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Unterwegs angekommen
Christian Humborg findet an vielen Orten Raum für Entwicklung

Flexibility, mobility and the ability to create and keep one’s own networks alive are for Christian Humborg not only the starting point of successful professional careers, but also the way of life. This attitude led him to foreign countries like the Netherlands and South Africa during his studies of public administration, and afterwards to different professional areas. He worked for the Deutsche Bahn AG, the consulting agency "Plato Kommunikation" and wrote his dissertation on the management of the infrastructure of highways at the University of Potsdam. Since October 2003, he works as a consultant in the business development of an international law firm. He will surely remain true to his principles and will not create a lifetime masterplan for his career.


Mobilität ist bei Christian Humborg Programm.
Foto: Agnes Stauber

Der Ehemalige Christian Ludwig Humborg hat mit seinen 31 Jahren bereits vielfältige berufliche Wechsel erlebt, die von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik bis hin zu Kommunikation reichen. Während er auf den Termin seiner Disputation in Potsdam wartete, hat sich der Diplom-Verwaltungswissenschaftler in einem fliegenden Wechsel nach Einreichung seiner Dissertation im Oktober 2003 in seinen neuen Job als Berater bei einer Wirtschaftsrechtskanzlei in Frankfurt am Main gestürzt. Seine Zukunftsperspektiven bleiben dabei so vielfältig, wie seine Interessen und Potenziale.

„Was langfristig aus mir werden wird, weiß ich nicht." Sehr weitreichende Karrierepläne sind nach Meinung von Christian Humborg weder gut für einen selbst, noch in der heutigen Zeit realistisch. Denn immer wieder ergeben sich neue und spannende Gelegenheiten, die man mit zielgeradem Blick möglicherweise übersieht. Mit einer anderen Einstellung wäre das Leben von Christian Humborg wohl kaum so interessant und wechselhaft verlaufen, wie bisher. Nicht nur, dass er bereits an einigen Orten der Welt gelebt und über unterschiedliche Themen wissenschaftlich gearbeitet hat, auch verschiedene Unternehmen, wie die Deutsche Bahn AG und die Agentur „Plato Kommunikation", die Unternehmen und Verbände in politischer Kommunikation berät, zählten bereits zu seinen Arbeitgebern.

Für ihn sind Flexibilität, Mobilität und die Fähigkeit, Netzwerke zu knüpfen und am Leben zu erhalten, Ausgangspunkt einer erfolgreichen Karriere, verbunden allerdings auch immer mit einem Quäntchen Glück. Dafür müsse man aber etwas tun. „Die Bereitschaft, immer wieder anderswo hinzugehen, internationale Erfahrungen zu sammeln und den Kontakt mit Freunden und sympathischen Kollegen zu pflegen, sind wesentliche Voraussetzungen, um im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein." Zu solchen Netzwerken zähle er auch Alumni-Netzwerke. Sein Plädoyer erinnert an das Verständnis von Flexibilität, das der amerikanische Soziologe Richard Sennett beschreibt. Gesunde Flexibilität sei die Fähigkeit, sich wie ein Baum in alle Richtungen zu verbiegen, jedoch ohne dabei zu zerbrechen oder entwurzelt zu werden.


Stationen für Christian Humborg: Konstanz, Südafrika, Potsdam, Frankfurt Main.
Foto: Resch-Esser

Nach dem Studium in Konstanz „am See, in den Bergen und auch mal an der Universität", verbrachte Christian Humborg ein ERASMUS-Jahr im niederländischen Leiden und acht Monate in Kapstadt, wo er für seine Diplomarbeit das Thema „Lokale Demokratie im urbanen Südafrika am Beispiel der City of Tygerberg" untersuchte. Es sei die erste empirische Arbeit über dieses Thema nach dem Ende der Apartheid gewesen. Mühsam habe er vor Ort viele Interviews geführt und recherchiert. Doch nach Abgabe der Arbeit fing sein neuer Job an, und deswegen habe er diese Arbeit nie vermarktet, nie einen Artikel darüber verfasst. Beim Schopfe gepackte Gelegenheiten fordern also auch ihren Tribut. Christian Humborg spricht damit aber nicht nur ein persönliches Thema, sondern auch ein generelles Problem an: Viel Wissen verschwindet mit dem Weggang von Mitarbeitern aus den Universitäten. Gerade in Zeiten der Schnelllebigkeit würde er sich deshalb eine Volltextdatenbank aller Diplomarbeiten aus Europa wünschen, damit „nicht jede und jeder das Ei des Kolumbus neu erfinden muss".


Foto: Texter

Das Interesse an der Wissenschaft, an der Suche nach dem besseren Argument und „vielleicht auch am peniblen Fußnotenrecherchieren" ließen ihn zwei Jahre nach dem Diplom wieder in die Flure einer Universität einbiegen. Diesmal in Potsdam, wo Prof. Christoph Reichard aus dem Bereich Public Management sich für sein Thema Autobahninfrastrukturmanagement interessierte. Es sei ein „zusätzliches Bonbon" gewesen, dass Reichard ausgerechnet hier eine Professur hat." Das Beste an Berlin ist die Nähe zu Potsdam", kommentiert Christian Humborg seinen Wechsel. „Potsdam ist für mich die Ruhe vor Berlin, wo Zeit zum Nachdenken und dennoch die Großstadt zu spüren ist. Genau die richtige Mischung." Das Studienumfeld, wie zum Beispiel die Bibliothek, habe ihm gut gefallen. Dort sei ihm stets freundlich und kompetent geholfen worden. „Allein die Öffnungszeiten wurmten mich etwas, kannte ich doch aus Konstanz eine Rund-um-die-Uhr-Bibliothek."

Auf diese Zeit blickt Christian Humborg inzwischen als Berater im Business Development der Wirtschaftsrechtskanzlei „Freshfields Bruckhaus Deringer" zurück. Fragen der Kommunikationsstrategie sowie die Koordination der Erstellung von Wettbewerbspräsentationen, mit denen sich die Kanzlei bei Unternehmen vorstellt, sind heute sein Gebiet. Auch wenn er sich gerade an der aktuellen Herausforderung erfreut, seine letzte Station ist das mit Sicherheit nicht. „Vielleicht lande ich irgendwann wieder in der Wissenschaft oder auch in der Politik. Ich weiß aber nicht, ob es da so spannend zugehen würde, wie in der Wirtschaft." Dem Prinzip von Flexibilität, Mobilität und Netzwerken dürfte Christian Humborg jedenfalls treu bleiben.

CZ

Kontakt: Christian Humborg per E-Mail unter: humborg@aol.com 

 

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[Letzte Aktualisierung 25.01.2004, Knappe]