Ausbildung von Rabbinern und
Rabbinerinnen
an der Uni. Abraham Geiger Kolleg Potsdam eröffnet57 Jahre nachdem die Nationalsozialisten die Hochschule für
die Wissenschaften des Judentums in Berlin geschlossen haben, wurde im August 1999 durch
die Gründung des Abraham Geiger Kollegs ein neuer Anfang gemacht. Etwa ein Jahr später
erhielt am 12. November 2000 in einer Feierstunde im Nicolai-Saal das erste
Rabbinerseminar Deutschlands seine Heimat in Potsdam, am Moses Mendelssohn Zentrum für
europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam.

Abraham Geiger (1810-1874) war
ein bedeutender jüdischer Theologe,
der sich als Verfechter des
religiösen Reformjudentums auch
auf dem Gebiet der Wissenschaft
des Judentums große Verdienste
erworben hat.
Abb.: MMZ |
Das Abraham Geiger Kolleg ist eine internationale und
private Institution, die in enger Zusammenarbeit mit der World Union for Progressive
Judaism und dem Hebrew Union College den fünfjährigen Studiengang erarbeitet hat. Das
Kolleg ist damit die erste Ausbildungsstätte für Rabbinerinnen und Rabbiner in
Deutschland seit 1942. Vorlesungen und Seminare werden zum Teil von der Universität
Potsdam getragen. Weitere Studien werden in Israel und Nordamerika durchgeführt. Die
Studierenden des Kollegs gehören künftig zu den regulären Studierenden im
Studiengang
Jüdische Studien". Die ersten Studierenden nehmen den Studienbetrieb
voraussichtlich zum Wintersemester 2001/02 auf.
Im Zusammenhang mit der Verortung des Abraham Geiger
Kollegs an die Universität Potsdam ist es gelungen, eine Stiftungsprofessur
Religionswissenschaft mit dem Schwerpunkt rabbinische Studien" für fünf Jahre
durch den Stiftungsfonds Deutsche Bank im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
einzuwerben. Diese Professur stellt eine wesentliche Ergänzung des interdisziplinären
Studiengangs Jüdische Studien" dar, in dem gegenwärtig 260 Studierende
eingeschrieben sind. Weiterhin förderlich für die herausragenden Leistungen im Bereich
der jüdischen Studien ist sicher auch die kürzlich von der Deutschen
Forschunsgemeinschaft (DFG) bewilligte Einrichtung des Graduiertenkollegs Makom:
Ort und Orte im Judentum" an der Universität Potsdam. (siehe
Beitrag auf der Seite ..).

Oberrabbiner Prof. Dr. Walter Jacob, im Gespräch mit
Prof. Dr. Wolfgang Loschelder.
Foto: Fritze |
Uni-Rektor,
Prof. Dr. Wolfgang Loschelder, verwies in seiner Begrüßungsrede anlässlich der
feierlichen Eröffnung des Abraham Geiger Kollegs darauf, dass mit diesen Erfolgen die
Stadt Potsdam und die Universität Potsdam national und international zu einem
wissenschaftlichen Schwerpunkt auf dem Gebiet jüdischen Lebens, jüdischer Geschichte und
jüdischer Kultur wird.
Abraham-Geiger-Preis verliehen

Susannah Heschel ist die
Abraham Geiger Preisträgerin
2000.
Foto: Fritze |
Im Rahmen der Veranstaltung wurde erstmalig der
Abraham-Geiger-Preis verliehen.Mit diesem sollen Menschen geehrt werden, die sich um die
Darstellung des Judentums in seiner Vielfalt bemüht haben. Erste Preisträgerin ist die
Religionsphilosophin Prof. Dr. Susannah Heschel, die die Ehrung für ihre deutschsprachige
Ausgabe Der jüdische Jesus und das Christentum" erhielt. Susannah Heschel
promovierte 1989 an der University of Pennsylvania in Religious Studies. Seit 1998 ist sie
Associate Professor of Jewish Studies am Dartmouth College und leitet das Programm für
jüdische Studien.
gl
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