Der weltweit begangene Pride Month geht auf die Stonewall Riots vom 28. Juni 1969 zurück: Damals wehrten sich Gäste der New Yorker Bar „Stonewall Inn“ gegen eine queerfeindliche Polizeirazzia und legten damit den Grundstein für die globale LGBTQIA+-Bewegung. In Deutschland fanden die ersten Christopher Street Days 1979 in Bremen und Berlin statt. Pride ist seither nicht nur Feier, sondern auch politische Demonstration gegen zunehmende Anfeindungen. Auch in Deutschland: 2024 registrierten die Behörden mit 2.917 queerfeindlichen Straftaten einen Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr (BKA, 2024). Seit 2010 hat sich die Zahl entsprechender Straftaten nahezu verzehnfacht. Fachleute gehen davon aus, dass die Dunkelziffer um rund 90 Prozent höher liegt. Verbale und physische Übergriffe nehmen zu, sichere Räume werden weniger.
„Dieser Trend ist kein Zufall: Der rechtsextreme Backlash gegen queere Rechte ist ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. In Deutschland werden CSD-Veranstaltungen zunehmend mit aggressiven rechten Gegenprotesten konfrontiert. Auch die Schließung von Beratungsstellen für Betroffene von Diskriminierung in Brandenburg verschärft die Situation für diejenigen, die Unterstützung am dringendsten brauchen“, betont Christina Wolff. Umso wichtiger sei es, dass innerhalb der Universitäten klare Anlaufstellen existieren. „Wer Diskriminierung erlebt oder beobachtet, kann sich an die Antidiskriminierungsberatung der Universität Potsdam wenden: vertraulich, niedrigschwellig und unabhängig von der Art der erlebten Diskriminierung“, versichert Wolff. Als Orte der Forschung und Lehre über Geschlecht, Identität und Vielfalt, aber auch als Arbeitgeber und Lernumgebung für Tausende Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten tragen Universitäten hier eine besondere Verantwortung. Es komme darauf an sich zu vernetzen und gemeinsam eine Universität zu gestalten, in der sich alle – unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität und Lebensweise – sicher und willkommen fühlen, hebt die Gleichstellungsbeauftragte hervor. Die queeren Netzwerke QueerUP@work für Mitarbeitende und UPride für Studierende bieten hierfür wichtige Plattformen: Sie schaffen geschützte Räume, fördern Sichtbarkeit und ermöglichen politisches und soziales Engagement im Hochschulkontext. Auch das Koordinationsbüro für Chancengleichheit setzt sich für Diversität, Gleichstellung und Diskriminierungsschutz an der Universität Potsdam ein.
Foto: Regenbogenfahne auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam I Foto UP/J. Thiem
Kontakt: Christina Wolff, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Potsdam und Leiterin des Koordinationsbüros für Chancengleichheit
E-Mail: gba-teamuuni-potsdampde
Tel.: 0331 977-1840
Medieninformation 04-06-2026 / Nr. 048