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7. Ausgabe: Dezember 2009
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„Der eine oder andere Kurs ist sicher hilfreicher“

Das Hochschulteam Berlin-Mitte wartet mit Standardtipps auf

Vor dem Gebäude der Agentur für Arbeit Berlin Mitte stehen vier Jugendliche und drücken allen Arbeitssuchenden Zettel in die Hand. Vom „Selbständigkeitsseminar“ bis zum „Assessment-Training“ wird mir alles Mögliche angeboten, bevor ich die Agentur überhaupt betreten habe, privat natürlich.

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Jan an Haack: Wenigstens ist man keine Nummer.
Foto: Fritze
Es ist neun Uhr morgens und ich möchte mich heute vom Hochschulteam der Agentur für Arbeit beraten lassen. Ein Orientierungsgespräch verspricht die schicke Broschüre, die in der Uni auslag. Genau das könnte ich jetzt gut brauchen. Ich stehe kurz vor dem Abschluss meines Studiums und als Geisteswissenschaftler alter Studienordnung bin ich ja nach landläufiger Meinung genau die Zielgruppe des Hochschulteams. Da ich keinen Termin habe, muss ich mich erstmal in der Schlange vor dem Empfangsschalter einreihen. Dabei fällt mir auf, dass keiner meiner Schlangengenossen dem Klischee des Langzeitarbeitslosen entspricht. Dabei wird mir etwas mulmig zumute. Vielleicht stehen Sie ja hier, all die Historiker und Germanisten des letzten Jahrgangs. Nach einer Passkontrolle werde ich in einen Warteraum geschickt, wo ich aufgerufen werden soll. Dieser Raum ist eine Art Verteiler, mit mir warten 20 andere „Kunden“ auf Weiterleitung zur passenden Beratungsstelle.

Den meisten Wartenden ist die Prozedur anscheinend schon vertraut. Viele haben Thermoskannen und Zeitungen dabei, einige sogar Frühstück. In der hinteren Ecke isst jemand einen Döner. Nach einer Stunde Wartezeit ist es soweit, ich werde namentlich aufgerufen und von einer Mitarbeiterin an den Platz geleitet. Ich bin also keine Nummer für die Bundesagentur, was ich schon einmal erfreulich finde. Meine Begeisterung lässt allerdings auch wieder etwas nach, nachdem mir erläutert wird, dass heute nur ein Termin für eine Beratung gefunden werden wird. Nachdem die Dame meine Daten aus dem mitgebrachten Lebenslauf in den Rechner eingegeben hat, zeigt sie sich etwas verwundert, dass ich mich beraten lassen möchte bevor ich arbeitslos bin, das heißt „mit Abschluss“. Trotzdem bekomme ich für die folgende Woche einen Termin beim Hochschulteam.

Diesmal darf ich sofort zu meiner Beraterin, kein Ausweis, kein Verteiler. Nach einer kurzen Klärung meiner Interessen bekomme ich freundliche aber nicht sehr originelle Empfehlungen zur Arbeitssuche. Ich soll immer die Augen offen halten, Initiativ-Bewerben verschicken und auf dem aufbauen, was ich schon gemacht habe. Zusätzlich bekomme ich noch erklärt, wie ein moderner Lebenslauf aussieht, dann ist das Gespräch beendet. Allerdings kann ich mich bei Fragen jederzeit per E-Mail oder Telefon melden, ganz unkompliziert. Nur leider wird nicht ganz klar, womit man sich an das Hochschulteam wenden soll. Erwähnt sei hier noch das umfangreiche Weiterbildungsprogramm, das einen guten Eindruck macht. Der eine oder andere Kurs ist sicher hilfreicher als die Besprechung des Lebenslaufes in der Arbeitsagentur.

Jan an Haack

 

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[Letzte Aktualisierung 29.11.2009, Räder]