Starkes Konsortium – Forschende der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg am Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit beteiligt

Wie beeinflussen die sozialen Lebensbedingungen in ländlichen und urbanen Räumen die Entstehung und den Verlauf psychischer Erkrankungen? Welche Rolle spielen Ernährung und körperliche Aktivität für die seelische Gesundheit? Werden psychisch kranke Menschen im ländlichen Raum gut versorgt? Wie gelingt es, besonders gefährdete Gruppen wie Kinder und ältere Menschen vor Erkrankungen zu schützen?

Diese und weitere Themen bringen Forschende der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg (FGW) in das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZP) ein, das jetzt unter der Leitung der Charité Berlin und in Kooperation bedeutender medizinischer und wissenschaftlicher Einrichtungen aus der Region (HU Berlin, FU Berlin, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE)) gegründet wird. Ziel dieses und aller weiteren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Ländern geförderten Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung ist es, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in die Praxis zu überführen und damit Volkskrankheiten wirksamer bekämpfen zu können.
 
„Für das Land Brandenburg ist hier insbesondere die Forschung zu Effekten des demografischen Wandels und regionaler sozialer Unterschiede auf die Entstehung und Ausprägung psychischer Erkrankungen von Bedeutung“, betont Professor Michael Rapp, Leiter der Sozial- und Präventivmedizin an der FGW und der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam. „Untersuchungen der sozialen Bedingungen bei vulnerablen Patientengruppen im ländlichen Raum können hier wichtige Erkenntnisse für gezielte Präventions- und Behandlungsansätze liefern.“ Die Struktur des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit wird nun in einer sechsmonatigen Konzeptionsphase gemeinsam mit den ausgewählten nationalen Partnerstandorten erarbeitet.

Der Partnerstandort des neuen DZP in Potsdam wird in Golm in den neuen Räumlichkeiten der FGW untergebracht, in denen es auch Untersuchungsräume für Probanden geben wird, die für die geplanten Studien mitgenutzt werden können. Der Gründungsdekan der FGW Prof. Cornelius Frömmel beglückwünscht die Kollegen und erläutert dazu: „In den Gründungsdokumenten der Fakultät für Gesundheitswissenschaften, die auf Initiative des Landes Brandenburg entstanden ist, ist festgehalten, die Fakultät habe ‚einen Beitrag zu einer besseren gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung im Land Brandenburg (zu) leisten [...] und, [dass] dabei insbesondere eine interdisziplinäre Grundlagen- und Versorgungsforschung mit engem Bezug zur Praxis in den Fokus genommen werden soll‘. Dass die Fakultät schon in ihrer Gründungsphase die Chance bekommt, an einem solchen ‚Leuchtturm‘ der medizinischen Forschung, wie es die deutschen Zentren für Gesundheitsforschung darstellen, mitwirken zu können und damit den Auftrag des Landes gerecht zu werden, ist ein sehr schöner Erfolg der Kolleg*innen. Die thematische Ausrichtung in Potsdam lässt interessante Ergebnisse zur Vorbeugung psychischer Erkrankungen erwarten.“

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung
führen die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eines Forschungsbereiches zusammen – von der Grundlagenforschung über die klinische Forschung bis hin zur Präventions- und Versorgungsforschung. Jedes Zentrum besteht aus mehreren Partnerstandorten, die über ganz Deutschland verteilt sind. Durch die enge Vernetzung und den damit verbundenen Ausbau vorhandener Forschungsstrukturen wird eine schnellere Translation ermöglicht. Als langfristig angelegte, gleichberechtigte Partnerschaften von Hochschulen, Universitätskliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie Ressortforschungseinrichtungen bieten die Deutschen Zentren hierfür wesentliche Voraussetzungen.

Die Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg
wurde 2018 als gemeinsame Fakultät der Universität Potsdam, der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg gegründet. Sie bildet den Kern des Gesundheitscampus Brandenburg. Ziel ist es, neuartige medizinische, pflegerische und medizin-technische Versorgungsangebote sowie innovative Studiengänge zu entwickeln. In Kooperation mit weiteren Hochschulen und Forschungseinrichtungen soll die Fakultät zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Flächenland Brandenburg beitragen.


Medieninformation der Fakultät für Gesundheitswissenschaften Brandenburg, herausgegeben von der Universität Potsdam
22-03-2021 / Nr. 002