Digitale Geisteswissenschaften an der Philologischen Fakultät

In der geisteswissenschaftlichen Forschung entsteht unter dem Stichwort: „Digital Humanities“ (DH) ein neues interdisziplinäres Forschungs- und Arbeitsfeld, in dem die erkenntnistheoretischen Potentiale von computationalen Werkzeugen entdeckt, entwickelt und systematisch erweitert werden. Zu den vielfältigen Kompetenzen, welche DH-Methoden in die Geisteswissenschaften bringen, gehören Anforderungen, die auch in der modernen digitalen Arbeitswelt gefordert sind:

  • eine allgemeine Data Literacy,
  • Fähigkeiten im Umgang und Anwendung von rechnergestützten Architekturen,
  • digitaler Projektarbeit sowie interdisziplinärer Teamarbeit.
Code
Bild: Pexels auf Pixabay

Aufbauend auf die erfolgreiche Arbeit des Potsdamer „Netzwerks für Digitale Geisteswissenschaften“ wird an der Philosophischen Fakultät der Universität Potsdam ein neues Querschnittsmodul „Digital Humanities“ für verschiedene Master-Studiengänge entwickelt. Das Teilprojekt entwirft und erprobt dabei unterstützend ein digitales Fachkonzept zur Implementierung dieses Moduls.
Es schließt gezielt eine hochschuldidaktische Lücke: Während in jüngster Zeit einige vollwertige Studiengänge „Digital Humanities“ entstanden sind, fehlt es an der Einbindung von DH-Kompetenzen in die regulären philologischen Studiengänge. Auf der Basis bereits an der Universität Potsdam (UP) eingerichteter Infrastrukturen – wie Campus.UP Media.UP, Box.UP – und anderer kollaborativer Lern- und Arbeitsumgebungen wie Moodle.UP etc. wird ein Konzept erarbeitet zur digital qualifizierenden Kompetenzvermittlung an Masterstudierende verschiedener philologischer Fächer durch innovative Kursformate, geprägt u.a. durch: output-orientierte ​digitale Projektarbeit (interdisziplinäre Teamarbeit, rapid prototyping, agile Projektentwicklung, Tools wie WeKan, Wordpress, Open Journal Systems u.a.) sowie durch die Vermittlung und Einübung von ​digitalen Methoden im engeren Sinne der Digital Humanities (insbesondere: Annotationen (TEI/XML), quantitative Textanalyse, Textmining, Netzwerkanalysen, Sentiment Analysen, Stilometrie, Informationsvisualisierungen, Geotagging und Mapping (GIS)).

Lehrveranstaltungen

FoLD-Team Philologien

Prof. Dr. Peer Trilcke Juniorprofessur für deutsche Literatur des 19. Jahrhunderts

Dr. Dennis Mischke Netzwerk Digitale Geisteswissenschaften

Henny Sluyter-Gäthje (WHK)

Allyn Maxwell Heath (WHK)

Ronny Zimmermann (WHK)

Publikationen (Auswahl)

Mischke, D. "Counting (on) Melville: Teaching Computational Literary Studies and Encyclopedic Readings ".  A Companion to Herman Melville. Wiley-Blackwell. Eds. Wyn Kelley and Christopher Ohge. (forthcoming in 2021)

Peer Trilcke, Frank Fischer: Literaturwissenschaft als Hackathon. Zur Praxeologie der digitalen Literaturwissenschaft und zu ihren epistemischen Dingen, in: Sybille Krämer, Martin Huber (Hg.): Wie Digitalität die Geisteswissenschaften verändert: Neue Forschungsgegenstände und Methoden (= Sonderband der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaft 3), 27.6.2018, DOI: http://dx.doi.org/10.17175/sb003_003

Jan Horstmann, Marie Flüh, Mareike Schumacher, Frank Fischer, Peer Trilcke, Jan Christoph Meister: Netzwerkanalyse spielerisch vermitteln mit DraCor und forTEXT: Zur nicht-digitalen Dissemination einer digitalen Methode in Form des Kartenspiels »Dramenquartett«. In: DHd2020: »Spielräume«. 2–6 March 2020. Book of Abstracts. Paderborn University, pp. 167–171. (DOI:10.5281/zenodo.3666690)

Mischke, D. & Haack, J. „Social Software in interdisziplinären Lernszenarien“. Rebensburg, K. ed. Grundfragen Multimedialen Lehrens  und Lernens (GML2   2007). Berlin: SEL Alcatel Stiftung für Kommunikationsforschung, 2009. http://www.psych.uni-potsdam.de/people/haack/files/Mischke-Haack-GML07.pdf