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Zum 85. Jahrestag des Massakers von Babyn Jar. Vorstellung der Neuübersetzung von Anatoli Kusnezows »Babyn Jar. Roman eines Augenzeugen«

»Alles in diesem Buch ist wahr« – mit diesen Worten beginnt Anatoli Kusnezows literarisches Dokument über eines der furchtbarsten Verbrechen der deutschen Besatzung: das Massaker von Babyn Jar. Im September 1941 wurden in einer Schlucht nahe Kyjiw innerhalb von zwei Tagen mehr als 33 000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von den Nationalsozialisten ermordet. Kusnezow, damals zwölf Jahre alt, erlebte den deutschen Einmarsch, die Terrorherrschaft der Besatzer und die Rückeroberung durch die Rote Armee aus nächster Nähe. Jahrzehnte später schuf er mit Babyn Jar ein Werk, das von hemmungslosen Grausamkeiten erzählt, von Hunger, Angst und Überleben.

In der Sowjetunion wurde Babyn Jar zensiert, erst nach Kusnezows Flucht in den Westen konnte der Text in vollständiger Fassung erscheinen – mit jenen Passagen, die gestrichen worden waren, und jenen, die er sich damals selbst nicht zu schreiben getraut hatte. Die Neuübersetzung von Christiane Körner macht das Werk erstmals in seiner ganzen sprachlichen und historischen Dringlichkeit zugänglich. Der Historiker Bert Hoppe zeichnet in seinem Nachwort die geschichtlichen Ereignisse nach, während sich die Autorin Kateryna Mishchenko mit Kusnezows Werk vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine 2022 auseinandersetzt und so eine neue Lesart dieses erschütternden Dokuments der Zeitgeschichte eröffnet.

Im Gespräch mit der Übersetzerin Christiane Körner und der ukrainischen Publizistin Kateryna Mishchenko, die das Nachwort beigetragen hat, wird der Roman und seine Editions- und Rezeptionsgeschichte vorgestellt. Christiane Körner wird Passagen aus ihrer Übersetzung lesen.

Mit freundlicher Unterstützung des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und des DFG-Projekts »Jüdisches Filmerbe« / Schwerpunktprogramm Jüdisches Kulturerbe (Universität Potsdam).

Organisiert von Irine Beridze (Universität Potsdam), Nina Weller (ZfL)

Gehalten von

Dr. Irine Beridze; Dr. Nina Weller

Veranstaltungsart

Lesung

Sachgebiet

Jüdische Studien
Religionswissenschaft

Universitäts-/ Fachbereich

Philosophische Fakultät

Termin

Beginn
29.09.2026, 19:00 Uhr
Ende
29.09.2026, 21:00 Uhr
iCal

Veranstalter

Mit freundlicher Unterstützung des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, des DFG-Projekts »Jüdisches Filmerbe« / Schwerpunktprogramm Jüdisches Kulturerbe (Universität Potsdam) und des Verlags Matthes & Seitz. Der Büchertisch wird organisiert von der Buchhandlung ebertundweber.

Ort

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8
10719 Berlin

Kontakt

Irine Beridze
Am Neuen Palais 10, Haus 11,
14469 Potsdam