, ist ein so großer, frommer König gewesen! Wer wird den so ein Gottloser sein und David ha-Melech nicht folgen wollen!?

{Der bescheidene Protagonist weiß, dass die zitierte Autorität ihn nicht nur vor Angriffen schützen wird, sondern selbst einen Anspruch an den Leser/Hörer stellt: Sie verlangt unbedingte Beachtung und Nachahmung (imitatio). Die rhetorische Frage ist geschickt formuliert und lässt dem Kritiker keinen Ausweg, sofern er sich nicht als „Gottloser“ bezeichnen lassen möchte.}

So meint auch ihr nicht, dass ich etwas von diesen Strafreden und Zurechtweisungen und Ritualbelehrungen aus meinem Kopf geschrieben habe. Ich bin viel zu gering dazu. Ich bin ein einfacher Mann und mein Schreiben war Mühe und ist wenig Weisheit dabei. Vielmehr sind sie alle Zurechtweisungen und Ritualbelehrungen, die in unserer heiligen Thora stehen. Wer wird so ein Gottloser sein und die Thora nicht halten!?

{Erneut ist der Autor darum bemüht mittels des Hinweises auf die Thora seinem Werk Autorität zu verleihen. Obwohl uns das Argument bereits von früherer Stelle her bekannt ist, erhält es im Kontext des Gleichnisses an Schärfe. Der Autor vergleicht seine eigene Position mit der des Gewürzhändlers, greift zum selben Mittel und schützt sich gegen seine Angreifer durch zwei Autoritäten: dem Gleichnis aus dem Midrasch und dem im Gleichnis verankerten Hinweis auf König David als nachahmenswerte Idealgestalt. Dagegen fällt nicht sofort auf, dass er sein ganzes Werk als Teil der Thora sieht. Doch dazu später mehr…}

 

{Absatz}

Gleichnis: Ein König lässt seinen Befehl an allen Orten und Plätzen anschlagen, damit jeder wisse, sich [recht] zu verhalten.

{Ohne einen offensichtlichen Zusammenhang wird ein weiteres Gleichnis erzählt. Auch hier darf der Leser auf eine Begründung im Anschluss hoffen.}

Nun, der dem Befehl nicht nachkommt und ihn nicht liest, der wird stark bestraft. Er kann nicht sagen, er hätte es nicht gewusst; er hätte den Befehl [noch] lesen wollen. Kann er nicht lesen, so hätte er fragen sollen. So [verhält es] auch [in Bezug auf] alle Moralunterweisungen und Ritualbelehrungen, [in denen beschrieben wird,] wie man die Thora halten soll. Das ist der König der Könige, der Heilige, gesegnet sei er, dessen Befehl jedermann verpflichtet ist zu halten und zu erfragen und zu erforschen.

{Deutlich erkennbar sind die beiden Gleichnisse thematisch eng miteinander verknüpft. Nach der rabbinischen Vorstellung wurde die gesamte (schriftliche und mündliche) Thora von Mosche an Israel übermittelt. Es ist der Befehl des Königs der Könige, der an alle Juden erging, und den sich der Haggada zufolge alle Juden aller künftigen Generationen am Sinai zu halten verpflichteten. Es liegt also in der Aufgabe des Menschen sich nach dem Inhalt des „Befehls“ zu erkundigen; Hindernisse sind haltlose Ausreden. Wieder finden wir einen Hinweis darauf, dass der Autor sein Werk als Bestandteil der Thora verstanden haben möchte.}

Nun, der halachisch Gelehrte kann alles in der Heiligen Sprache lesen; hält er es [die Thora] nicht – wehe ihm und seiner Seele.

{Der Gelehrte hat die Halacha studiert und ist mit den halachischen Schriften, z.B. des Schulchan Aruch, vertraut, so dass er sich Problem auf diesem Gebiet  selbst erschließen kann. Kommt er der Befolgung der Thora nicht nach, ist er dafür im vollen Umfang verantwortlich.}

In einer Gemeinde, in der es halachisch Gelehrte gibt, kann der gemeine Mann [die halachisch Gelehrten nach halachischen Problemen] fragen.

{Auch der einfache Mann, der in einer großen jüdischen Gemeinde lebt, sollte mit halachischen Schwierigkeiten keine Probleme haben, da er die Gelehrten fragen kann, die von seiner Gemeinde unterhalten werden.}

Aber in vielen Orten, in denen es keine halachisch Gelehrte gibt, kann man [diese] nicht fragen.

{Hier dürfen wir das Problem vermuten, dass unseren Autor so tief bewegt. Wie sieht es zum Beispiel mit der Befolgung der Thora in den jüdischen Siedlungen in den ländlichen Gegenden aus, die wegen ihrer geringen finanziellen Kraft keinen rabbinisch Gelehrten unterhalten können? Wer kann hier die notwendige Klärung verschaffen, wenn ein halachisches Problem auftritt?}

Und nicht jeder versteht die Heilige Sprache [, so dass er sich anhand der halachischen Schriften das Problem selbst erschließen könnte].

{Das Problem ist insofern eine religiöse Katastrophe, da das Hebräische seit dem 16.-17. Jahrhundert nur noch einer kleinen Elite verständlich ist. Der Mittelstand und die Unterschicht können nur das, was sie im Cheder gelernt hatten. Im Cheder, einer „Schule“ für Kinder, wurden sie nur in den „wichtigsten Dingen, die ein Jude wissen muss“ unterwiesen. Elchanan Henele Kirchhahn beklagt an späterer Stelle, dass sie die Hebräische Bibel, Gebete, etc. nur unzureichend lernen und aus wirtschaftlichen Gründen von ihren Eltern zu früh aus dem Cheder genommen werden. Dies ist insofern auch eine religiöse Katastrophe, da nach dem damaligen stark kabbalistisch beeinflussten Verständnis jeder Einzelne der Gesamtheit Israels  für den Tikkun (Restitution) der Welt und das Gelingen des göttlichen Plans verantwortlich ist. Begeht hier einer Sünden, so ist das göttliche Projekt der Erlösung unmittelbar gefährdet, da durch die Sünden den unreinen, widergöttlichen Elementen neue Kräfte zugeführt werden.}

Und manche Leute wollen gerne Gott dienen und wissen [doch] nicht wie. Manche Leute haben mir unter heftigen Tränen gesagt: Wir sind nicht mehr als Tiere; wir wissen nichts.

{Der Autor ist mit der Situation in den jüdischen Siedlungen auf dem Lande vertraut. „Den größten Teil seiner Lebenszeit hat Elchanan Henele mit großer Sicherheit in Kirchhain [bei Marburg] selbst oder in der unmittelbaren Umgebung verbracht. Zahlreiche Stellen im zweiten Teil von Simchat ha-Nefesch verraten seine außerordentliche Orientierung über den Zustand und die Verhältnisse der kleinen jüdischen Landgemeinden Hessens. Da die kleinen, finanzschwachen Gemeinden keinen eigenen Rabbiner unterhalten konnten, übte Elchanan Henele, der selbst keinen Rabbinertitel erhalten hatte,[…] eine gewisse Funktion als Gebietsverantwortlicher aus und versuchte mit allen seinen Kräften die Lücke zu schließen, die durch das Fehlen eines Gelehrten entstanden waren.“ (Auszug aus: Riemer, Nathanael: Simchat ha-Nefesch – "Thora" der Ungebildeten und "Medizin" für Körper und Seele. In: PaRDeS. Informationsblatt der Vereinigung für Jüdische Studien e.V. (April 2004) Nr. 8, S. 17.)}

Darum habe ich Moralbelehrungen, Zurechtweisungen [religiös-sittlicher Art] und Ritualbelehrungen auf [Jüdisch-]Deutsch (Westjiddisch) zusammengestellt, damit jeder lernen kann jeden im tugendhaften Wandel zu unterweisen. So kann sich jeder Lektionen einteilen, die er jeden Tag lernen kann.

{Der Autor, „der tief in dem Denken ethisch-religiösen Schrifttums verwurzelt war und seine ganze Frömmigkeit, sein ganzes Gottvertrauen aus ihnen schöpfte, konnte dem aus seiner Sicht allzu freien Umgang mit halachischen Anweisungen und ethischen Verhaltensregeln nicht tatenlos zu sehen. […Er ] hatte von Anfang an Simchat ha-Nefesch als eine Art „Hauspostille“ konzipiert, die für den täglichen Gebrauch geeignet und dem Leser in allen erdenklichen Lebenssituationen ein treuer, Zuversicht und Gottvertrauen spendender Begleiter ist. [… Der Autor fordert vom Leser,] die auf Jiddisch gedruckte religiöse Literatur im allgemeinen, aber sein Werk im besondern, als „Thora“, als der „mündlichen Offenbarung“ zugehörig, zu betrachten.[…] Das was für den Gelehrten im weitesten Sinne das „Thora lernen“ bedeutet, soll für den Ungebildeten das Studium des Simchat ha-Nefesch darstellen.“ (Ebenda, S. 18-19.)}

Es sind wohl [schon] einige Ritualbelehrungen auf [Jüdisch-] Deutsch (Westjiddisch) gedruckt, in denen [jedoch] viele Fehler sind. Man kann sich nicht danach richten. Solche Ritualbelehrungen kann auch jeder in diesem Buch [in der richtigen Form] nachsehen (nachlesen). Ich hoffe auf den Namen (Gott), er sei gesegnet, dass man in ihm nicht Unrechtes finden wird. Wenn einem dünkt (wenn einer meint), [die Ritualbelehrungen in Jüdisch-] Deutsch seien nicht recht (richtig) [wiedergegeben],

 

 

Blatt 2a

lass er sie erst wohl überprüfen und wenn jener mit Gewissheit erklärt, das etwas nicht richtig ist, bitt ich, es selbst der Allgemeinheit mitzuteilen, damit durch mich keiner [in religiöser] Hinsicht] scheitern wird. Aber ich hoffe auf Adonai, dass er mich auf dem Weg der Wahrheit führen wird, denn um seiner Ehre Willen schreibe ich es. Man stellt wohl ein großes Gehege auf. Man weiß wie viel man fangen wird, doch was man fängt, ist gut. So werden auch die, die heilige Seelen sind, gewiss alles befolgen. Und ich hoffe auf den Namen (Gott), er sei gesegnet, damit viele im tugendhaften Wandel zu unterweisen, denn die Herzen von Israel sind gut und werden sich gegen den Jezer ha-Ra stärken und ernsthaft [Thora] lernen. Denn nichts bekämpft der Jezer ha-Ra stärker als das Lernen [der Thora]. Wenn er den Menschen anreizt nichts zu lernen, so tut jener von selbst alle Sünden und dürfte danach keine Mühe mit ihm haben.

{Der Jezer ha-ra, der böse Trieb, ist wie sein Gegenpart, der Jezer ha-tov, der gute Trieb, Teil der menschlichen Natur, wird aber auch gelegentlich mit außermenschlichen Kräften, wie z.B. den Satan oder dem Todesengel identifiziert (Resch Lakisch in bT Baba Batra 16a; Epstein, J.M.: Derech Jaschar le-Olam ha-Ba. 1712, 39b.) Der Mensch ist dem Jezer ha-ra nicht machtlos ausgeliefert, sondern behält ihm gegenüber seine Willensfreiheit und hat mit der Thora ein wirksames Gegengift. Der böse Trieb ist keineswegs eindeutig negativ; ohne ihn würde keine Familie gegründet, kein Handel betrieben und kein Fortschritt erzielt werden.}

Darum stärkt euch in dieser Sache [dem Lesen/Lernen als Widerstand gegen den bösen Trieb] Wenn ihr ein Mal nicht [eure Schi`ur/Lektion] Lesen werdet, sagt [nicht]: Ich habe es schon gelesen. Man muss wohl bewandert sein, zu wissen, Gott [in der richtigen Weise] zu dienen. Auch habe ich in stark zusammengefasster Form Verhaltensregeln der Medizin des Gaon Rabbenu Mosche bar Maimon angeordnet. Das gehört auch zur Gottesfurcht. In der Thora steht: „Bewahret euch sehr um eurer Seelen (Leben) willen.“

In Dtn. 4,15. steht der Satz im Zusammenhang mit dem Verbot des Götzendienstes!

Der Mensch muss sich in Acht nehmen gesund zu leben, damit er Gott dienen kann. Auch habe ich einer Kindbetterin und einer, die eine Fehlgeburt hatte, [Verhaltensregeln] niedergeschrieben. Wo es keinen [bestimmten] Brauch (Minhag ha-Makom)[diesbezüglich] gibt, sollen sie rituell reinigen, wenn sie es können. Wo es aber den Brauch gibt, dass eine Kindbetterin und eine, die eine Fehlgeburt hatte, vierzig Tage für einen Sohn und achtzig Tage für eine Tochter warten müssen, müssen sie bei ihrem [lokalem] Brauch bleiben. Ich schreibe nicht, dass sie ihren Brauch ändern soll.

{Von der Anweisung gesund zu leben geht der Autor zu halachischen Anweisungen über, die die Frauen betreffen. Eine Gebärende ist unabhängig davon, ob das Kind lebend oder tot zur Welt kommt, unrein. Bei einem männlichen Kind ist sie sieben Tage unrein, zählt weitere sieben Tage und darf dann in der Mikwe das Tauchbad nehmen. Bei einem weiblichen Kind verdoppelt sich die Zeit der Unreinheit; die Zeit des Wartens beläuft sich aber auch hier bei sieben Tagen. (Kizzur Schulchan Aruch, §158, 1-4) Der Minhag ha-Makom wird im regionalen Rahmen von Generation zu Generation tradiert und ist wegen der Verweise auf Prov. 1,8, aber auch wegen seines öffentlichen Charakters eine Autorität: „Alles richtet sich nach dem Brauch des Landes.“ (Mischna Baba Mezia 7,2.). In einigen Fällen kann sich der Minhag sogar die Halacha durchsetzen: „Der Brauch setzt sich gegen die Halacha durch.“ (pT Baba Mezia 7,12b.) Die Lösung von Konflikten zwischen Minhag und Halacha ist situationsabhängig und kann nicht in beliebiger Form auf andere Verhältnisse übertragen werden.}

Ich schreibe auch das auch nicht für Leute einer Gemeinde; die können ihren Rav und ihre rabbinisch Gelehrten fragen. Nun hab ich [Folgendes] zu bitten: Es gibt [Leute] mit unterschiedliche Meinungen, die [den Menschen] nicht aus der Perspektive der Verdienste beurteilen und [doch sich anmaßen] über gedruckte Bücher, die die Gottesfurcht anbelangen zu reden, und dadurch sündigen und die Allgemeinheit zur Sünde verführen. Einige [tun dies] durch ihre schlechten [Charakter-] Eigenschaften, da sie ihrer Meinung nach mehr lernen und frömmer sind als jeder [andere] Mensch. Andere tun dies aus Heuchlerei, einige aus grundlosem Hass oder weil sie Mussarprediger hassen und (oder!) beiseite stehen [und in nachlässiger Weise denken:] „Lieber mögen sie unvorsätzlich fehlen, als mutwillig freveln“, und [dabei] nicht den einfachen Sinn [des Verses (u.a. bT Baba Batra 60b)] „Lieber mögen sie unvorsätzlich fehlen, usw.“. Einige verschaffen sich Ehre durch die Schmach ihrer Freunde und meinen sich dadurch [über andere] erheben zu können, damit man sie für Gelehrte hält. Einige tun dies um des Neides willen. Ein anderer hat Bange, wenn jener eine gute Eigenschaft an sich hat, die er nicht hat.

{Elchanan Henele zitiert einen Wendung des Talmuds, dessen wörtliche Bedeutung seinen Ausführungen zufolge von einigen seiner Zeitgenossen missverstanden wird. Die Stelle wird in Hinblick auf bT Baba Batra 60b verständlich. Hier bemerkt R. Jischmael ben Elischa in seinen Ausführungen, dass es wegen der Zerstörung des Tempels eigentlich angemessen wäre kein Fleisch mehr zu essen und kein Wein mehr zu trinken. Aber man kann nur dann eine erschwerende Bestimmung erteilen, wenn sie die Mehrheit auch tragen kann. Diese Bestimmung widerspricht so sehr den Möglichkeiten des Menschen, dass diesbezüglich gesagt werden kann, dass es besser wäre, dass sie hierin nachlässig sündigen, als wenn sie bei einer Existenz einer solchen Mizwa vorsätzlich freveln würden. Henele Kirchhahn kritisiert demzufolge hier, dass die Leute tatenlos dabei zu sehen, wie Verstöße gegen Mizwot, die als haltbar gelten und folglich gehalten werden müssen, nachlässig in Kauf genommen werden.}

Daher bitte ich, dass keiner diese Eigenschaften an sich habe und nicht Worte der Schande [gegen seinen Nächsten] reden möge. Der Name (Gott), er sei gesegnet, ist mein Zeuge, dass ich um seiner Ehre willen das [Material für] dieses Buch gesammelt habe. Möge es gegeben sein, dass dieser Herzenstrieb ganz Israel zukomme, Adonai alle Tage zu fürchten. Und jeder, der sich nicht darin vorsieht [Gottes] Ehre nicht zu verletzen, für den wäre es besser, er wäre nicht erschaffen worden und, dass man umkehre seinen Tallit auf seinem Gesicht.

{Der Autor will mit der letzten Redewendung wohl andeuten, dass die Verletzung der Ehre Gottes den vorzeitigen Tod nach sich zieht und entsprechend dem Brauch man bei der Beerdigung das Gesicht des Betreffenden mit seinem Tallit zudecken wird.}

Daher meine Brüder weidet, stärkt und festigt eure Herzen, alle, ihr auf Adonai Hoffenden (יחמלים?), [damit] jeder das [zur religiösen Besserung] beitrage, was ihm möglich sei und jeden in der Gottesfurcht unterweise. Beurteilt mich aus der Perspektive der Verdienste und richtet ihn (euren Nächsten) zum Guten, damit euer (!) Lohn ein doppelter im Diesseitigen und Künftigen sein werde. Amen.

{An dieser und an weiteren Stellen wird deutlich, dass der Autor sein Werk auch als Anleitung und Aufruf versteht, seine Glaubensgenossen in der Tugend und Gottesfurcht zu unterweisen. Ende des Vorwortes.}

 

 

 

16.11.04

 

Lesen Sie das Vorwort zu Ende (ShaN I, Blatt 1b und 2a!) und fertigen Sie eine Arbeitsübersetzung an. Sie können sich die Aufgabe als Arbeitsgruppe nach Absprache unterteilen.

 

 

Nachtrag vom 2.12.04

Wie in den vergangenen Sitzungen habe ich den Rest des zu lesenden Vorwortes in einer Arbeitsübersetzung wiedergegeben. Der Text wurde unter dem Eintrag vom 9.11.04 eingefügt.

 

 

 

23.11.04

 

Lesen Sie bitte zur nächsten Sitzung den ersten Abschnitt des Hauptteils von Simchat ha-Nefesch (Blatt 2b). Da der Text etwas länger ist, bringe ich ihn unten nach der Ausgabe Sulzbach/1798 (!) in "elektronischer" Form, die das Lesen vereinfachen dürfte. Tipp: Wenn Sie den Text kopieren, in ein Word-Dokument einfügen und hier den Zeilenabstand ändern, haben Sie genügend Platz für Randbemerkungen, etc. zur Verfügung.

  

דף ב\ב

 

מעשה  איין מלך אויז דען לאנד ערבי הט גשריבן צו דען רב רבינו משה מיימן ער זאל אים רפואות שרייבן צו זיין חולאת אונ זיין גרעשט חולאת איז אלז די דאגות די האבן בייא אים איבר הנד גנומן דר דורך ער גרוש שרעקן הט אונ' פערכט זיך אך פר דען טוט אונ' דורך די דאגות קומט ער צו פיל חולאת הט איהם דר רמב''ם תשובה גשריבן אדוני מלך זאלשטו ווישן אלש דש רוב חולות קומן פון דאגות אונ' פון גרושן רוגז אונ' פון שטארק טרויארן זאלכש בפינד זיך אבר ניט בייא לייט די פרום זיין אונ' שטראף אן נעמן אונ' איר טראכטן אין דר תורה טונן זיא אלז דש זי גאט בשמחה דינן נייארט בייא די נארן אונ' אטייל ווייבר די קיין שכל הבן דר ווייל איר נשמה אזו שלאף איז אונ' קיין מצות נאך גענן אונ' טראכטן אלז אויף עולם הזה אכילה ושתיה שיני קליידר גאוה צו טרייבן ווען זאלכי איין גשיכנס צו קומט טונן זיא זיך שטארק דר שרעקן אונ' הבן גרוש פחד אונ' שראיין אונ' וויינן אונ' רייסן זיך די האר אויז פר ליידן דר דורך קומן זי צו חולאת אדר שטערבן גאר דר פון דש גלייכן ווען זי איין שמחה צו קומט טונן זי זיך אזו שטארק משמח זיין אלז מעניך מאל זיא שטערבן פון גרוזי שמחה […] אבר די לייט אלז צדיקים וחסידים דיא זיך מפנק זיין מיט דר תורה אונ' זיך גווינן מוסר אן צו נעמן די שטארקן איהר שכל אונ' די נשמה איבר די טבע אונ' שאד זיא אך ניקש די דאגות דש מאכט אלז ווייל זיא דען אמת דר קלערן דען ווען דר מענש אלי טובות פון דר וועלט הט וויל ער לעבט אונ' פלוצלונג שטערבט ער אונ' לאזט אלז הינטר זיך וואש הט ער נון דר פון דש גלייכן ווען זי עאוואש ביז ווידר פאהרט נעמן זיא מיט פריידן אן פון גאט אונ' טראכטן עש איז אלז בעשר אלז גשטארבן אונ' ווען זי גלייך שטערבן זיין זיא מוסר איר נשמה בשמחה צו גאט זי ווישן וואול אלז לטובה איז לע''בה […] פיל גשיכניס קומט דען מענשן צו ער מיינט עש איז גוט אונ' אין אמת איז עש ביז וויא מענכר הט זיך משמח גוועזן אלז ער איז מלך גווארן דר נאך איז די מלכות לרעה גוועזן וויא מענכי הבן זיך משמח גוועזן דש זי עשירים זיין גווארדן אונ' עש איז גוועשן צום אירן שלים מזל אונ' הבן עולם הבא פר לארן דר דורך דר גלייכן וויא פיל זיינן פון איר מלוכה קומן אונ' וויא פיל הבן איר עושר פר לארן איז אלז גוועזן זי לטובה אונ' הבן דר נאך גאט גדינט אונ' הבן מאריך ימים גוועזן אונ' בשמחה געלבט […] אונ' לאדוני מלך איז ניט ניטיג פיל ראיות צו ברענגן נייארט אדוני מלך זאל זיין הערץ שטערקן אונ' דר וועקן זיך גווינן צו לערנן אין ספרי מוסר אונ' אין חכמת התורה ביז דיא נשמה זיך שטערקט […] דען ווערן זיך די דאגות אונ' זיפצן מינדרן אונ' פיל מחשבות ווערן זיך אב טאן אונ' די נשמה ווערט זיך פרייאן אלי זאכן וואו דר ליבר גאט צו שיקט והעיקר אדוני מלך זאל פר זיך נעמן אלז וואש דער מענש זארגט אונ' זיפצט ענטפר אויף איין זאך וואש פר בייא איז עש איז איהם זיין ליבשטר גשטארבן ער הט גרוש היזיק גהאט […] נון איז וויסיגליך ווער נייארט שכל הט ווער זארגט אויף וואש פר בייא איז דש העלפט ניקש דער זיפצט אויף וואש פר בייא איז דר איז איין משוגנער אזו וואול דר מענש וועלט זארגן ווארום בין איך ניט בשאפן גווארן אז איין מלאך אונ' העט פליגל אין הימל צו פליגן זאלכש איז דאך איין שיגעון […] דש גלייכן דר מענש דר דא זארגן אונ' הט מורא עש ווערט אים איין צרה קומן איז הכל הבל זאלכש טונן נארן אזו וואול אלז דש ביז קאן קומן דז גוטש אך קומן גהערט מן זיין בטחון צו הבן אויף גאט אונ' זיך משמח צו זיין מיט גאט בייא גאט איז אלז מיגליך אונ' אלז דען מענשן לטובה צו שיקט זאלכש זאל אדוני מלך נאך קומן דען ווערן זיך זייני מחשבות אונ' דאגות מינדרן אונ' ווערט מאריך ימים זיין על מלכותו אמן ביז אלהער איז דר בריב וואו רבינו משה מיימון דען מלך תשובה הט גשריבן נון ווייל איך הב גזעהן אלז דאגה איין חולי איז איבר אלי חולאת וויא אך אלי רופאים שרייבן עש קומט דר פון שווינדל וויא טאג אין אלי גלידר שיגעון שוועכט דען מאגן חולשת הלב אונ' אנדרי חולאת וואו מן ניט אלז שרייבן קאן אונ' איז גורם מיתה שטיט אין ספר בן סירא איז מזהיר אלז דר מענש זאל זיך ניט דאגות צו הערצן נעמן דען פיל זיין דר פון גשטארבן וויא מן אך גפינד אין דר גמרה אלז רוב עולם שטערבן פון דאגות אונ' רוגז אונ' טרויארן שטיט אך אין דר תורה מפורש אלז זיפצן צו ברעכט דען מענשן אלי זיין גלידר אונ' מאכט צו גין דאש הערץ :

 

מעשה  איין מאל איז גוועזן איין פיליסוף .....

 

 

 

30.11.04

 

Lesen Sie den in der letzten Sitzung begonnenen Text (Blatt 2b) zu Ende und fertigen Sie eine Arbeitsübersetzung an. Ferner sind folgende Texte zu den entsprechenden Sitzungen vorzubereiten:

 

Dominique: 7.12.04 Simchat ha-Nefesch. Frankfurt am Main 1796, Blatt 6b (verfilmte S. 17)

Abschnitt:     ...  מעשה  איין תלמיד חכם איז זיין זון גשטארבן

 

 

 

07.12.04

 

Folgende Texte sind zu den entsprechenden Sitzungen vorzubereiten:

 

Julietta: 14.12.04 Simchat ha-Nefesch. Frankfurt am Main 1796, Blatt 7a (verfilmte S. 18)

Fertigen Sie eine Arbeitsübersetzung an, da wir den Text im Original nicht lesen werden!

Abschnitt:      ...   מעשה   איינר הט גיהיישן

 

Sara: 14.12.04 Simchat ha-Nefesch. Frankfurt am Main 1796, Blatt 7a (verfilmte S. 18)

Fertigen Sie eine Arbeitsübersetzung an, da wir den Text im Original nicht lesen werden!

Abschnitt:      ...    מעשה  רבי עקיבא

 

 

 

14.12.04

 

 

keine Aufgaben

 

 

 

21.12.04

Akademische Weihnachtsferien

 

 

 

28.12.04

Akademische Weihnachtsferien

 

 

 

04.01.05

 

Lesen Sie die beiden Erzählungen "Der Dybuk" (S. 97ff.) und "Die Seelenwanderung" (S. 105) aus Bloch, Chaim: Kabbalistische Sagen. Leipzig, 1925.

 

Die Erzählung "Der Dybuk" erscheint in dem Werk Derech ha-Jaschar le-Olam ha-Ba. [Frankfurt a. Main] 1713; Bl. 18b ff. von Jechiel Michel Epstein, der auch den Kizur Schnei Luchot ha-Brith verfasste. Als Quelle gibt er das Buch Emek ha-Melech (Bl. 15) an, dass erstmalig 1648 in Frankfurt am Main erschien. Sein Autor, ein gewisser Naphtali ben Jakob Bacharach, fasste die lurianische Kabbala nach der Darstellung Israel Sarugs zusammen und trug so wesentlich zur Verbreitung der lurianischen Kabbala im aschkenasischen Raum bei. Eine ähnliche Erzählung befindet sich in Zvi Hirsch Kaidanovers Mussarwerk Kav ha-Jaschar. Teil 2. Frankfurt am Main 1705; Kap. 77, Bl. 39b ff.

Die zweite Erzählung "Die Seelenwanderung" zeigt, wie durch den Gilgul die Seele ihre im vorherigen Leben unbewältigte Aufgabe erfolgreich meistert und erlöst wird.

 

 

Im Folgenden bringe ich das im Unterricht ausgeteilte Material:

 

 

 

Texte zur Person Jizchak Lurias aus Simchat ha-Nefesch (Sulzbach 1796/97) Arbeitsübersetzung

 

 

Blatt 11a

 

>>…Es steht [geschrieben]: Während der Zerstörung [des Tempels] hat ha-Schem, er sei gesegnet, die Namen der Engel geändert und ihnen andere Namen gegeben, damit man die Engel nicht beschwören kann […]. Denn der Mensch kann [die Engel] beschwören, wenn er die Beschwörungsformeln und die Namen der Engel weiß. Auch wenn der Mensch nicht fromm ist, der die Beschwörungsformel ausspricht, so müssen die Engel dennoch die [ihnen befohlene] Tätigkeit tun. Gott hat dem Menschen über alles Macht gegeben. Auch wenn der Mensch es nicht [mit dem Verstand] versteht und es nicht mit den Augen sieht, so sieht es seine Seele doch. Entsprechend kann der Mensch Geister beschwören. Vor Zeiten konnten die meisten Gelehrten (חכמים) Tote zum Leben erwecken. R. Pinchas ben Jair hat die Wasser des Baches, der Ginai heißt, drei Mal nacheinander gespalten.

Kabbalistisches Wissen (חכמות הקבלה) wird nicht durch den Verstand (שכל) hervorgerufen. Nur wer eine hohe Seele hat und seine Seele reinigt, der kann den Heiligen Geist (רוח הקודש) erlangen. Es finden sich viele Erzählungen von dem heiligen Mann Rabbi Jizchak Luria und seinen Schülern. Er hat sich oft auf den Gräbern von Schemaja und Avtalion und auf den Gräbern von anderen Tanaim ausgebreitet und hat Schemot (שמות) und Jichudim (יחודים) gebraucht und hat die Seele des Tanaiten, [also] des [betreffenden] Zaddik, der im Grabe lag, hervorgebracht. Und sie hat dem Rabbi Jizchak Luria große Geheimnisse offenbart. Und manches Mal hat er seine Schüler geschickt, [damit] sie [durch ähnliche Handlungen] Geheimnisse gewahr werden. Ein Mal hat

 

 

Blatt 11b

 

er seinen Schüler Rabbi Jizchak Cohen geschickt, [damit] er auf das Grab des Tanaiten Rabbi Jehuda bar Elieser gehe. Der soll ihm Geheimnisse offenbaren und hat ihm dazu Jichudim mitgeteilt, die er mit Kawana (כוונה) auf dem Grab des Tanaiten beten soll und hat ihm dazu befohlen, er soll unterwegs kein Wort reden, Nun ist er (R. Jizchak Cohen) auf das Grab des Tanaiten gegangen und ist [unverrichteter Dinge] wieder zurückgekommen; der Tanait hatte ihm nichts offenbart. Und wie er zu R. Jizchak Luria gekommen ist, und ihm erzählte, dass er [von der Seele des Tanaiten] keine Antwort erhalten hat, sagte R. Jizchak Luria zu ihm: „Warum hast du nicht gehalten, was ich dir befohlen hatte, dass du mit keinem Menschen unterwegs reden sollst. Dasselbige hast du übertreten und einem den Schalom-Gruß unterwegs gegeben.

Ein Mal hat R. Jizchak Luria seinen Schüler R. Chaim Vital geschickt, er soll auf die Gräber von Abaje und Raba gehen, und hat ihm [dazu] Schemot und Jichudim übermittelt. So ist R. Chaim Vital hingegangen und hat sich auf ihren Gräbern ausgebreitet und seine Jichudim gesagt und so haben sie [ihm] große Geheimnisse offenbart. Und wie er wieder zu Rabbi Jizchak Luria kam, ist Rabbi Jizchak Luria aufgestanden und sagte zu ihm: „Willkommen“, und setzte ihn zu seiner rechten Hand. Da fragte R. Chaim Vital ihn: „Rabbi, Warum tut ihr mir jetzt zum wiederholten Male solche Ehre an? Das ist nicht ohne Grund!?“ Darauf sagte Rabbi Jizchak Luria zu ihm: „Nicht um deines willen bin ich aufgestanden und nicht zu dir habe ich „´Willkommen` gesagt, sondern zu Benjahu ben Jehudi, der mit dir gekommen ist. Dem habe ich die Ehre angetan.“ Und sie wussten nicht, was es bedeutet, dass Benjahu ben Jehudai mit ihm (R. Chaim Vital) gekommen ist, bis zwei Monate danach Rabbi Jizchak Luria mir R. Chaim zu dem Dorf gingen, in dem Abaje und Raba begraben sind und dort Thora lernen wollten. Unterwegs, wie sie so auf dem Wege waren, sagte Rabbi Jizchak Luria zu R. Chaim Vital: „Ich sehe, dass an dieser Stelle Benjahu ben Jehudi begraben liegt.“ Und es [befand sich an dieser Stelle] kein Zeichen und es war [auch sonst] nichts da [, woran man die Begräbnisstätte hätte erkennen können]. Da erinnert sich R. Chaim, dass wie er zu den Gräbern von Abaje und Raba ging, sich unterwegs niedergesetzt hatte – eben auf diesen Platz, an dem Benjahu ben Jehudi begraben ist und hat seine Schemot (שמות) und Jichudim (יחודים) wiederholt, damit er sich nicht vertue, wenn wer sie auf den Gräbern von Abaje und Raba sagt. Da sagte R. Jizchak Luria: „Nun ist klar, warum er mit dir gekommen ist. Durch den Jichud, den du gesagt hast, ist seine Seele erweckt worden und ist in seinen Körper gekommen. Darum ist er mit dir gekommen. Daran kann man sehen, was die Seele bewirken kann. Nicht lange nach dem Tod von R. Jizchak Luria wurde er als ein ´heiliger Mann` bezeichnet. Es steht [geschrieben]: Nach seinem Tod hat man ihn in die Mikwe getragen, um ihn unterzutauchen. Da hat er seinen Kopf von selbst unter Wasser getaucht. Es sind viele Leute zu ihm gegangen und haben von ihm die Buße angenommen [, die er ihnen auferlegt hatte]. Auch die großen Gottlosen haben sich vor ihm verborgen, denn er kannte die Weisheit des Gesichtslesens (חכמות הפרצוף) und hat jedem sagen können, welche Sünde er getan hat. Denn alle Sünden sind dem Menschen auf seiner Stirn gezeichnet. […] Und wenn der Mensch sündigt, so ist seine Gestalt (צורה) nicht vollständig. Darum steht [im Sohar] geschrieben, dass wenn einer Buße tut und wegen seiner Sünden, die er getan hat, mit ganzem Herzen weint, er die Stirn mit seinen Tränen abwischen soll. Es steht [geschrieben]: „(hebräisches Zitat) Die Weisheit des Menschen erleuchtet sein Gesicht.“ (jidd. Paraphrase) Die Seele erleuchtet das Gesicht des Menschen. Darum steht [geschrieben], dass wenn einer einem ein Schlag ins Gesicht gibt, dies so ist, als würde er der Schechina einen Schlag geben. […] Jeder Mensch hat eine besondere Gestalt (צורה). Das ist in Bezug auf die Seele zu verstehen. Die Seelen sind nicht gleich. Es steht [geschrieben, dass] ein wildes Tier keinen Menschen um das Leben bringt, es sei denn, es dünkt dem wilden Tier, dass der Mensch ein Vieh ist. Denn wenn der Mensch fromm und sein Gesicht vollkommen ist, so leuchtet die Seele aus dem Gesicht, so dass ihm kein wildes Tier etwas tun kann. Aber wenn der Mensch sündigt, so wird seine Gestalt verändert. Dann kann alles Gewalt über ihn haben.<<

 

 

 

11.01.05

 

 keine Aufgaben

 

 

 

18.01.05

 

Lesen Sie zur nächsten Stunde folgende Auszüge einer Arbeitsübersetzung aus Simchat ha-Nefesch. Teil 1. Sulzbach, 1796/97. Den ersten Text (Blatt 12a) werden wir zu Beginn der Sitzung gemeinsam lesen, da ich es nicht geschafft habe ihn vor das Wochenende ins Netz zu stellen.

 

 

Blatt 12a

 

Denn es sind dreierlei [Arten von] Dämonen vorhanden. Ein Teil Dämonen sind den Engeln gleich. Sie sind Gelehrte. Sie wissen Verborgenes der Thora. Sie lehren manches Mal dem Menschen Thora, so wie es in diesen (unseren) Zeiten viele außerordentlich Ungebildete gibt, die urplötzlich große Geheimnisse offenbaren. Ich habe in der Heiligen Gemeinde Schtachtschav ein Kind von drei Jahren gekannt, das große Geheimnisse der Thora gesagt hat und selber nicht wusste, was es sagt. Auch ist in der Heiligen Gemeinde Lissa eine Jungfrau gewesen, die Geheimnisse der Thora gesagt hat und sich als Klippa (קליפה ,Schale, Kraft des Bösen) ausgewiesen hat. R. Jizchak Luria schreibt, dass seit dem der Tempel zerstört worden ist, die Klippot (Schalen) viele Geheimnisse der Thora wissen. Es gibt auch einen heiligen Magid (מגיד קדוש, Wanderprediger, hier: Offenbarungsengel, himmlischer Mentor), der [gelegentlich] bei dem Menschen weilt und ihm Geheimnisse offenbart, wie er dies bei dem Rav Beit Josef getan hat und dem Rav Tiefen [des kabbalistischen Wissens] offenbarte. Auch offenbart zu Zeiten Elijahu der Prophet […] große Geheimnisse. Aber in diesen Zeiten gibt es wenige [, denen solche Dinge aufgedeckt werden]. Er muss ein großer Zaddik sein [, um diese Geheimnisse empfangen zu können]. Die meisten [, die in unserer Zeit über solche Offenbarungen verfügen,] weisen sich als eine Klippa aus. Und es gibt noch eine weitere Dämonenart, die den Menschen ähnlich sind. Und es gibt noch mehr, die Narren (ohne intellektuelle Fähigkeiten) sind, wie das Vieh. Die männlichen Dämonen (שדים זכרים) haben Haare auf ihrem Kopf und die weiblichen Dämonen (שדות) haben keine Haare auf ihrem Kopf, wie es bei Ruth war, als sie sich zu Boas gelegt hatte. Da erschrak Boas, da er meinte, sie sei eine Dämonin. Aber als er auf ihrem Kopf Haare fühlte, hat er [sofort] danach gefragt: „Meine Tochter, wer bist Du?“ [Rut 3,9.] Denn die Dämonen kommen in der Nacht zum Menschen und dem Menschen dünkt im Traum, er läge bei einer Frau und einer Frau dünkt es, sie läge bei einem Mann. Das kommt alles von den Dämonen, die den Menschen verunreinigen (מטמא זיין), weil er seine Gedanken selbst verunreinigt. [Dort,] wo ich in den Regionen Polens (מדינות פולין) gewohnt habe, gab es eine Frau, an die sich ein Dämon geheftet hatte. Sobald sie eingeschlummert ist, ist der Dämon gekommen und hat sich zu sie gelegt – sowohl bei Tage, als [auch] bei Nacht. Und so bald sie in das Kindbett kam, wurden die Kinder tot geboren; und sogar im Kindbett lag der Dämon bei ihr! Und der Mensch hat ein großes Vergnügen daran. Das geschieht auf der Welt, weil er böse Gedanken hat – so geschieht es dann auch. Und von dem Samen werden Dämonen geboren. Es ist eine Begebenheit (מעשה) bekannt, die in der Heiligen Gemeinde Posnan geschehen ist, [über die berichtet wird,] dass R. Joel Baal Schem, ihm sei Frieden, mit den Dämonen im Rechtsstreit lag (גמשפט הט) und sie zu ihrer Verteidigung (טענה גפירט) angeführt haben, dass sie von einem Menschen [- einem Goldschmied und seiner Dämonin -] geboren wurden [und] sie die [rechtmäßigen] Erben seien. Darum haben sie in dem Haus rumort (טורנירט) [, um die menschlichen Mitbewohner des Hauses zu erschrecken und von ihrem Erbteil zu vertreiben. Im Gegensatz zu einem christlichen Exorzisten gelingt es R. Joel die Dämonen aus dem Haus zu verbannen. Er begründet dies damit, dass der rechtmäßige Ort der Dämonen die Wälder, Wüsten und Sümpfe, nicht aber die Behausung der Menschen ist.] Diese Erzählung ist im Buch Kav ha-Jaschar [Teil 2] gedruckt. Solche Begebenheiten sind oft in unserer Zeit geschehen und es gibt viele Bücher darüber. Es steht auch von Geistern (רוחות) [geschrieben], die in einen Menschen eingehen und sagen, dass sie Geister wurden wegen ihrer großen Sünden, die sie getan haben. Und sie erzählen von großen Strafen, die der Mensch ausstehen muss und sie bekennen ihre Sünden (זיין מתודה) und sagen den Leuten, welche Sünden sie (die Leute) tun. Und man treibt sie durch Beschwörungen aus. Es können [zahlreiche] Wunder davon geschrieben (berichtet) werden. Ich schreibe nur die bekannten Dinge (ווישן שאפט), die man mit den Augen sieht. Die Strafe, die der Mensch ausstehen muss, liegt vollständig daran, wie [sehr] der Mensch [bemüht ist,] seine Seele rein zu halten. Und auf alle Sünden muss der Mensch einen Gilgul ausstehen. Es steht [geschrieben:] Wenn R. Jizchak auf das Feld ging, um den Schabbat zu empfangen (מקבל שבת צו זיין), hat er die Augen zu gemacht, wegen der vielen Geister und Gilgulierenden (רוחות ומגלגלים), die er gesehen hat und ihn gebet haben, er möge für sie beten, dass ihre Seele den Tikkun erhalte. Und er hat gesagt, dass die Gilgulierenden in den Blättern der Bäume und im Wasser sind. Wer sicht nicht vorsieht, seine Hände recht zu waschen, und sonstige einfache Sünden, der Mensch wird wegen allem vergilguliert. […] Der Name, E.s.g., hat die Dämonen erschaffen, damit sich der Menschen fürchten soll. Das sind die Boten des Namens, E. s.g.“

 

 

 

Blatt 37b

 

„[Kontext: Notwendigkeit der Buße…] Darum ist jeder dazu verpflichtet zu beten, der Name, Er sei gesegnet, möge einem jeden helfen sich zur Buße zu bestärken. Denn mit dem Gebet kann man schon etwas bewirken. Vielleicht wird er sich zur Buße bedenken. Nun meine Geliebten, meine Brüder [und] Kinder Israels, es ist doch ein großes Wunder, wie die ganze Thora und Propheten und alle Moralbelehrungen nicht das Herz des Menschen erweichen können!, [es ist ein großes Wunder,] wie der Mensch [eigentlich] mit dem Grund seines Herzens Gott dienen soll und der Mensch [dennoch] nach allem trachtet, was auf der Welt ist, was nicht mehr als nur einige Stunden gewährt. Und er weiß, er muss sterben - und es ist alles Eitel [Kohelet] – [und] doch lässt er eine Welt stehen, die ewig gewährt […]. Doch ist das Herz so verstopft! Darum will ich den rechten (wahren) Grund [dieser Herzensverstockung] schreiben, den alle Menschen bekennen müssen. Denn das ist gewiss, dass ´wenn die Wurzel nicht gut ist, der Baum gar bald verdirbt`, oder [mit einem anderen Sprichwort gesagt:]´ Wenn einer ein Haus baut und keinen guten Grund legt, so fällt das Haus bald ein. Es kann keinen Bestand haben. So ist es auch mit dem Menschen, weil er den Grund nicht recht legt. Dieses ist der Beischlaf, wo Mann und Frau miteinander dienen/beiwohnen und sich nicht in der [gebotenen] Heiligkeit verhalten und [sie dies tun,] während die Frau schwanger ist. Und sie (die Frau) verhält sich [bezüglich der Nidda?] nicht, wie es sich gebührt. Und [in Bezug auf] die Kindererziehung in der Jugend [ist festzustellen:] Würde sie so geschehen, wie es die Thora haben will, so würde es um die Welt besser gestellt sein und es würden genug Heilige Seelen (נשמות קדושות) geben und die Kinder wären gottesfürchtig. Wohl Euch auf dieser Welt und auf jener Welt, wenn Ihr meine Rede in Acht nehmen und [dies in] eurem Sinn fassen würdet, denn es ist eine lautere wahrhaftige Rede. Darum will ich schreiben, wie sich Mann und Frau verhalten sollen. Denn solches ist keine Schande, wenn es mit Keuschheit geschieht und Mann und Frau ihre Absicht auf den Himmel (כוונה לשם שמים) ausrichten. Man muss [dabei] gottesfürchtige Gedanken haben, denn nach den Gedanken gerät das Kind. Es gab mal einen König und eine Königin, die beide ´Mohren` waren, wie nun [eben] ´die Mohren schwarze Leute` sind. Und die Königin gewann einen Sohn, der ganz weiß gewesen. Da sagte der König: „Ich bin schwarz und die Königin ist schwarz. Wo kommt denn das weiße Kind her? Die Königin hat das Kind nicht von mir.“ Und er wollte sie um-

 

 

 

Blatt 38a

 

bringen lassen. Da sagte R. Akiva zum König: „Mein Herr König, alle Kinder geraten nach den Gedanken, die der Mensch in der Stunde des Beischlafes hat. Der König hat gewiss weiße Bilder [Statuen] in seinem Zimmer stehen und die Königin hat in der Stunde des Beischlafes ihre Gedanken auf die Bilder ausgerichtet. Darum ist das Kind weiß geworden.“ Da gestand der König R. Akiva die Wahrheit und hat die Königin leben gelassen. Es steht [geschrieben, dass] vor Zeiten zum Beischlaf die Feinde [Israels] von den Kindern Israels welche genommen haben, die sehr schön gewesen waren und haben sie an ihr Bett gebunden, in dem sie den Beischlaf vollzogen haben und haben auf diese Kinder gesehen und ihre Gedanken auf sie ausgerichtet, damit sie [ebenfalls] schöne Kinder haben werden. [Es folgen nun weitere Beispiele dieser Art… Aus diesem Grund wird folgender Brauch praktiziert:] In einem Teil der Gemeinden verfahren die Frauen so, dass wenn sie aus der Mikwe kommen, sie sich ein ein Kind entgegen laufen lassen, das gut [Thora] lernt. […] Die Regel ist: Es liegt gar viel an den Gedanken von Mann und Frau in der Stunde des Beischlafes. Und danach hängt vieles von der Amme ab, die das Kind säugt – was für eine [Frau] sie ist und wie sie sich [in Bezug auf] die Speise-[gesetze] sich verhält – so gerät auch das Kind. [Es folgt nun eine Erzählung von einem Gelehrten, dem ein Braten vorgesetzt wird, der vom Lamm stammen soll. Der Gelehrte weigert sich vom Braten zu essen und behauptet, dass dies Hundefleisch sei. Nach der Untersuchung der Angelegenheit stellt sich heraus, das das Mutterschaf gestorben war und das Lamm von einer Hündin gesäugt wurde.] Der R. Jeschaja [Horowitz, ca. 1565-1630] schreibt in [seinem Werk] ´Schnei Luchot ha-Brit`: Man soll darum gewarnt sein, dass wenn ein Kind geboren wird und es ein Sohn ist, dass es die Hebamme nicht das allererste Mal in ihre Schürze nehmen soll, [um es einzuwickeln oder abzutrocknen, ] weil es ein Frauentuch ist. [… Man soll stattdessen für einen Knaben ein Männerhemd und für ein Mädchen das Kleidungsstück einer Frau oder für beide ein neues Tuch verwenden, da das Kind sonst eine Neigung zur Hurerei bekommen kann. Es folgen mehrere Erzählungen als Beispiele und ferner Ausführungen darüber, dass der Charakter der Eltern und ihr Verhalten beim Beischlaf die sittlich-religiösen Qualitäten des Nachwuchses bestimmen.] Alle Kinder geraten nach dem Charakter von Vater und Mutter. Sind sie Jähzornige, werden die Kinder auch Jähzornige; sind sie stolze Menschen, werden die Kinder auch stolze Menschen; sind sie Gottlose, werden die Kinder auch Gottlose. Wir wissen nicht, wer ein Zaddik ist/wird; es gehört gar viel dazu (es wird von vielen Faktoren bestimmt). Aber an der Mutter liegt es viel mehr, als an dem Vater. Sie trägt es (in der Schwangerschaft); sie säugt es. Um so mehr muss die Mutter ganz gottesfürchtig sein, denn alle ihre Tugenden nimmt das Kind an. Es steht [geschrieben:] Eine Frau, die sich nicht in [der Tugend der] Keuschheit hält, so gewinnt sie – obgleich sie einen Mann hat, der ein Zaddik ist, wie es Ahron ha-Cohen war [Anspielung auf Nadab und Abihu; Lev. 10] – gewinnt sie immer böse Kinder, wie es ihre Natur ist. Folgenden Brauch (מנהג) gab es vorzeiten in Regensburg [Quelle: Sefer Chassidim?]: Wenn ein Gelehrter oder ein Greis durch die Gasse lief, sind die Frauen und Kinder von der Gasse gegangen. Solches nehmen die Frauen jetzt nicht [mehr] in Acht und stellen sich [vielmehr] noch mit fremden Männern [zusammen und] reden auf der Gasse, und [dies] in ihren schönen Kleidern! Dadurch entstehen Übertretungen [sexueller Art], wie ich oben berichtete. Wie sollen die Kinder von so einer Frau gut geraten? Auch finden sich viele Frauen, die in die Häuser der Nichtjuden (גוים) gehen und keinen Wächter bei sich haben. Diese übertreten die Thora!

 

 

 

Blatt 38b

 

[Mit dem Verweis auf traditionelle Schriften klagt der Autor, dass es so wenige Gelehrte gibt, und führt dies auf den mangelnden Respekt seiner Zeitgenossen vor den heiligern Dingen sowie auf die Sorge um materielle Güter zurück…] In der Thora steht ארור שוכב עם בהמה“ [Dtn. 27,21.] Das heißt zu [jüdisch-] deutsch: ´Verflucht ist der Mensch, der bei einem Vieh liegt.` Das meint den Fall, indem der Mann bei der Frau liegt, um wie das Vieh seine Lust zu haben und sich nicht in Heiligkeit und Reinheit verhalten. [Der Autor lässt sich nun über das Thema etwas aus und bringt dazu ein Beispiel von Bat Scheva, die ihren Sohn Schlomo aus diesen Gründen einer körperlicher Züchtigung unterzieht…] Es steht im Vers [Prov. 31,30.]: שקר החן והבל היופי Das ist [jüdisch-] deutsch: ´Die Schönheit ist eitel und nichtig.` Der Mensch soll nicht eine Frau um der Schönheit willen oder um des Geldes willen nehmen – das ist eitel – sondern er soll nach den guten Taten sehen und die Tochter eines Gelehrten vorziehen. [Der auf Brautschau Gehende, soll insbesondere auf die Brüder der potentiellen Partnerin achten, da die Kinder vorwiegend nach der Mutter und ihrer Familie geraten. Es werden verschiedene Beispiele angeführt.] Sogar wie die Hochzeit zu machen ist, haben unsere Weisen angeordnet. [Es folgen nun einige grobe Angaben wann und wie eine Hochzeit sowie der erste Beischlaf zu erfolgen hat… Es folgt eine an den Mann gerichtete Ermahnung die Ehepflichten (Mizwat Ona) gegenüber der Frau einzuhalten, jedoch schließt der Autor zugleich eine Warnung vor dem zu häufigen Beischlaf an. Diese geht in seinen Wurzeln auf Maimonides Sefer Mada, Hilchot deot 4;19 zurück...]

 

 

 

Blatt 39a

 

[… Den Ausführungen zufolge soll der Beischlaf in Keuschheit und nicht zur Lustbefriedigung durchgeführt werden. Anderenfalls drohen die Kinder Gottlose zu werden und in die Fänge des Satans zu geraten.] Darum muss der Beischlaf in Keuschheit geschehen. Zunächst muss die Ordnung des Beischlafes [folgendermaßen] sein: הוא למעלה והיא למטה [Hebräisch, ohne jiddische Paraphrase!] Ansonsten ist es eine Frechheit und die Art der Tiere, und [der so verfährt,] hat keine Scham vor dem Namen, E. s. g. Mit Sicherheit ist er ein großer Sünder. Des Weiteren ist es verboten den Ort der Scham anzusehen. Es steht im Vers [Ez. 20,38.] „כרתי מכם המורדים והפושעים“ Das ist auf [jüdisch-] deutsch: ´Ich will die Aufsässigen und die Missetäter [von der Wurzel des Lebens] abschneiden.` Damit sind die gemeint, die nicht den Beischlaf in Keuschheit vollziehen. So er mit seiner Frau schläft und seine Gedanken bei einer anderen sind, oder er vor hat, ihr den Scheidebrief zu geben, oder sie miteinander schlafen und betrunken sind, oder er seine Frau hasst, oder sie Frechheiten treiben, so werden die Kinder Gottlose. Ebenso ist alles verboten, obgleich die Frau schwanger ist oder stillt. Auch ist es verboten den Beischlaf zu vollziehen, wenn ein Licht brennt oder der Mond in das Zimmer scheint – es sei denn, er hat dicke Vorhänge, dass das Licht nicht hindurchscheint. Wenn [heilige] Bücher in dem Zimmer sind, müssen sie zweifach zugedeckt sein, desgleichen die Mesusa. Er darf den Beischlaf auch nicht am Tag vollziehen. Die Hauptsache der Mizwa ist, den Beischlaf mitten in der Nacht zu vollziehen. Der Grund dafür ist ein großes Geheimnis [kabbalistischer Art]. Auch schlafen die Leute [in der Nacht], sonst möchte [es] einer hören. Auch ist mitten in der Nacht der Samen am besten. Nicht gleich nach dem Essen [soll der Beischlaf vollzogen werden]. Und nach Mitternacht ist das Essen verdaut. [Es folgen nun weitere Anweisungen über die Nahrungsmittel des Abendessens, den Sexverzicht bei Streitigkeiten, Waschungen ritueller und hygienischer Art, ein gemeinsames Sündenbekenntnis (ווידוי) vor dem Sex.]

 

 

 

25.01.05

 

 

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ספר קיצור שני לוחות הברית עם מהדורא בתרא...הובא לדפוס ע''י ה''ה כהר''ר משה גמבורג בשנת קיצור שלה לפ''ק בבית ובדפוס דאיד יאקוב קראנאו בפרנקפורט דמיין

 

ספר חלק שני מן שמחת הנפש דאש אנדר חלק בשטיט אין דינים אונ' זמירות האט גמאכט ר' הענלה קירכהן...נדפס פה ק''ק פירדא שנת תפ''ז לפ''ק

  

ספר שמחת הנפש...ממני ה''ק יהודא כהן קרויס... צווייטע פערמעהרטע אונד פערבעססערטע אויסגאבע... נדפס בדפוס של הרבני המופלג מו''ה   מאיר סג''ל ראזענבוים... פאקש תרס''ו

 

ספר דרך הישר לעולם הבא…דיזש סםר הוט מחבר גיוועזן האלוף התורני מהור''ר יחיאל מיכל כהר''ר אברהם סגל זצ''ל עפשטיין... פה ק''ק פרנקפורט עיר המעטרה... בשנת הדריכט באמתך לפ''ק... בדפוס יוהאן קעלנר: ''דרום האב איך דיזש\ספר גימחת זעלכי לייט קענן זיך גאר וואול צו אונטר ריכטן דורך דיזן ספר צו קומן אין רעכטן וועג הש''י רעכט צו דינן…אונ הקב''ה גיבט דר צו רוח ונשמה אונ דען קלאנץ פון דען פנים…ווען דיא צייט קומט דז דער מענש זול שטערבן פון דיזם עולם אזו נעמט הקב''ה זיין חלק אונ' וואז פאטיר אונ' מוטר געבן האבן דז בלייבט פאר זיא ליגן…''

 

שמונה פרקים להרמ''בם, אינס דייטשע איבערזעצט, ווין, געדרוקט בייא יאזעף הראשאנצקי ק''ק דייטש אונ' העבראעישען האף בוכדרוקר אונ'ה בוכהענדלער אין זיינעם אייגנן הויזע אם אלטען קינמארקט, אים פארמאליג זאגענאנטען אלטען שטעמפל-אמטע דער שווארצן בירשטן געגן איבר...(תקנ''ח)

 

 

 

01.02.05

 

 

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        © Nathanael Riemer