Gruppenarbeiten, Stationenlernen oder andere Formen der Unterrichtsgestaltung beinhaltet, dass der Unterricht im Vorhinein  gut durch die Lehrkraft organisiert und strukturiert sein sollte. Ziel der Unterrichtsstrukturierung durch die Lehrkraft ist, dass die Lernende wissen, wie der Ablauf einer Stunde ist und wann Themen besprochen werden beziehungsweise wann sie welche Aufgaben erfüllen sollen.

Studien zeigen, dass die Strukturierung des eigenen Unterrichts und auch die wahrgenommene Strukturierung durch die Lernenden selbst nicht nur die Motivation von Lernenden im Unterricht verstärkt, sondern auch Unterrichtsstörungen mindert, womit effektive Lernzeiten erhöht werden (zusammengefasst in Klieme und Rakoczy 2008).

Zudem bezeichnet Hilbert Meyer (2017)  die Strukturierung des Unterrichts als ein Merkmal guten Unterrichts.

Digitale Tools können uns Lehrkräften und Dozenten helfen, unseren Unterricht eingängiger, verständlicher zu strukturieren und damit den Unterrichtsablauf, zum Beispiel eine strukturierte Anleitung von Gruppenarbeiten oder Stationenlernen störungsfreier zu gestalten.

Heute möchte ich das Tool Classroomscreen vorstellen: Mit Hilfe dieser interaktiven Tafel kann der Unterricht strukturiert werden, indem beispielsweise die Zeit, beziehungsweise ein Timer abgebildet werden kann, oder auch Zusammenfassungen, Zeichnungen oder Hinweise zum Unterricht aufgezeigt werden können.

Wie funktioniert das genau?

Um Classroomscreen im Unterricht zu nutzen, brauchen Sie einen Internetanschluss sowie einen Beamer und Laptop oder ein Smart-Board (o.ä.) in ihrem Unterrichtsraum. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, gehen Sie folgendermaßen vor

  • Öffnen Sie den Link https://www.classroomscreen.com/
  • Wählt eure Optionen, die ihr benötigt: z.B. wählt eure Sprache und den passenden Hintergrund.
  • Dann könnt ihr folgende Funktionen nutzen:
    1. Zufälliger Name: Kopiert eine Klassenliste (speichert diese am besten als txt.-Datei) eurer SuS in den Tab und lasst Classroomscreen per Zufall einen Namen ziehen.
    2. Zufälliger Name: Lasst den Würfel entscheiden. Ihr könnt bis zu 3 Würfel nutzen.
    3. Lautstärke: Messt die Lautstärke im Klassenzimmer. Classroomscreen meldet sich, wenn die maximale Lautstärke erreicht ist.
    4. QR-Code: Blendet einen QR-Code ein. Ich nutze das, damit die SuS per Scan (meine SuS nutzen diesen QR-Code-Reader) schnell auf Quiz-Tools wie Pingo oder Socrative zugreifen können. Manchmal nutze ich auch Online-Texte oder Lernvideos – durch den QR-Code (Wie erstellen ich einen QR-Code – hier klicken) können Lernende auch hier schneller auf diesen zugreifen.
    5. Zeichnungen: Erstellt einfach Zeichnungen, um beispielsweise Zeitverläufe abzubilden, Modelle nochmals schrittweise zu erklären oder Rechnungen schrittweise durchzurechnen. Vielfach einsetzbar! Ihr könnt ein kleines Fenster oder den Fullscreen für Zeichnungen nutzen. Hier könnt ihr auch über den Hintergrund entscheiden (kariert, dreieckig, weiß, schwarz oder der gewählte Hintergrund im Classroomscreen). Eigene Bilder können nicht eingefügt werden.
    6. Texteditor: Schreibt schnell Text und lasst die per Classroomscreen anzeigen: z.B. Aufgabenstellungen, Hausaufgaben, TODO für die Unterrichtsstunde, den Ablauf einer Unterrichtsstunde oder ein Protokoll zum Brainstorming. Ist die Größe des Textfeldes nicht passen, vergrößert beziehungsweise verkleinert es oben links im Textfeld (+/-).
    7. Arbeitssymbole: Es gibt vier Arbeitssymbole: Ruhe, Flüstern, Partnerarbeit und Gruppenarbeit. Lasst diese Symbole aufploppen, wenn die jeweilige Sozialform im Unterricht genutzt wird. Dient einfach der Visualisierung. Ich nutze das oft zur Strukturierung von Stationenlernen in Verbindung mit anderen Symbolen auf Classroomscreen. Ist die Aufgabe in den ersten 5 Minuten zu lesen, wird ein Timer für 5 Minuten eingestellt und das Arbeitssymobol „Ruhe“ aufgeploppt usw.
    8. Ampel: Hier kann eine Ampel angezeigt werden. Die jeweiligen Felder der Ampel können per Mausklick angestellt werden.
    9. Timer: Nutzt den Timer, um die Zeit vorwärts (Prinzip der Stoppuhr) oder rückwärts (Prinzip der Sanduhr) zu stoppen. Stellt 5 Minuten ein, wenn eine Stundenphase 5 Minuten dauert, damit die SuS z.B. wissen, wieviel Zeit Sie in einem Test haben etc.
    10. Uhrzeit: Mit diesem Symbol wird die Uhrzeit und das Datum angezeigt.
  • Alle Arbeitssymbole können individuell verschoben, vergrößert oder verkleinert werden und man kann Fenster vervielfältigen (einfach in der unteren Taskleiste auf +1 gehen).
  • Info´s zu den Funktionen findet ihr oben links im Screen.
  • Im folgenden Link findet ihr auch nochmal ein Lernvideo zur Nutzung.
  • Sie können, falls gewünscht, den Screen per Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube teilen. Einfach links oben wählen.
  • Nachteile: Classroomscreen kann nur genutzt werden, denn man einen Internetanschluss hat und zudem ein Gerät, was den Classroomscreen an die Wand projiziert oder per Smart-Board (o.ä) überträgt. Zudem kann ein erstellter Classroomscreen nicht gespeichert werden.

 

Ich bin an euer Meinung interessiert. Wie nutzt ihr den Classroomscreen noch? Folgt dem Link zum Padlet und lasst uns gemeinsam Ideen sammeln.

Eure Charlott

Literaturverzeichnis:

Klieme, E. & Rakoczy, K. (2008). Empirische Unterrichtsforschung und Fachdidaktik. Outcome-orientierte Messung und Prozessqualität des Unterrichts. Zeitschrift für Pädagogik, 54 (2), 222–237.

Meyer, H. (2017). Was ist guter Unterricht? (12. Auflage). Berlin: Cornelsen.