Fachbeschreibung Steuern

Zielgruppe

Das Fachangebot der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre richtet sich vor allem an Studierende mit dem Berufsziel des Steuerberaters und/oder Wirtschaftsprüfers sowie an alle Studierende mit Interesse am Steuerrecht und dem Einfluss der Steuern auf unternehmerische Entscheidungen. Daneben richtet sich das Fachangebot an Studierende mit dem Berufsziel des Wirtschaftsprüfers.

Berufsperspektiven

Das traditionelle berufliche Betätigungsfeld ist das des steuerberatenden Berufes. Nach abgeschlossenem Masterstudium an der Universität Potsdam und zwei Jahren Berufspraxis (oder einem abgeschlossenen Bachelor-Studium und drei Jahren Berufspraxis) erfüllt man die Zulassungsvoraussetzungen für das Steuerberaterexamen. Der freie Beruf des Steuerberaters kann selbständig oder in einem Angestelltenverhältnis ausgeübt werden.

Einstiegsmöglichkeiten bieten sich dabei sowohl bei den großen international tätigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften (z. B. die sog. Big-4) als auch im steuerberatenden Mittelstand (sog. „Einzelkämpfer“ bis Kanzleien mit mehreren Dutzend Steuerberatern). Die Berufsaussichten für Steuerberater sind ebenso wie die Verdienstmöglichkeiten nach wie vor sehr gut. Die Chancen nach dem Studium einen Arbeitsplatz zu finden sind groß. Daneben bieten sich auch Berufsperspektiven in der Wirtschaft an. Hier kommen Unternehmensberatungen, Banken, Versicherungen oder Fachabteilungen für Rechnungs- und Finanzwesen oder Steuer- und/oder Rechtsabteilungen von Industriebetrieben, aber auch Fachbuchverlage und Verbände als potentielle Arbeitgeber in Frage.

Schließlich ist auch der Verbleib in der Wissenschaft eine Perspektive. Das Fach „Steuern“ wird wissenschaftlich aus drei Perspektiven erforscht. Neben der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre, die vor allem den Einfluss der Steuern auf unternehmerisches Handeln und Entscheiden (Rechtsform- und Standortwahl, Investitionsentscheidungen etc.) zum Erkenntnisgegenstand hat, beschäftigen sich auch die Rechtswissenschaft (Steuerrecht) und die Finanzwissenschaft (Volkswirtschaftslehre) mit „Steuern“. Die Ausbildung an der Universität Potsdam bildet eine gute Grundlage für die betriebswirtschaftliche als auch die rechtswissenschaftliche Forschung.

Nicht zu vergessen ist schließlich, dass eine fundierte Steuerausbildung auch in der beruflichen Tätigkeit des Wirtschaftsprüfers eine Rolle spielt und Bestandteil des Wirtschaftsprüferexamens ist.

Fachbeschreibung

Übersicht über die Lehrveranstaltungen im Fach betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Bachelor

Wintersemester
  • B.VM.BWL440 / B44 Steuern (Vertiefungswissen)

Master

Wintersemester
  • M.MB.BWL810 Unternehmenssteuern und indirekte Steuern / M191 Steuerrechtliche Grundlagen I und M192 Steuerrechtliche Grundlagen II
  • M.MB.BWL830 Steuergestaltung und Transaktionsbesteuerung / M195 Entscheidungsorientierte Steuerlehre I und M196 Entscheidungsorientierte Steuerlehre II 
Sommersemester
  • M.MB.BWL820 Internationales Steuerrecht und Steuerbilanzen / M193 Internationales Steuerrecht und M194 Steuerliche Rechnungslegung/Steuerbilanzpolitik
  • M.FS.BWL110/120 Research Seminar in Management Science I/II - Steuern / M197 Forschungsseminar - Steuergestaltung und Steuerplanung

Eine Besonderheit an der Universität Potsdam ist, neben der fundierten Theorieausbildung, die Praxisorientierung, da die Lehre fast ausschließlich von etablierten Praxisvertretern (Steuerberatern und/oder Rechtsanwälten) aus unterschiedlichen Spezialbereichen gehalten wird. Daneben erhält man durch die Dozenten zugleich erste Ansprechpartner für den späteren Berufseinstieg oder die Berufsplanung.

Zu den Dozenten gehören:

  • RA Hon.-Prof. Dr.Jörg Rodewald, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH    
  • StB Dipl.-Kfm. Sven Salzwedel,  Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
  • StB Dipl.-Kfm. Dr. iur. Steffen Gärtner, Mercator Steuerberatungsgesellschaft mbH
  • Prof. Dr. Lutz Lammers, Juristische Fakultät Universität Potsdam
  • RA/StB/FAfStR Dr. Jan Merzrath, Grant Thornton AG
  • StB Matthias Hülsmann, Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
  • StBin Dipl.-Kffr. Dr. Judith Scholz, Judith Scholz Steuerberatungsgesellschaft mbH

Anforderungsprofil und Hinweise für das Bachelorstudium

Neben dem allgemeinen Interesse für komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge und steuerrechtliche Sachverhalte, sollten für die Mastervertiefung  in jedem Falle Grundkenntnisse in

  • Rechnungswesen (Buchführung)
  • Jahresabschluss
  • Zivilrecht, öffentliches Recht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht 
  • Steuerrecht 

vorhanden sein. Die erforderlichen weiterführenden Kenntnisse werden im Rahmen des BWL-Bachelor-Studiums an der Universität Potsdam vermittelt. Da es sich teilweise um Pflicht- als auch um Wahlmodule handelt, gelten für die Planung des Bachelor-Studiums folgende Hinweise:

Die erforderlichen Kenntnisse werden in den folgenden Modulen vermittelt

  • Rechnungswesen (Buchführung): B.BM.BWL120 Buchführung / B13 Buchführung (Pflicht)
  • Jahresabschluss: B.BM.BWL400 / B231 Jahresabschluss (Pflicht) und Vertiefungsmodul B.VM.BWL430 / B42 Konzernrechnungslegung und Internationale Rechnungslegung (Wahl)
  • Zivilrecht, öffentliches Recht
  • Gesellschaftsrecht, Handelsrecht: Profilfach „Recht der Wirtschaft“ (Wahl)
  • Steuerrecht: Vertiefungsmodul B.VM.BWL440 / B44 Steuern (Wahl)

Zu betonen ist, dass es sich bei der betriebswirtschaftlichen Steuerlehre im Allgemeinen um ein lernintensives Fach handelt. Ein erfolgreiches Abschneiden in den universitären Prüfungen (und bei den Berufsexamen) setzt ein hohes Maß an Lernbereitschaft und Disziplin voraus. Ein intensives Selbststudium, vor allem mit der in den Veranstaltungen angegebenen Literatur, ist daher unabdingbar. Dies gilt gerade in der Anfangsphase, in der die komplexen Zusammenhänge und Grundstrukturen des Steuerrechts noch undurchschaubar und der Stoffumfang des Faches erdrückend wirken. Ist das Grundverständnis aber erst einmal vorhanden, wird auch der sogenannte Dschungel des Steuerrechts beherrschbar.

Kombinationsmöglichkeiten

Je nach beruflicher Zielsetzung, gibt es verschiedene sinnvolle Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Vertiefungen. Traditionell ist das Fach „Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung“ die häufigste Kombination, aber auch „Finanzierung und Banken“ oder „Controlling“ bieten sich als weitere Fächer an.

Ansprechpartner

WP/StB Philipp Wendel, M. Sc., wissenschaftlicher Mitarbeiter