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Studium der Geographie

Fachtagung zum Thema: 

Virtuelle Welten, Globalisierung, Nachhaltigkeit – digitale Lernwelten für eine zukunftsfähige Bildung

Nähere Informationen zur Tagung am 29. März 2019 finden Sie hier

Wir verstehen unsere heutige Welt als ein „globales Dorf“. Alles scheint miteinander verflochten und nichts mehr unbekannt. In Zeiten digitaler Medien können wir uns in Sekundenschnelle darüber informieren, wo welche Staaten liegen und was deren Hauptstädte und größte Flüsse sind. Wir können sogar herausfinden, wo man dort am besten essen gehen kann und wie viele Google-Nutzer welche Restaurants empfehlen. Obwohl es so erscheint, sind aber nicht alle Orte gleich zugänglich. Es gibt Orte, über die Google nichts weiß und Orte, die uns nicht interessieren. Unsere Welt ist doch nicht so global bestimmt, wie es auf den ersten Blick scheint: Viele Staaten und Regionen verschaffen sich ökonomische Vorteile und politische Macht - auf Kosten einer globalen Gemeinschaft. Auch die scheinbar globale Verantwortung für unsere Umwelt ist so nicht zu beobachten, denn die einzelnen Staaten gehen sehr unterschiedlich mit Klimapolitik und Umweltschutz um. Unsere Welt ist also eher nicht global und einheitlich, sondern es gibt Zentren (z.B. die wirtschaftsstarken Staatenverbünde oder die politisch mächtigen Staaten), es gibt Peripherien (z.B. abhängige und wirtschaftsschwache Staaten) und es gibt Netzwerke, die solche räumlichen Ordnungen stützen und erzeugen. Solche Zentren, Peripherien und Netzwerke lassen sich in vielfältiger Weise beobachten, je nachdem was einen interessiert: in Kommunikations- und Informationsprozessen, in der Wirtschaft, in Bevölkerungsstrukturen, bei Migrationsprozessen, in politischen Verbünden usw. Und diese Prozesse können in ganz unterschiedlichen räumlichen Dimensionen betrachtet werden: vom Spielplatz bis zur globalen Ebene.

Inhalt des Studiums

Die Geographie (Humangeographie und Physische Geographie) ist die Wissenschaft, die sich mit räumlichen Strukturen und Vernetzungen auseinandersetzt. Dabei untersucht sie sowohl gesellschaftliche als auch naturräumliche Strukturen und Prozesse in ihrer räumlichen Ordnung, und sie erforscht das Verhältnis der Gesellschaft zu ihrer natürlichen Umwelt. Sie nutzt ihr Wissen über die räumlichen Strukturen dazu, das zu verstehen, was in unserer Gesellschaft ganz aktuell geschieht. Die vielen Themen, die hier untersucht werden (z.B. Nachhaltigkeit, Flucht und Migration, Stadtentwicklung, Eingriffe in die Umwelt oder Naturgefahren), sind auch spannende Themen für den Geographieunterricht in der Schule.

Die Geographiedidaktik erforscht daher, mit welchen Konzepten und Methoden geographisches Denken bei Schülerinnen und Schülern angelegt und gestärkt werden kann; und schließlich gibt sie Antworten auf die Frage: Wie sollte Geographieunterricht gestaltet werden, damit die Schülerinnen und Schüler ein angemessenes Verständnis über unsere Gegenwart erhalten können?

Geographie im Lehramt

Lehrerinnen und Lehrern kommt mit der Vermittlung von Wissen auch die Aufgabe des Erziehens, Förderns, Beratens und Beurteilens zu. Dabei müssen sie sich auf die Belange von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Altersstufen einstellen und Verständnis für deren entwicklungspsychologische Situation haben.

Im Bachelorstudium erlernen die Studierenden Theorien, Modelle und Ansätze der Physischen Geographie, der Humangeographie und der Geographiedidaktik. Sie erhalten so die notwendigen Grundlagen, um natürliche und gesellschaftliche Zusammenhänge auf ihre geographische Bedeutung hin zu analysieren und zu reflektieren. Das Studium hat hier einen hohen praktischen Anteil. Neben der notwendigen Textarbeit und theoretischen Reflexion werden die Studierenden in Methoden der empirischen Sozialforschung, Geoinformation und naturwissenschaftlichen Erhebungsmethoden ausgebildet. Sie erhalten die Möglichkeit in Projekten und Exkursionen dieses Wissen anzuwenden und so ihre Kenntnisse zu erweitern.  Die vermittlungsbezogenen und fachdidaktischen Inhalte des Studiums versetzen die Studierenden in die Lage, fachgeographische Inhalte der Physischen Geographie und Humangeographie nach fachdidaktischen Kriterien zu beurteilen und unterrichtlich zu strukturieren. Sie erlernen Grundlagen der Planung eines geographischen Unterrichts sowie der Leistungsdiagnose und –beurteilung. In den schulpraktischen Studien kann erste Unterrichtspraxis durchlaufen werden. Diese Erfahrungen werden dazu genutzt, das theoretische Wissen der Geographiedidaktik in der Praxis zu testen und zu reflektieren. Vertiefende praktische Erfahrungen werden erst im Masterstudium gesammelt.