Wie „Aus Tacitus Nazitus wurde“, weiß Lateinstudent Leon Amelang, der sich mit dem Werk „Germania“ von Tacitus befasst hat. Der angehende Lehrer erklärt, was unter dem Begriff „Germanen“ zu verstehen ist und wie das aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammende Werk immer wieder von Rechtsextremen fehlinterpretiert und instrumentalisiert wird. Auch Andreas Brenne, Professor für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik, widmet sich einer komplizierten Thematik: Ist Karl May ein Brückenbauer zu fremden Kulturen mit dem Ziel universeller Verständigung – oder reproduziert er koloniale Fantasien, rassistische Stereotype und Übergriffe, deren Überwindung heute als notwendig gilt?
Nicht aus literatur-, sondern aus kognitionswissenschaftlicher Perspektive beschäftigt sich Dr. Dario Paape mit dem Vorgang des Lesens, bei dem Wörter erst einmal erkannt und dann zu Sinneinheiten kombiniert werden müssen. Blickbewegungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Wie aber liest ein KI-Modell wie ChatGPT, das gar keine Augen hat? Wie immer beim Science Slam basieren die Vorträge auf wissenschaftlichen Fakten, selbst wenn es um „alternative Fakten“ geht. Der Soziologe und Staatswissenschaftler Dr. Christoph M. Abels erklärt, wieso Informationen, die offensichtlichen Tatsachen widersprechen, für wahr gehalten werden und warum „gefühlte Wahrheiten“ manipulierbar machen. Erhellendes kommt nicht zuletzt von Chemiedidaktiker Tobias Eckardt, der beschreiben kann, was passiert, wenn Licht auf winzige Metallpartikel trifft. Forschung mit Lichtblick.
Als Jury fungiert traditionell das Publikum, das mit Applaus und Punktevergabe den besten Vortrag des Abends kürt. Biologe Dr. Bryan Nowack führt moderierend durchs Programm und wird dabei musikalisch am Piano begleitet von Lehramtsstudent Anand Boschma. Außerdem dabei ist Philosophie-Professorin Marie-Luise Raters mit zwei exklusiv für den Science Slam geschriebenen Songs.
Tickets für 12/8 Euro gibt es unter https://t.rausgegangen.de/tickets/science-slam-86 und an der Abendkasse.
Zeit: 13.5.2026, 20 Uhr
Ort: Waschhaus-Arena, Kulturstandort Schiffbauergasse, 14467 Potsdam
Kontakt: Dr. Ute Rzeha, Potsdam Transfer, Universität Potsdam
Telefon: 0331 977-6176
E-Mail: uterzehauuni-potsdampde
Medieninformation 05-05-2026 / Nr. 033