Medieninformation der Universität Potsdam
Nr.: 018/07 vom 22.01.2007
Transportvorgänge in Pflanzen erforschen
Biophysiker Dr. Ingo Dreyer von der Universität Potsdam erhielt Heisenberg-Stipendium
Transportvorgänge in Pflanzen untersucht der Biophysiker Dr. Ingo Dreyer von der
Universität Potsdam. Der Wissenschaftler wurde jetzt mit einem Heisenberg-Stipendium
der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet. Mit diesem Stipendium, das
über drei bis maximal fünf Jahre läuft, fördert die DFG herausragende Wissenschaftlerinnen
und Wissenschaftler, die die Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur
erfüllen. Mit dem Stipendium soll ihnen ermöglicht werden, sich auf eine wissenschaftliche
Leitungsposition vorzubereiten und weiterführende Forschungsthemen zu bearbeiten.
Woher bekommen Pflanzen ihre Masse? Diese fundamentale Frage beschäftigt die Forscher schon
seit mehreren hundert Jahren. Auch heute sind noch längst nicht alle Einzelheiten der
komplexen Mechanismen erforscht, die beim Wachstum von Pflanzen eine Rolle spielen. Längst
weiß man, dass die Pflanzen Wasser und Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Boden aufnehmen
und in den Blättern mit Hilfe der Photosynthese aus CO2 und Wasser Zucker hergestellt wird.
Dieser ist wiederum Grundlage für weitere chemische Umwandlungen. Die Zellen einer Pflanze
sind also kleine natürliche chemische Fabriken. Wie bei einer "normalen" chemischen Fabrik
müssen die Ausgangsmaterialen herantransportiert werden und die "chemischen Produkte" wieder
abtransportiert werden. Sie werden an anderer Stelle in der Pflanze benötigt, beispielsweise
in der Frucht.>br/>
Ingo Dreyer faszinieren die Mechanismen, mit denen es Pflanzen bewerkstelligen, dass
Substanzen aus dem Erdreich, beispielsweise Kaliumsalze, bis in die Blüten gelangen. Er
ist der Meinung, dass die Pflanzen die fundamentalen physikalischen Gesetzmäßigkeiten sehr
geschickt zur Anwendung bringen müssen, um diesen Transport zu ermöglichen. Da alles in der
Umwelt nach physikalischen Gesetzen folgt, ist der lebende Organismus Pflanze nichts anderes
als eine komplizierte Maschine, die Pflanzenforscher im Detail verstehen wollen. Dazu
leistet Ingo Dreyer mit seinen Forschungen einen Beitrag. Denn das Verständnis der
chemischen Fabrik Pflanze wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Pflanzen bilden nicht nur
die Grundlage der menschlichen Nahrung. Im Zeitalter der Ölknappheit werden Pflanzen immer
wichtiger für die Energieversorgung und als Rohstoffquelle für die Industrie.
Ingo Dreyer, 1969 geboren, studierte in Hannover Physik. Während des Studiums entdeckte er
aber auch sein Interesse an der Biologie und so kombinierte er in der Folge seiner
wissenschaftlichen Ausbildung beide Vorlieben und wandte sich in seiner Doktorarbeit am
Julius-von-Sachs-Institut für Biowissenschaften an der Universität Würzburg der Biophysik
zu. Ein Stipendium der Pôle Universitaire Européen de Montpellier/Frankreich und ein Marie
Curie Forschungsstipendium der Europäischen Union ermöglichten ihm einen Aufenthalt an einem
Forschungszentrum in Montpellier in Südfrankreich. Im Jahre 2001 begann er an der Professur
für Molekularbiologie der Universität Potsdam als wissenschaftlicher Assistent zu arbeiten.
Ingo Dreyer habilitierte sich 2006 an der Universität Potsdam im Fach Biophysik und
Molekulare Pflanzenphysiologie.
Hinweis an die Redaktionen:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Ingo Dreyer von der Universität Potsdam telefonisch unter 0331/977-2809, -2769, E-Mail: dreyer@uni-potsdam.de zur Verfügung.
