Gesprächskreis Rechts- und Verfassungsgeschichte
Besuch des Verfassungsgerichts des Landes Brandenburg
Der »Gesprächskreis Rechts- und Verfassungsgeschichte an der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam« lädt herzlich zum Besuch des Verfassungsgerichts des Landes Brandenburgs ein.
Zeit und Ort
- Montag, 31. Januar 2011, 17 Uhr (s.t.)
- Treffpunkt: Jägerallee 9–12, Potsdam, vor dem Gebäude. Die Führung dauert etwa zwei Stunden; den Abend wollen wir mit einer gemeinsamen Brotzeit in einer Gaststätte beschließen.
Zur Veranstaltung
Für die Veranstaltung konnten wir mit Herrn Präsidenten des Verfassungsgerichts Rüdiger Postier einen intimen Sachkenner sowohl des brandenburgischen Verfassungsrechts als auch der brandenburgischen Verfassungsgerichtsbarkeit gewinnen. Der Besuch hat zwei Schwerpunkte, nämlich zum einen das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg einschließlich der landesverfassungsgerichtlichen Spruchpraxis und zum anderen den Gebäudekomplex des Justizzentrums.
Das Verfassungsgericht des Landes Brandenburg ist neben dem Landtag und der Landesregierung das dritte Verfassungsorgan des Landes Brandenburg. Das Gericht hat 1993 als letztes der drei Verfassungs¬organe seine Tätigkeit aufgenommen. Es hat im Land eine Funktion, die der des Bundesverfassungsgerichts im Bund entspricht. Das Landesverfassungsgericht entscheidet insbesondere über Organstreitigkeiten, abstrakte und konkrete Normenkontrollen sowie Verfassungsbeschwerden und hat dazu inzwischen eine umfangreiche Spruchpraxis entfaltet. Ähnlich wie beim Bundesverfassungsgericht überwiegen auch beim Brandenburgischen Verfassungsgericht nach den Eingangszahlen die Verfassungsbeschwerden, die in Brandenburg sowohl in Form der Individualverfassungsbeschwerde als auch in Form der kommunalen Verfassungsbeschwerden eingereicht werden können.
Doch ist das Verfassungsgericht nicht nur wegen seiner Schlüsselrolle für die Entwicklung des brandenburgischen Verfassungsrechts von zeitgeschichtlichem Interesse, sondern auch aus baugeschichtlichen Gründen. Der heutige Sitz des Landesverfassungsgerichts ist nämlich Teil eines Gebäudekomplexes, der vor fast 200 Jahren für das Preußische Militär errichtet wurde. Die Bauentwürfe für die in den Jahren 1826 bis 1828 entstandene Kasernenanlage stammen von Karl Friedrich Schinkel, der Auftrag für den Neubau von König Friedrich Wilhelm III. Um dem wachsenden Platzbedarf zu begegnen, wurden in den Jahren 1909 und 1910 weitere An- und Neubauten errichtet. Es entstanden ein Wirtschaftsgebäude, ein Familienwohnhaus, eine Büchsenmacherei, ein Pferdestall und ein Exerzierhaus. Nach dem 2. Weltkrieg übernahm die sowjetische Rote Armee die Kaserne. Das gesamte Areal war bis 1993 militärisches Sperrgebiet. Nach 1989 hat das Land Brandenburg die ehemalige Kaserne zu einem modernen Justizzentrum umgebaut. Das Gebäude des Landesverfassungsgerichts befindet sich im östlichen Grundstücksbereich des Justizzentrums in einem ehemaligen Offizierskasino.
Führung und Anmeldung
Bitte melden Sie sich mit einer kurzen E-Mail bei unserer Mitarbeiterin Mareike Rohde an.
Der Besuch des Verfassungsgerichts dauert etwa zwei Stunden. Den Abend beschließen wir mit einer gemeinsamen Brotzeit in einer nahegelegenen Gaststätte.
