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Fernweh als Job
Silke Lieber arbeitet beim „Council on International Educational Exchange" in Berlin

Silke Lieber has made her passion for travelling and discovering new cultures her profession. The alumna of the University of Potsdam who actually wanted to become a teacher for German and English, became a programme co-ordinator at "Council on International Educational Exchange" (CIEE), an international private organisation which has been supporting young people in working and studying abroad for over 50 years. In recent years, Silke Liebers has been establishing "Work & Travel Programmes" for Australia and New Zealand. They enable young Germans to travel abroad, financing their stay through casual jobs. CIEE also helps finding and organising placements in the USA and soon also in Australia.


Silke Lieber hilft Auslandsträumen auf die Sprünge.
Foto: privat

Wer hat sich nicht schon einmal der guten alten Zeit erinnert und gedacht: „Studieren müsste man wieder, um ohne große Probleme länger ins Ausland gehen zu können"? Ich habe als Studentin immer auf die nächste Reise gespart und musste mich oft rechtfertigen, schon wieder ins Ausland zu wollen. Andere hatten dafür eine eigene Wohnung, ein Auto oder beides. Aber einmal auf den Geschmack gekommen, konnte ich einfach nicht wieder aufhören damit, Länder, Kulturen, andere Menschen und deren Lebensphilosophien kennen zu lernen und unvergessliche Erfahrungen sammeln zu wollen.

Diese Leidenschaft hat mit einem ERASMUS-Aufenthalt in Irland 1993/94 begonnen. Mein Studienjahr am University College in Dublin hat mich geprägt. Dabei wurde mir klar, wie wichtig es ist, einmal aus dem gewohnten Gang der Dinge herauszukommen und Neues zu entdecken. Später verbrachte ich einen Sommer mit „Work & Travel USA". Das Programm ermöglichte es mir, das Land zu bereisen und mir alles durch Jobs zu finanzieren, wie etwa als Eisverkäuferin im Minnesota Zoo in Minneapolis. Auch danach zog es mich als Studentin immer wieder ins Ausland: nach Norwegen, Australien, Neuseeland und in die USA.

Eigentlich wollte ich Deutsch- und Englisch-Lehrerin werden, doch wie so oft, kam alles anders. Nun bin ich schon knapp fünf Jahre beim „Council on International Educational Exchange" (CIEE) als Programmkoordinatorin in Berlin beschäftigt, bei der Organisation, mit deren Hilfe ich damals meinen USA-Aufenthalt organisiert hatte. CIEE ist eine internationale und private Organisation, die junge Menschen seit mehr als einem halben Jahrhundert beim Sprachstudium und durch Bildungsaustausch unterstützt. Die Angebote erfreuen sich großer Beliebtheit. Allein 2002 haben mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler, Studierende und junge Erwachsene die Studien- und Arbeitsprogramme der Organisation genutzt, um im Ausland Erfahrungen zu sammeln.


Silke Lieber kümmerte sich einige Monate lang vor Ort
um den Aufbau von „Work & Travel-Programmen"
für Australien und Neuseeland.
Foto: privat

Mein Interesse galt in den letzten Jahren dem Aufbau von „Work & Travel-Programmen" für Australien und Neuseeland. Auf Basis von binationalen Abkommen können alle 18 bis 30jährigen Deutschen bis zu 12 Monate lang nach „Down Under" reisen und sich den Aufenthalt vor Ort durch Gelegenheitsjobs finanzieren. Ich selbst war neun Monate lang in unseren Büros dort beschäftigt. Da viele gern ein Praktikum in Australien absolvieren wollen, eine Stelle aber von hier aus schwer zu bekommen ist, entwickeln wir derzeit auch ein Programm mit konkreten Praktikumsangeboten.


Foto: privat

In der Regel sind die Jobs über „Work & Travel" Hilfsarbeiten in der Landwirtschaft, der Serviceindustrie oder im Einzelhandel. Wenngleich vielleicht nicht jeder gern in einem Acht-Bett-Zimmer einer Jugendherberge aufwachen und schon bei Sonnenaufgang als Erntehelfer auf einem Tomatenfeld stehen will, bekommt man doch so die Chance, seine Englischkenntnisse aufzufrischen und Auslandserfahrung zu sammeln. Mit etwas Glück findet sich aber möglicherweise auch die Gelegenheit, im eigenen Fachgebiet zu arbeiten. Hier ist Eigeninitiative gefragt. Da die Arbeitgeber eher kurz- als langfristig planen, erweist sich die Jobsuche vor Ort meist als erfolgreicher, etwa über Zeitarbeitsfirmen, das Internet, Aushänge oder unsere Büros.

Für diejenigen zwischen 20 und 40, die ein selbst organisiertes berufsbezogenes Praktikum in den USA absolvieren möchten, gibt es vom CIEE seit einem Jahr auch ein „Professional Career Training". Dabei werden der legale Rahmen und Visumsformalitäten geklärt, man bekommt ausführliche Informationen zur Jobsuche sowie Zugang zu einer Jobdatenbank und neben weiterer Beratung und Betreuung auch eine Auslandsversicherung.

Wie man sieht, stehen also auch Berufstätigen verschiedene Möglichkeiten offen, für einige Zeit ins Ausland zu gehen. CIEE ist hier nur ein Beispiel. Man muss nur Augen und Ohren offen halten, um sich die Chancen nicht entgehen zu lassen. Also, dran bleiben und selbst aktiv darauf hin steuern.

Silke Lieber

Kontakt: Silke Lieber bei Council on International Educational Exchange EU GmbH, Oranienburger Straße 13-14, 10178 Berlin, Tel.: +30 284859-0, E-Mail an slieber@councilexchanges.de und www.ciee.de.

 

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[Letzte Aktualisierung 25.01.2004, Knappe]