Medieninformation der Universität Potsdam

Nr.: 146/06 vom 05.08.2006

Universität Potsdam koordiniert Europäisches Doktorandennetzwerk

Die Universität Potsdam hat ein weiteres EU-Projekt im Rahmen des Marie Curie Programms erfolgreich eingeworben. Im Oktober startet es unter dem Namen VaTEP (Vacuolar Transport Equipment for Growth Regulation in Plants). Das sich über vier Jahre erstreckende Projekt wird durch die Europäische Kommission aus Mitteln der Europäischen Union gefördert. Das Gesamtbudget umfasst 2,4 Millionen Euro. Elf Wissenschaftlergruppen sind daran beteiligt.
Zentrales Anliegen ist die Analyse des pflanzlichen Wachstums und der zugrunde liegenden biochemischen Prozesse. Der Schwerpunkt ist dabei die Aufklärung von intrazellulären Transportproteinen und ihrer Funktion. Das Wachstum von Pflanzen ist ein fundamentaler biologischer Prozess mit großer Bedeutung für die Lebensmittelproduktion, die Landwirtschaft und die Landschaftsentwicklung. Die zellulären Abläufe sind äußerst kompliziert und bis heute nur in Ansätzen erklärbar. Sie werden durch endogene Entwicklungsprogramme und in erheblichem Maße durch Umweltparameter beeinflusst.
Das interdisziplinäre Promotionsprogramm wird von Prof. Dr. Bernd Müller-Röber und Dr. Katrin Czempinski vom Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam geleitet. Arbeitsgruppen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, der Schweiz und der Tschechischen Republik sind an dem Projekt beteiligt.
Das Programm bietet Doktoranden der Fachrichtungen Biologie und Biochemie eine Promotionsausbildung mit vielfältigen Möglichkeiten. Im Rahmen ihrer dreijährigen Ausbildung erhalten sie Zugang zu modernster Technologie. Dabei kommt einer integrativen Betrachtungsweise des pflanzlichen Wachstums besondere Bedeutung zu. Die Doktoranden lernen, die unterschiedlichen Ebenen, von der molekularen über die zelluläre bis hin zur Ganzpflanzenebene, mittels geeigneter Verfahren experimentell zu untersuchen. Hinzu kommen mathematische Modellierungsansätze. Neben der eigentlichen fachnahen Ausbildung erhalten die jungen Wissenschaftler Trainingsmöglichkeiten zum Erwerb ergänzender Fähigkeiten, die für ihre weitere Karriere ebenso wichtig sind. Dazu zählen unter anderem Kenntnisse im Labor- und Projektmanagement, der Drittmittel-Einwerbung, Patentangelegenheiten sowie der Unternehmensgründung. Zusätzlich werden sie nähere Einblicke in die europäische Forschungs- und Förderpolitik gewinnen. Das Ausbildungsprogramm wird in englischer Sprache durchgeführt und ermöglicht binationale Promotionen.

Hinweis an die Redaktionen:

Für weitere Informationen stehen Ihnen von der Universität Potsdam zur Verfügung:
Prof. Dr. Bernd Müller-Röber, E-Mail: bmr@uni-potsdam.de; Tel.: 0331/977-2810 und
Dr. Katrin Czempinski, E-Mail: czempins@uni-potsdam.de; Tel.: 0331/977-2807.

zurück zur Übersicht