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Chronologie
zur Geschichte der Juden in Brandenburg

1157 Gründungsjahr der Mark Brandenburg durch Albrecht den Bären, in der Folgezeit expandiert das Land von der Altmark bis zur Oder.
1244 Grabstein in Spandau gilt als ältestes erhaltenes Zeugnis jüdischen Lebens in Brandenburg.
1322 erste Erwähnung einer Synagoge in der Stadt Brandenburg an der Havel.
1344 Ludwig der Bayer bestätigt die Rechte der Havelberger, Perleberger und Pritzwalker Juden, regelt den Gerichtsstand der Juden der Altmark und der Prignitz und erlässt ein umfassendes Privileg für die Juden der Neumark.
1348–1351 Während die Pest Europa überzieht werden vielerorts Juden der Brunnenvergiftung beschuldigt, auch in der Mark kommt es zu Verfolgungen und Vertreibungen.
1420 Friedrich I. bestätigt das Judenprivileg von 1344 und dehnt es auf die gesamte Mark Brandenburg aus.
1446–1447 Erste Vertreibungen der Juden durch Friedrich II.
1503–1509 Zweite landesherrliche Vertreibung der Juden unter Joachim I. Nestor; Wiederansiedlung in der Altmark, der Prignitz und dem Havelland erlaubt.
1510 Hostienschändungsprozess gegen die märkischen Juden, der mit der Verbrennung von 41 Juden und der (dritten) Ausweisung aller übrigen Juden aus der Mark endet.
1543 Michael von Derenburg gilt als erster Hofjude Brandenburgs, mit ihm werden Juden in der Mark wieder zugelassen.
1571/73 Der Münzmeister Lippold, seit 1556 ernannter Aufseher über die märkischen Juden, wird am Tode Joachims II. schuldig gesprochen und selbst zum Tode verurteilt, gleichzeitig werden die Juden durch Johann Georg "auf ewige Zeiten" verbannt.
1671 Das "Edict wegen der aufgenommenen 50 Familien Schutz-Juden, jedoch daß sie keine Synagoge halten" Friedrich Wilhelms erlaubt erstmals wieder Ansiedlungen von Juden in der Mark Brandenburg
1699 Zulassung von Juden zum Studium an der 1506 gegründeten Universität Viadrina (Frankfurt/Oder)
1701 Durch die preußische Königskrönung Friedrichs I. wird die Mark Brandenburg zur Provinz.
1700/1714/1730 Erlass von Judenreglements, welche mit den Zielen der Beschränkung jüdischer Ansiedlungen und fiskalischer Ausnutzung der Juden zunehmend die Schutzprivilegien einschränken.
1750 Das "Revidierte General-Privileg" Friedrichs II. ordnet die preußische Judenschaft in sechs Klassen und führt die Kollektivhaftung für Abgaben ein, welche insbesondere mit der Porzellansteuer für Juden (1769 eingeführt, 1788 geschafft) zu starker Verschuldung ganzer Gemeinden führt.
1812 Das "Emanzipationsedikt" macht Juden im napoleonisch gestutzten "Rumpf–Preußen" (inkl. Brandenburg) zu Staatsbürgern mit Bewegungsfreiheit, die Bestimmungen werden nach 1815 nicht auf die übrigen Gebiete ausgedehnt.
1815 Durch die territorialen Neuordnungen des Wiener Kongresses gelangt u.a. die 1367 an Böhmen angegliederte Niederlausitz zurück zu Brandenburg und wird anschlie&zslig;end der preußischen Provinz Brandenburg zugeteilt, wohingegen Altmark der preußischen Provinz Sachsen zugeordnet wird.
1816/17 In der Provinz Brandenburg leben etwa 8000 Juden; ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt damit bei 0,7 Prozent.
1847 Jüdische Gemeinden werden durch das „Gesetz über die Verhältnisse der Juden“ zu Körperschaften des öffentlichen Rechts und unterliegen damit der Staatsaufsicht; zudem müssen sie sich zu Synagogenbezirken zusammenschließen.
1848 Im Revolutionsjahr liegt der prozentuale Anteil der Juden bei 0,9 von Hundert; im Zuge des Bevölkerungswachstums steigt die Zahl der Juden in Brandenburg auf knapp 20000.
1869/71 Die seit 1850 proklamierte rechtliche Gleichstellung der Juden in Preußen wird durch das Gleichberechtigungsgesetz der Konfessionen Otto von Bismarcks umgesetzt; mit der Reichsgründung erhalten Juden in ganz Deutschland die gleichen Bürgerrechte wie Christen.
Ende des 19. Jhds. Durch die Abwanderung vieler Juden aus Brandenburg werden Synagogenstandorte aufgegeben; Berlin wird dagegen die Stadt Europas mit den meisten Synagogen.
1911 Berlin wird Zentrum der zionistischen Bewegung, in Brandenburg kommt es zu Gründungen von Hachscharalagern: u.a. bei Rathenow und Fürstenwalde.
1933 Bereits wenige Monate nach Hitlers Machtübernahme zeigt sich durch den Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 die beginnende Ausgrenzungspolitik.
1933/35 In dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" und den "Nürnberger Rassegesetzen" manifestiert sich die vermeintlich "legale" Ausgrenzung.
1938 In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 werden über 1.400 Synagogen in ganz Deutschland geschändet und niedergebrannt. Es kommt zu Plünderungen, Verhaftungen und Ermordungen.
1939 Nach einer erneuten Fluchtwelle leben noch 4000 Juden in der Provinz Brandenburg.
1941 Beginn der Deportationen; die legale Emigration wird verboten; ab 1. September besteht Kennzeichnungspflicht (Tragen des Judensterns).
1942 Auf der Wannseekonferenz in Berlin wird die "Endlösung der Judenfrage" beschlossen.
ab 1945 Im bis 1952 kurzzeitig bestehenden Land Brandenburg leben 1946 noch 424 Juden, wobei keine Neugründung einer Gemeinde auf dem Gebiet stattfindet.
ab 1948 Antizionistische Politik nach Gründung des Staates Israel; Stalinistische Säuberungen und Schauprozesse gegen angebliche jüdische Konterrevolutionäre; es kommt zu Bespitzelungen, Entlassungen und Verfolgungen in der DDR.
ab 1953 Nach Stalins Tod entspannt sich die Lage für die Juden in der DDR, trotzdem verlassen viele das Land.
ab Mitte der 1980er–Jahre Im Zuge einer geplanten Reise des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in die USA, um dort Kapital für die marode DDR–Wirtschaft zu beschaffen, tritt ein Wandel im Umgang mit der lokalen jüdischen Geschichte ein; öffentliche Mittel werden u.a. für Friedhofssanierungen zur Verfügung gestellt.
1988 Zum 50. Jahrestages des Novemberpogrom 1938 werden in vielen Orten in der DDR Gedenksteine oder –tafeln an ehemaligen Synagogen angebracht.
1989 In den fünf verbliebenen Jüdischen Gemeinden der DDR gibt es 400 Mitglieder, von denen allein 250 in Ost–Berlin leben.
seit 1991 Nach der Wiedervereinigung werden Neugründungen jüdischer Gemeinden im Bundesland Brandenburg (in Potsdam, Bernau, Brandenburg/Havel, Frankfurt/Oder, Cottbus, Oranienburg, Königs Wusterhausen) möglich, die sich in einem Landesverband organisieren, der 2005 nach der Zuwanderungen aus Osteuropa 7348 Mitglieder zählt.

Universität Potsdam